NIVEA ist die größte Marke im Beiersdorf-Konzern – und genau dort läuft es schlechter als vorgesehen. Der Vorstand des Hamburger Unternehmens hat die Jahresprognose gesenkt und gleichzeitig die nächste Phase einer strategischen Neuausrichtung für die Hautpflegemarke beschlossen.

Beiersdorf AG

WKN 520000 · ISIN DE0005200000

Chart: XETRA, 3 Monate · Kursangabe im Text: Schlusskurs vom 21. August 2026

Das trifft Aktionäre an zwei Stellen zugleich: Der Konzern erwartet nun einen organischen Umsatzrückgang im niedrigen einstelligen Bereich – bisher galt die Erwartung eines flachen bis leicht wachsenden Umsatzes. Und die Marge fällt stärker als gedacht, weil Beiersdorf zusätzlich investieren will, um NIVEA wieder auf Kurs zu bringen.

Im zweiten Quartal 2026 schrumpfte der Umsatz im Segment Consumer organisch um 3,3 Prozent, auf Konzernebene um 2,3 Prozent. Der Klebstoffspezialist tesa legte dagegen organisch um 2,5 Prozent zu. Im ersten Halbjahr insgesamt sank der Konzernumsatz organisch um 3,5 Prozent auf rund 4,95 Milliarden Euro.

Die EBIT-Umsatzrendite ohne Sondereffekte – das Ergebnis vor Zinsen und Steuern als Anteil am Umsatz, bereinigt um Einmaleffekte – lag im Halbjahr auf Konzernebene bei 15,5 Prozent. Für das Gesamtjahr rechnet Beiersdorf im Segment Consumer nun mit einer EBIT-Umsatzrendite von mindestens 11,0 Prozent; im Vorjahr waren es 13,6 Prozent. Auf Konzernebene lautet die neue Erwartung: mindestens 11,8 Prozent, nach 14,0 Prozent im Vorjahr.

Als Gründe nennt der Vorstand ein schwieriges Marktumfeld im globalen Hautpflegesegment, steigende Herstellungskosten sowie die Krise im Nahen Osten, die Verbraucherstimmung und Kosten belastet.

Der Turnaround-Plan für NIVEA soll innerhalb von 18 Monaten greifen. Im Mittelpunkt stehen erschwinglichere und regional angepasste Produkte sowie eine breitere Marktdurchdringung. Ab 2027 erwartet Beiersdorf wieder Umsatzwachstum und eine stabilisierte Marge; erst ab 2028 soll das Wachstum die Marktrate übertreffen und die Rendite kontinuierlich steigen.

Die Beiersdorf-Aktie schloss am 21. August bei 79,60 Euro und legte damit gegenüber dem Vortag rund 1,2 Prozent zu.

Ob der 18-Monate-Zeitplan für den NIVEA-Turnaround realistisch ist, hängt wesentlich davon ab, wie schnell die Kostenseite reagiert – und ob die Lage im Nahen Osten, die Beiersdorf selbst als zusätzlichen Belastungsfaktor benennt, sich nicht weiter verschärft.

Dieser Beitrag ist eine journalistische Einordnung und keine Anlageberatung. Er stellt keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar.

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