Halliburton Labs hat drei weitere Unternehmen in sein Förderprogramm aufgenommen. Electroflow, Osmoses und SiTration ergänzen das Portfolio der Halliburton-Tochter, wie das Unternehmen mitteilte. Die drei Ventures arbeiten nach Angaben von Halliburton Labs an Technologien für Batteriematerialien, die Rückgewinnung von Rohstoffen und die Trennung von Gasen.

Halliburton Labs ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Halliburton Company (NYSE: HAL). Die Einheit arbeitet mit Hardtech-Start-ups in frühen Entwicklungsphasen zusammen und stellt ihnen Branchenwissen, Anlagen sowie ein Netzwerk aus industriellen Partnern und Investoren zur Verfügung. Der Begriff Hardtech bezeichnet Technologien, die physische Anlagen, Materialien oder Produktionsprozesse betreffen – im Unterschied zu reinen Softwaregeschäftsmodellen. Zu finanziellen Konditionen der Aufnahme machte Halliburton Labs keine Angaben.

Managing Director verweist auf industrielle Engpässe

Andres Cabada, Managing Director von Halliburton Labs, ordnete die Auswahl in der Mitteilung ein.

„Bezahlbare und verlässliche Moleküle sind wesentliche Bausteine der Energiezukunft“, sagte Cabada. Jedes der Unternehmen bringe eine technische Lösung für eine komplexe industrielle Herausforderung mit.

Nach Darstellung von Halliburton Labs adressieren die drei Firmen Material- und Prozessengpässe, die zwischen dem heutigen Energiesystem und künftigen Anwendungen stehen. Halliburton Labs will die drei Unternehmen beim Hochskalieren und beim Einsatz ihrer Technologien begleiten.

Electroflow: Kathodenmaterial direkt aus Lithiumsole

Electroflow beschäftigt sich mit der Herstellung von Lithium-Eisenphosphat-Kathodenmaterial, kurz LFP. Dieses Material wird in Batterien für Elektrofahrzeuge, stationäre Netzspeicher und die industrielle Elektrifizierung verwendet. Electroflow gewinnt das Kathodenmaterial direkt aus Lithiumsolen – also aus salzhaltigen Lösungen, in denen Lithium natürlich vorkommt.

Die firmeneigene Plattform verbindet die Lithiumgewinnung und die Produktion des Kathodenmaterials nach Unternehmensangaben in einem dreistufigen Verfahren. Damit sollen sich auch Solevorkommen mit niedriger Lithiumkonzentration erschließen lassen. Ziel ist es nach Darstellung des Unternehmens, die Batterielieferkette in Nordamerika zu stärken und eine skalierbare heimische Fertigung zu ermöglichen.

Osmoses: Membranen für die Gastrennung

Osmoses arbeitet an der industriellen Gastrennung. Dieser Prozess wird bei der Herstellung von Kraftstoffen, Chemikalien und weiteren industriellen Produkten eingesetzt und beansprucht nach Angaben in der Mitteilung einen erheblichen Teil des weltweiten Energieverbrauchs.

Die Membranplattform von Osmoses soll Energieeinsatz, Kosten und Emissionen der Gastrennung senken. Als Anwendungsfelder nennt das Unternehmen erneuerbares Erdgas, Wasserstoff, Helium sowie weitere industrielle Einsatzgebiete. Konkrete Leistungsdaten oder Vergleichswerte zu bestehenden Verfahren wurden nicht genannt.

SiTration: Kupfer aus Bergbauabfällen

SiTration zielt auf die Rückgewinnung kritischer Metalle aus Abfallströmen des Bergbaus. Das Unternehmen setzt dafür patentierte Verfahren zur Elektroextraktion und Filtration ein. Marktfähiges Kupfer soll in einem einstufigen, ausschließlich strombetriebenen Prozess zurückgewonnen werden.

Halliburton Labs verweist in der Mitteilung auf das Volumen des Marktes: Weltweit sollen in Bergbauabfällen Kupferbestände im geschätzten Wert von 500 Milliarden US-Dollar stecken. Nach Darstellung des Unternehmens bietet der Ansatz einen schnelleren und kostengünstigeren Weg zur Rohstoffgewinnung als die Erschließung neuer Minen.

Die Plattform lasse sich zudem zur Rückgewinnung von Edelmetallen sowie zur Herstellung von Seltenerdkonzentraten aus verschiedenen Bergbaustoffströmen nutzen. SiTration verweist auf abgeschlossene Pilotprojekte mit Tier-1-Bergbauunternehmen auf mehreren Kontinenten. Namen der beteiligten Konzerne wurden nicht genannt.

Einordnung des Programms

Halliburton Labs stellt nach eigener Darstellung globale industrielle Kapazitäten für junge Hardtech-Unternehmen aus dem Energiebereich bereit, damit diese schneller wachsen können. Das Angebot umfasst Fachwissen, Infrastruktur, Geschäftsnetzwerke und langfristig angelegte Unterstützung.

Die Aufnahme der drei Unternehmen fügt sich nach Angaben der Halliburton-Tochter in ihre Strategie ein, Gründer zu unterstützen, die praxisnahe Lösungen für das sich verändernde Energie- und Industrieumfeld entwickeln. Angaben zur Zahl der insgesamt im Portfolio geführten Unternehmen oder zu Laufzeiten der Zusammenarbeit enthielt die Mitteilung nicht.

Kursentwicklung zum Zeitpunkt der Meldung

Die Halliburton-Aktie notierte zum Veröffentlichungszeitpunkt der Nachricht an der Handelsplattform Tradegate mit einem Plus. Halliburton wurde am 20. August 2026 um 14:09 Uhr bei 30,06 Euro und 0,20 Prozent im Plus gehandelt. Eine unmittelbare Kursreaktion auf die Portfolio-Meldung lässt sich daraus nicht ableiten.

Quelle: Nachrichten Ticker – www.wallstreet-online.de

Dieser Beitrag ist eine journalistische Einordnung und keine Anlageberatung. Er stellt keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar.

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