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- Euro-Bund Future – WKN: 965264 – ISIN: DE0009652644 – Kurs: 127,44 € (EUREX)
- EUR/USD – WKN: 965275 – ISIN: EU0009652759 – Kurs: 1,16349 $ (FOREX)
Doch Experten gehen von einer anschließenden abwartenden Haltung der Fed aus. Und bei der Europäischen Zentralbank (EZB) wurden jüngst sogar bereits zukünftige Zinsanhebungen ins Spiel gebracht.
EZB-Direktorin Isabel Schnabel sagte in einem gestern veröffentlichten Interview: „Sowohl die Märkte als auch die Umfrageteilnehmer erwarten, dass der nächste Zinsschritt eine Anhebung sein wird, wenn auch nicht in naher Zukunft„. Mit diesen Erwartungen sei sie „durchaus einverstanden„. Das hat deutliche Spuren an den Börsen hinterlassen.
Herbe Kursverluste am Anleihemarkt
Vor allem am Anleihemarkt gab es starke Bewegungen. Die Renditen zogen an, was nicht nur die Kurse der Anleihen unter Druck setzte. Auch einige zinssensible Aktien, wie Immobilienwerte, gaben nach. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe stieg auf über 2,8 %. Und der Bund-Future rutschte auf das niedrigste Niveau seit März.
Der Ausflug vom Herbst unter die Marke von 128,73 Punkten (grüner Bogen im Chart) war somit kein Ausrutscher, sondern aus heutiger Sicht klarer Bestandteil der monatelangen Abwärtstendenz, die sich nun eindrucksvoll fortgesetzt hat.
Schon seit dem Fehlversuch, in die Seitwärtsspanne zurück zu gelangen (siehe rote Pfeile), befindet sich der Bund-Future wieder auf Talfahrt. Diese führte ihn zunächst unter die Widerstandslinien zurück (rot), die anschließend wieder ihre Funktion erfüllten. Und mit dem aktuellen Kurseinbruch seit Monatsbeginn wird es nun spannend, ob Unterstützungslinien (grün) Halt bieten können und sich womöglich ein Abwärtstrendkanal (weiter) etabliert.
Wirtschaft und Inflation könnten 2026 zulegen
Da die jüngste Abwärtswelle des Bund-Future bereits nach dem Fehlausbruch ab Mitte Oktober startete, sind es nicht erst die Aussagen von Isabel Schnabel, welche die Erwartungen an steigende Zinsen in Deutschland und Europa geschürt haben. Vielmehr dürften es die Konjunkturdaten der jüngeren Vergangenheit gewesen sein, die darauf hindeuten, dass die Wirtschaft das Tal durchschritten hat und sich über zunehmende Aktivität freuen kann. Dazu beitragen dürfte auch der massive Anstieg der staatlichen Ausgaben für Verteidigung und Infrastruktur vor allem in Deutschland.
Bereits Ende Oktober hatten die Experten der EZB-Geldpolitik ihre Erwartungen an das Wirtschaftswachstum im Euroraum für das zu Ende gehende Jahr minimal angehoben, von zuvor +1,1 auf +1,2 %. Seitdem gab es Wirtschaftsdaten, die auf ein leicht stärkeres Wachstum am Jahresende hindeuten. Isabel Schnabel deutete vor diesem Hintergrund an, dass neue Wachstumsprognosen auf der Zinssitzung am 18. Dezember nach oben korrigiert werden könnten. Und vielleicht gilt das auch für die Inflation.
Der Euro profitiert kaum
Vor diesem Hintergrund verwundert es ein wenig, dass der Euro nicht stärker von diesen Entwicklungen profitieren kann. Er hat zwar gegenüber dem US-Dollar jüngst zugelegt und nach einem höheren Tief ein höheres Hoch gebildet, so dass immerhin wieder ein Aufwärtstrend vorliegt, dieser verläuft aber sehr flach (grün im folgenden Chart).
Und seit dem Hoch des letzten fünfgliedrigen Anstiegs (blau) von Anfang Juli wechseln sich Auf- und Abwärtstendenzen ab, so dass der EUR/USD letztlich seit Monaten lediglich seitwärts tendiert.
Grundsätzlich sind solche Seitwärtsbewegungen nach vorherigen Kursanstiegen aber bullisch zu werten, weil sie als trendbestätigend gelten. Je länger sie allerdings dauern, desto mehr verlieren sie diesen Charakter. Und aktuell gibt es ja auch gute Argumente, die für den Dollar sprechen. So sind die Zinsen in den USA immer noch deutlich höher als im Euroraum, was auch für das Wirtschaftswachstum gilt. Insofern ist die ausgeglichene Kursentwicklung nachvollziehbar.
Bund-Future: Das Aufwärtspotenzial erscheint nun begrenzt
Für den Bund-Future könnten die aktuellen Entwicklungen derweil bedeuten, dass größere Aufwärtsbewegungen auf absehbare Zeit nicht mehr zu erwarten sind. Ich rechne allerdings auch nicht damit, dass sich die dynamische Abwärtstendenz fortsetzt. Stattdessen könnte ich mir vorstellen, dass die Unterstützungslinien (grün) tatsächlich Halt bieten, womöglich auch zusammen mit den Tiefs vom März bei 126,62 Punkten, und sich die Abwärtstendenz dann wieder entschleunigt.
Womöglich bleibt also auch der Bund-Future in einer Seitwärtstendenz, in der sich Auf- und Abwärtsbewegungen abwechseln. Das könnte man mit schnellen Trades ausnutzen. Man könnte also beim Bund-Future abwarten, wo die Kurse Halt finden und dann auf eine Kurserholung innerhalb des möglichen Abwärtstrendkanals setzen.
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24 Kommentare
Die Entwicklung des Bund-Future unter die roten Widerstandslinien und nun der Test der grünen Unterstützungslinien ist spannend. Ein Abwärtstrendkanal scheint sich tatsächlich zu etablieren.
Ich bin skeptisch, ob die Wirtschaft tatsächlich das Tal durchschritten hat. Die Datenlage ist doch noch recht uneinheitlich, oder täusche ich mich?
Die Auswirkungen der steigenden Zinsen auf Immobilienwerte sind besorgniserregend. Könnte es zu einem stärkeren Rückgang der Immobilienpreise kommen?
Die Aussage, dass die Erwartungen an steigende Zinsen nicht nur auf Schnabel zurückzuführen sind, sondern auch auf die Konjunkturdaten, ist wichtig. Das zeigt, dass es eine breitere Grundlage für diese Entwicklung gibt.
Die Erhöhung der Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe könnte die Finanzierung von Staatsanleihen erschweren. Wie wird sich das auf die Staatsverschuldung auswirken?
Wenn die EZB am 18. Dezember ihre Wachstumsprognosen tatsächlich nach oben korrigiert, wäre das ein starkes Signal. Aber reicht das, um die Inflation in den Griff zu bekommen?
Die Erwartungshaltung an die Fed ist abwartend, während die EZB Zinserhöhungen in Erwägung zieht. Könnte diese Divergenz zu weiteren Schwankungen am Devisenmarkt führen?
Der Kurs des EUR/USD bei 1,16349 $ scheint im Moment wenig Spielraum für eine größere Bewegung zu haben. Ist das eine Phase der Konsolidierung?
Die Erwartung, dass die Wirtschaft und die Inflation im Jahr 2026 zulegen könnten, ist optimistisch. Welche Faktoren könnten diese Entwicklung unterstützen?
Die Tatsache, dass die Aussagen von Isabel Schnabel erst nach den Konjunkturdaten kamen, deutet auf eine Reaktion der EZB auf die wirtschaftliche Entwicklung hin. Ist das ein Zeichen für eine datenabhängige Geldpolitik?
Die Aussage von Isabel Schnabel, dass der Markt mit einer weiteren Zinserhöhung rechnet, scheint den Bund-Future stark beeinflusst zu haben, der ja bereits auf das niedrigste Niveau seit März gefallen ist. Ist das ein überproportionaler Rückgang im Vergleich zu anderen Faktoren?
Die Tatsache, dass die Märkte bereits mit einer Zinserhöhung rechnen, könnte die EZB unter Druck setzen, tatsächlich zu handeln. Andernfalls könnte das Vertrauen in die Glaubwürdigkeit der Zentralbank leiden.
Ich finde es gut, dass die EZB ihre Wachstumsprognosen für den Euroraum leicht angehoben hat, von 1,1 % auf 1,2 %. Das zeigt zumindest eine gewisse Zuversicht in die wirtschaftliche Entwicklung.
Die Analyse des Charts mit den roten und grünen Linien ist sehr aufschlussreich. Es zeigt deutlich, wie der Bund-Future in einen Abwärtstrend geraten ist.
Die Anhebung der Wachstumsprognose von 1,1 % auf 1,2 % ist zwar positiv, aber immer noch relativ moderat. Reicht das aus, um die Bedenken hinsichtlich einer Rezession zu zerstreuen?
Der Chart zeigt deutlich, dass der Ausbruch unter 128,73 Punkte kein Zufall war, sondern Teil einer längerfristigen Abwärtstendenz. Wie stabil sind die grünen Unterstützungslinien wirklich?
Die steigenden staatlichen Ausgaben für Verteidigung und Infrastruktur könnten kurzfristig das Wachstum ankurbeln, aber langfristig zu einer höheren Staatsverschuldung führen. Ist das ein akzeptabler Kompromiss?
Ich beobachte den Bund-Future (WKN: 965264) schon länger und muss sagen, dass der aktuelle Kursverfall nicht überraschend kommt. Die Abwärtstendenz war ja schon länger erkennbar.
Mich wundert, dass der EUR/USD Kurs bei 1,16349 $ kaum reagiert hat, obwohl die EZB offensichtlich zu restriktiveren Maßnahmen tendiert. Wäre eine Stärkung des Euro nicht logisch gewesen?
Die Tatsache, dass zinssensible Aktien wie Immobilienwerte nachgeben, ist ein logisches Ergebnis der steigenden Renditen. Welche anderen Sektoren könnten besonders betroffen sein?
Der Anstieg der Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe auf über 2,8 % ist bemerkenswert. Könnte das ein Vorbote für höhere Kreditkosten für Unternehmen und Verbraucher sein?
Die Erwähnung des Fehlversuchs, in die Seitwärtsspanne zurückzukehren, ist ein guter Hinweis auf die Schwäche des Bund-Future. Wann könnte ein erneuter Anlauf erfolgen?
Die Erwähnung der staatlichen Ausgaben für Verteidigung und Infrastruktur in Deutschland als Wachstumstreiber ist interessant. Wie hoch ist der erwartete Einfluss dieser Ausgaben konkret?
Ich frage mich, ob der Euro langfristig von der restriktiveren Haltung der EZB profitieren wird. Oder wird die Stärke des US-Dollars weiterhin dominieren?