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BERLIN (dpa-AFX) – Nach dem großflächigen Stromausfall hat der Südwesten Berlins die erste Nacht in Kälte und Dunkelheit verbracht. Viele Menschen aus den betroffenen 45.000 Haushalten und 2.200 Firmen suchten Zuflucht bei Freunden oder Familie oder in einer Notunterkunft. Wie viele letztlich bei Schnee und Kälte in ihren oft nicht mehr beheizbaren Häusern ausharrten, war zunächst unklar.

Am frühen Samstagmorgen hatte der Brand an einer Kabelbrücke über den Teltowkanal zum Kraftwerk Lichterfelde wichtige Leitungen beschädigt. Die Polizei ermittelt wegen Brandstiftung. Dem für politische Straftaten zuständigen Staatsschutz lag auch ein Bekennerschreiben vor, das nach offiziellen Angaben auf Echtheit geprüft wurde. Wer dahinterstecken könnte, war zunächst nicht bekannt. Man gehe von einer mutwilligen Tat aus, sagte eine Sprecherin von Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey. Die sehr dicken Hochspannungskabel wären sonst kaum derart zu beschädigen.

Notlage dauert noch tagelang

Betroffen waren die Stadtteile Nikolassee, Zehlendorf, Wannsee und Lichterfelde. Die Schäden am Stromnetz sind nach Angaben des Betreibers Stromnetz Berlin so schwerwiegend und die Reparatur so kompliziert, dass die Notlage außergewöhnlich lange dauern wird: Erst am Donnerstagnachmittag könnten wohl alle Stromkunden wieder versorgt werden, hieß es von Stromnetz Berlin. Giffeys Sprecherin sagte, normalerweise würde die Verlegung solcher Hochspannungskabeln fünf Wochen in Anspruch nehmen. Binnen weniger Tage werde nun zunächst ein Provisorium errichtet.

Der Bezirk Steglitz-Zehlendorf richtete Notunterkünfte ein, auch das Gemeindehaus der Emmaus-Kirchengemeinde öffnete zeitweise für Menschen, die sich aufwärmen und ihre Handys aufladen wollten. Das Rathaus Zehlendorf stellte hierfür sein Foyer zur Verfügung. Im Jugendkeller der Paulus-Gemeinde und im Matthäus Gemeindehaus am Steglitzer Kreisel können sich die Menschen ab den Morgenstunden aufwärmen. Der Bezirk schrieb aber auch: „Da der Stromausfall noch auf unbestimmte Zeit andauern wird, weichen Sie bitte auf Familie, Freunde und Bekannte aus.“

Notunterkünfte bislang nur gering ausgelastet

Der Bezirksstadtrat Tim Richter (CDU) geht davon aus, dass der Bedarf nach Unterkunftsplätzen in den kommenden Tagen steigen werde. Jetzt seien die Wohnungen noch relativ warm, sagte Richter, aber in den kommenden Tagen würden Minusgrade in der Nacht erwartet. Dann kühlten die Wohnungen und Häuser aus, weil Heizungen nicht mehr funktionieren. Der Bezirk habe bereits am Samstag zwei Notunterkünfte aufgebaut. Weitere sollen am Sonntag folgen.

Wie eine Mitarbeiterin des Roten Kreuzes in einer Notunterkunft berichtet, würden einige Menschen nur kurz bleiben, um sich aufzuwärmen oder das Handy zu laden. Einige hätten sich auch heißes Wasser in Thermoskannen abgefüllt. Bislang sei die Auslastung gering

– 250 Betten stünden zur Verfügung. In der Notunterkunft bekommen die

Menschen auch eine warme Mahlzeit und können duschen.

Heizung ausgefallen

Die Polizei zeigte mit Hunderten Beamten verstärkt Präsenz auf den dunklen, verschneiten Straßen. An einigen Punkten errichtete sie Lichtmasten, um mehr Sicherheit und Sichtbarkeit zu schaffen. Der Stromausfall bedeutete auch, dass neben der Straßenbeleuchtung auch Alarmanlagen nicht mehr funktionierten.

Schon tagsüber mussten Supermärkte und viele Läden schließen, weil ohne Elektrizität nichts mehr ging. Heizungen funktionieren ohne Strom ebenfalls meist nicht, weil der für Pumpen und Regler gebraucht wird. Sogar die Fernwärme war nach Angaben des Senats beeinträchtigt, weil die Pumpen ohne Strom die Wärme nicht zuverlässig transportieren.

Handy sparsam nutzen

Im Gebiet des Stromausfalls liegen auch mehrere Pflegeheime, deren Bewohner teils in andere Einrichtungen gebracht wurden. Krankenhäuser stellten auf Notstromversorgung um.

Die Polizei informierte per Lautsprecherwagen und gab auch über soziale Netzwerke Tipps: „Prüfen Sie daher, ob Sie die Möglichkeit haben, bei Freunden oder Verwandten unterzukommen. Nutzen Sie Mobiltelefone sparsam. Denken Sie an ältere oder hilfsbedürftige Personen und bieten Sie Hilfe an. Halten Sie für die Abendstunden Taschenlampen oder batteriebetriebene Leuchten bereit.“/vsr/mgn/DP/zb

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Die Onvista Media GmbH ist ein deutsches Medienunternehmen mit Sitz in Köln. Von 2007 bis 2017 gehörte es zu Boursorama. Während dieser Zeit wurde die Onvista Bank gegründet. 2017 übernahm die Comdirect Bank sowohl Onvista Media als auch die Onvista Bank. Seit der Verschmelzung der Comdirect Bank auf die Commerzbank im November 2020 ist Onvista Media eine Tochtergesellschaft der Commerzbank AG. Die Onvista Bank ist eine Marke der Commerzbank, die bis Ende des Jahres 2025 eingestellt werden soll.

14 Kommentare

  1. Hans Schneider am

    Ich wohne in Zehlendorf und bin glücklicherweise nicht direkt betroffen, aber die Situation ist trotzdem beängstigend. Die Vorstellung, tagelang ohne Heizung bei Schnee und Kälte zu sein, ist schrecklich.

  2. Ein Bekennerschreiben wegen Brandstiftung? Das deutet auf eine gezielte Aktion hin, und die Ermittlungen des Staatsschutzes sind absolut notwendig, um die Hintergründe aufzudecken und weitere Vorfälle zu verhindern.

  3. Jonas U. Hoffmann am

    Die Tatsache, dass die Menschen in den Notunterkünften nur kurz bleiben, um ihre Handys aufzuladen, zeigt, wie sehr wir auf moderne Technologie angewiesen sind, selbst in einer Notsituation. Es ist aber auch ein Zeichen dafür, dass die Unterkünfte vielleicht nicht alle Bedürfnisse abdecken.

  4. Es ist positiv, dass das Rathaus Zehlendorf sein Foyer zur Verfügung stellt, aber reicht das aus, um wirklich zu helfen? Die Bereitstellung von warmem Wasser in Thermoskannen durch das Rote Kreuz ist eine kleine, aber wichtige Geste.

  5. Peter B. Weber am

    Ich frage mich, ob die betroffenen Firmen finanzielle Entschädigungen für den Produktionsausfall erhalten werden. 2.200 Unternehmen sind betroffen, das könnte erhebliche wirtschaftliche Folgen haben.

  6. Die Aussage, dass die Reparatur der Hochspannungskabel normalerweise fünf Wochen dauern würde, ist beunruhigend. Dass ein Provisorium innerhalb weniger Tage errichtet werden soll, klingt nach einer riskanten Lösung, die möglicherweise nicht die volle Kapazität wiederherstellt.

  7. Die Aussage der Sprecherin von Wirtschaftssenatorin Giffey, dass die Kabel kaum derart beschädigt werden könnten, wenn es sich nicht um eine mutwillige Tat handelte, klingt nach einer klaren Botschaft. Es scheint wenig Zweifel an Brandstiftung zu geben.

  8. Die Brandursache an der Kabelbrücke über den Teltowkanal ist entscheidend. War es ein Konstruktionsfehler, mangelnde Wartung oder tatsächlich Brandstiftung? Die Antwort darauf wird zeigen, wie man solche Ausfälle in Zukunft verhindern kann.

  9. Es ist gut, dass der Bezirk Steglitz-Zehlendorf so schnell Notunterkünfte eingerichtet hat, aber nur 250 Betten für so viele Betroffene scheinen mir zu wenig. Ich hoffe, die Auslastung steigt nicht zu schnell an.

  10. 45.000 Haushalte und 2.200 Firmen ohne Strom – das ist eine enorme Zahl für Berlin. Wie konnte es zu so einem massiven Ausfall kommen, und welche Sicherheitsvorkehrungen gibt es eigentlich für solche Kabelbrücken?

  11. Die Notunterkünfte in der Emmaus-Kirchengemeinde und der Paulus-Gemeinde sind eine tolle Initiative. Es ist wichtig, dass die Gemeinschaft in solchen Zeiten zusammenhält und Hilfe anbietet.

  12. Anna C. Fischer am

    Die geringe Auslastung der Notunterkünfte könnte daran liegen, dass viele Menschen tatsächlich bei Freunden und Familie untergekommen sind, wie der Bezirk vorschlägt. Aber das bedeutet auch, dass die Kapazitäten bei den Gastgebern stark beansprucht werden.

  13. Es ist bemerkenswert, dass die Stromversorgung erst am Donnerstagnachmittag vollständig wiederhergestellt werden soll. Das bedeutet fast eine Woche ohne Strom für viele Menschen – eine lange Zeit, besonders im Winter.

    • Genau, und die Prognose von Minusgraden in der Nacht verschärft die Situation noch. Die Abhängigkeit von der Stromversorgung für die Heizung wird hier besonders deutlich.

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