Im ersten Halbjahr 2026 lief es bei RWE besser als der Markt erwartet hatte. Drei Segmente stachen heraus: Onshore-Wind und Solar, der Energiehandel sowie die flexible Erzeugung – alle drei übertrafen die Erwartungen, begünstigt durch eine starke operative Entwicklung und positive Einmaleffekte.
WKN 703712 · ISIN DE0007037129
Chart: XETRA, 3 Monate · Kursangabe im Text: Schlusskurs vom 21. August 2026
Das schlägt sich direkt in der Prognose nieder. RWE hebt die Ergebnisprognose sowohl für 2026 als auch für 2027 an – ein Schritt, der selten für zwei Geschäftsjahre gleichzeitig gilt. Die angehobenen Spannen liegen jeweils deutlich über den bisherigen Werten. Für Aktionäre bedeutet das eine spürbar höhere Basis für das erwartete Ergebnis in beiden Jahren – und damit auch für die Frage, was das Unternehmen ausschütten kann.
Für 2026 erwartet RWE nun ein bereinigtes Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen zwischen 5.200 und 6.350 Millionen Euro – gegenüber einer bisherigen Spanne von 5.200 bis 5.800 Millionen Euro. Das bereinigte Nettoergebnis soll auf 1.950 bis 2.450 Millionen Euro steigen, nach bisher 1.550 bis 2.050 Millionen Euro.
Für 2027 verschiebt sich die Ergebnisspanne ebenfalls nach oben. Das bereinigte Nettoergebnis wird mit 2.200 bis 2.700 Millionen Euro angepeilt, nach zuvor 1.900 bis 2.400 Millionen Euro.
Für das zweite Halbjahr 2026 nennt RWE zwei zusätzliche Ergebnistreiber: die aufgestockte Beteiligung am Übertragungsnetzbetreiber Amprion sowie höhere Rohstoffpreise. Beide Faktoren waren in der bisherigen Prognose noch nicht enthalten.
Die Halbjahresergebnisse sind vorläufig. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen lag im ersten Halbjahr bei rund 3,0 Milliarden Euro, das bereinigte Nettoergebnis bei rund 1,26 Milliarden Euro. Den vollständigen Zwischenbericht will RWE am 13. August 2026 vorlegen.
Die RWE-Aktie schloss am 21. August bei 57,32 Euro, nahezu unverändert gegenüber dem Vortag. Ob der Markt die angehobene Prognose vollständig eingepreist hat oder ob der Zwischenbericht im August neue Impulse setzt, bleibt offen.
Dieser Beitrag ist eine journalistische Einordnung und keine Anlageberatung. Er stellt keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar.


