Frost und nasskalte Witterung zu Beginn des Jahres hatten das Fassadengeschäft belastet. Im zweiten Quartal gelang dem Bauzulieferer Sto die Aufholjagd: Der Konzernumsatz im ersten Halbjahr 2026 stieg auf 805,5 Millionen Euro, nach 777,1 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum – ein Plus von 3,7 Prozent.

Sto SE & Co. KGaA

WKN 727413 · ISIN DE0007274136

Chart: XETRA, 3 Monate · Kursangabe im Text: Schlusskurs vom 31. August 2026

Das Betriebsergebnis verbesserte sich deutlich stärker als der Umsatz. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern legte um rund ein Fünftel auf 30,5 Millionen Euro zu, das Vorsteuerergebnis wuchs von 25,6 auf 29,9 Millionen Euro. Die Vorsteuermarge verbesserte sich auf 3,7 Prozent, nach 3,3 Prozent im ersten Halbjahr 2025. Gestiegene Beschaffungskosten – die das Unternehmen auf den Iran-Krieg zurückführt – und Preisdruck durch den intensivierten Wettbewerb schlugen sich nieder. Das Ergebnis je Kommanditvorzugsaktie stieg auf 2,92 Euro, nach 2,58 Euro im Vorjahr.

Ob das zweite Halbjahr den Schwung trägt, bleibt offen. Die Jahresprognose hält Sto unverändert aufrecht: ein Konzernumsatz von 1,62 Milliarden Euro und ein Betriebsergebnis zwischen 56 und 76 Millionen Euro. Die Spanne ist breit, weil das Unternehmen die Folgen des Konflikts zwischen dem Iran, Israel und den USA für Rohstoffpreise und Frachtkosten nicht verlässlich einschätzen kann.

Regional zeigt sich ein gemischtes Bild. Das größte Segment Westeuropa wuchs um 4,5 Prozent auf 623,1 Millionen Euro, getragen von Deutschland, Österreich, Spanien und der Schweiz. In Frankreich verschoben sich mehrere Großprojekte, nachdem staatliche Förderprogramme angepasst worden waren. Das Segment Nord-/Osteuropa legte um 9,1 Prozent auf 84,0 Millionen Euro zu, wobei Währungseffekte einen Teil dieses Anstiegs erklären. Im Segment Amerika/Asien/Pazifik schrumpfte der Umsatz um 5,0 Prozent auf 98,4 Millionen Euro. Dort belasteten der schwächere US-Dollar sowie die Einstellung des Betriebs der kanadischen Gesellschaft Skyrise Prefab Building Solutions; das zugehörige Produktgeschäft mit StoPanel führt Sto in Nordamerika weiter.

Die Aktie legte am Tag der Mitteilung auf 103,40 Euro zu und gewann damit gegenüber dem Vortagesschluss von 95,00 Euro rund 8,8 Prozent.

Der operative Cashflow fiel im ersten Halbjahr auf minus 19,2 Millionen Euro, nach minus 0,7 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Sto führt das auf einen vorausschauenden Lageraufbau zurück: Die Vorräte stiegen deutlich, weil das Unternehmen auf erwartete Preissteigerungen bei Rohstoffen reagierte. Das Netto-Finanzguthaben belief sich zur Jahresmitte auf 100,6 Millionen Euro, die Eigenkapitalquote auf 63,3 Prozent.

Weltweit beschäftigte Sto zum 30. Juni 5.507 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – 27 weniger als ein Jahr zuvor. Die Reduktion entfiel auf Standorte in China, wo das Unternehmen die dortige Gesellschaft auf den Innenraum- und Renovierungsbereich ausrichtet, sowie auf die Abwicklung der kanadischen Gesellschaft.

Das volle Jahresergebnis hängt vor allem davon ab, wie stark sich der Nahost-Konflikt auf Materialpreise und Nachfrage auswirkt – eine Frage, die Sto nach eigener Aussage derzeit nicht sicher beantworten kann.

Dieser Beitrag ist eine journalistische Einordnung und keine Anlageberatung. Er stellt keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar.

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