Der Modehandel hat am Dienstag, 4. August 2026, für die schwächsten Nachrichten des Berichtstags gesorgt. Zalando verfehlte im zweiten Quartal sowohl die Umsatz- als auch die Gewinnerwartungen, obwohl der Online-Händler von der Übernahme des Wettbewerbers About You und einem starken Geschäft mit Firmenkunden profitierte. Die Aktie zählte zu den größten Verlierern im Dax.

Zalando konkretisiert die Jahresziele

Das Management präzisierte zugleich seine Prognose für das laufende Geschäftsjahr. Nach Darstellung des Unternehmens spiegelt die angepasste Jahresprognose lediglich das erste Halbjahr wider und keine veränderten Erwartungen für die weiteren Monate. An der Börse überzeugte diese Begründung nicht: Anleger reagierten mit Verkäufen.

Hugo Boss setzt auf Profitabilität statt Wachstum

Beim Modekonzern Hugo Boss belasten eine gedämpfte Konsumstimmung – vor allem in Europa – und der laufende Konzernumbau das Geschäft. Umsatz und Ergebnis gingen im zweiten Quartal deutlich zurück. Konzernchef Daniel Grieder verwies auf Fortschritte bei der Restrukturierung. Angesichts des schwierigen Marktumfelds will das Unternehmen den Fokus stärker auf die Profitabilität als auf Wachstum legen.

Lufthansa: Kerosin und Streiks drücken den Gewinn

Deutlich unter Druck stand auch die Deutsche Lufthansa. Teures Kerosin und Streiks der eigenen Crews belasteten den Frühsommer: Das bereinigte operative Ergebnis brach um 56 Prozent auf 383 Millionen Euro ein, trotz höherer Ticketpreise. Für die zweite Jahreshälfte stellte der MDax-Konzern keine sinkenden Preise in Aussicht. Vorstandschef Carsten Spohr hält für das Gesamtjahr inzwischen auch einen Gewinnrückgang für möglich.

Bayer, FMC und Continental

Positiv fiel die Bilanz bei Bayer aus: Der Konzern übertraf die Erwartungen dank guter Agrargeschäfte und Kostensenkungen, zudem legten die Verkäufe neuerer Pharma-Präparate zu. JPMorgan-Analyst Richard Vosser sprach von starken Geschäftszahlen. Der Kurs zog im frühen Handel an.

Fresenius Medical Care verdiente dank Sparprogramm, höherer Vergütungen und einer Sondererstattung in den USA überraschend viel, die Aktie gab dennoch nach – am Markt überwogen Bedenken wegen der Sondereffekte und enttäuschender Behandlungszahlen in den USA. Continental profitierte weiter von großen, teuren Reifen und günstigeren Materialkosten. Finanzchef Roland Welzbacher stimmte jedoch auf Gegenwind ein: Die Profitabilität im Reifengeschäft soll im zweiten Halbjahr schwächer ausfallen, unter anderem wegen des Iran-Kriegs und gestiegener Rohölpreise.

US-Unternehmen: Palantir mit kräftigem Wachstum

Aus den USA kam die auffälligste Wachstumszahl von der Datenanalyse-Firma Palantir: Der Umsatz stieg um 93 Prozent auf knapp 1,94 Milliarden Dollar, Analysten hatten im Schnitt 1,8 Milliarden Dollar erwartet. Caterpillar verdiente deutlich mehr, gestützt vom Strombedarf neuer KI-Rechenzentren, und lag über den Analystenschätzungen. Pfizer hob die Umsatzspanne für das Gesamtjahr auf 60,5 bis 62,5 Milliarden Dollar an, das untere Ende liegt eine Milliarde Dollar höher als zuvor. Merck & Co erhöhte die Umsatzziele für 2026 leicht, senkte aber wegen der Übernahme von Terns Pharmaceuticals die Gewinnprognose.

Spotify blieb mit dem Ausblick auf das dritte Quartal hinter den Erwartungen zurück und rechnet mit 788 Millionen monatlichen Nutzern sowie einem operativen Gewinn von 670 Millionen Euro bei 5 Milliarden Euro Umsatz. Bei McDonald’s wuchs der Umsatz auf vergleichbarer Basis in den USA nur um 0,8 Prozent. Die britische Großbank HSBC hob ihr jährliches Sparziel von 1,5 auf 2 Milliarden Dollar an und nahm Aktienrückkäufe wieder auf.

Quelle: FinanzNachrichten.de: Nachrichten zu Bekleidung/Textil

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