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Inflation ist kein Unfall. Sie ist ein wiederkehrendes Muster im Spiel von Wirtschaft und
Finanzen – und Zinssparer gehen stets erneut als Verlierer daraus hervor. Als in der Corona-Krise ab 2020 die globalen Lieferketten zusammenbrachen und mit Ausbruch des Ukraine-Krieges 2022 auch
noch die Energiepreise explodierten, folgte der Preis-Schock: Die Inflation in der Euro-Zone schoss auf über 10%. Arbeitnehmer und Rentner konnten dies – wenn auch zeitverzögert – über
entsprechende Lohn- und Rentensteigerungen kompensieren. Sparer, allen voran Zinssparer, konnten das hingegen nicht: Wer sein sauer Erspartes in Sparbüchern, Tagesgeld oder Lebensversicherungen
hortete, verlor damals real massiv an Kaufkraft. Zwar hob die EZB den Leitzins seinerzeit auf bis zu 4% an. Doch erstens kamen diese Zinsen bei den meisten Sparern nie an, weil die Banken sie
schlicht nicht an sie weitergegeben haben. Und zweitens waren sie ohnehin viel zu niedrig, um die Inflation auszugleichen. Die Rechnung ist simpel: Aus 100.000 Euro wurden bei bestenfalls 4% Zinsen
nach einem Jahr 104.000 Euro – nach Steuern rund 103.000 Euro. Die Inflation hingegen verteuerte denselben Warenkorb zeitgleich von 100.000 Euro auf über 110.000 Euro. Ergebnis: Sparer verloren
innerhalb von nur zwölf Monaten über 7% ihrer Kaufkraft. Doch damit war die Inflationswelle noch nicht beendet. Insgesamt stiegen die Preise hierzulande zwischen Anfang 2021 und Ende 2023 um rund
17%. Und jetzt? Mit dem Iran-Krieg droht der nächste Inflations-Schock: Die Sperrung der Straße von Hormus lässt die Energiepreise erneut explodieren. Gleichzeitig wird Infrastruktur zerstört,
deren Wiederaufbau Jahre dauern kann. Das Angebot verknappt sich, die Preise reagieren sofort: Seit Ende Februar ist der Ölpreis bereits von rund 70 auf
zeitweise fast 120 US-Dollar gestiegen. Ein neuerlicher Inflations-Schub ist damit keine Frage des „Ob“, sondern des „Wie stark“. Zwar ist es zu früh, einen neuerlichen Preis-Schock wie 2022 mit
zweistelligen Inflationsraten sicher vorherzusagen – ausgeschlossen ist er jedoch nicht. Und wenn die Inflation erst einmal da ist, hat das Ersparte bereits an Wert verloren. Wer sich vor ihr
schützen will, muss der Inflation daher zuvorkommen. Langfristig bieten nur Sachwerte Schutz – Gold, Immobilien, Aktien. Kurzfristig erscheinen jedoch zwei dieser
Anlageklassen problematisch: Gold befindet sich nach seinem beeindruckenden Bullenmarkt seit einigen Wochen in einer Korrekturphase. Angesichts der vorausgegangenen Preisverdreifachung in den
letzten drei Jahren ist das Abwärtspotenzial weiter erheblich. Die ebenfalls zuvor jahrelange Immobilienpreis-Rally wurde hingegen bereits 2022 jäh beendet – von steigenden Zinsen, die für
Immobilien seit jeher Gift sind. Auch diesmal wird die EZB angesichts eines drohenden Preis-Schocks wohl kaum darum herumkommen, die Zinsen zu erhöhen und damit den Gegenwind für Immobilienpreise
erneut zu entfachen. Bleiben Aktien. Auch sie schwanken aktuell angesichts des Iran-Krieges und resultierender Konjunktursorgen. Unternehmensbeteiligungen haben jedoch einen entscheidenden Vorteil:
Unternehmen leiden zwar einerseits unter steigenden Preisen bei Einkauf und Personalkosten – sie können ihre Absatzpreise allerdings in Inflationszeiten auch nach oben anpassen. Inflation ist für
Unternehmen damit in der Regel ein durchlaufender Posten. Die Firmen sind somit gegen sie immun. Ein breit gestreutes Portfolio aus internationalen Qualitätsaktien war deshalb historisch der beste
Inflations-Schutz.

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