Die an der SIX Swiss Exchange notierte Kuros Biosciences AG hat für das erste Halbjahr 2026 einen Umsatzanstieg um 45 Prozent auf 92,4 Millionen US-Dollar gemeldet. Im Vorjahreszeitraum hatte der Medizinprodukteumsatz noch 63,5 Millionen US-Dollar betragen. Das Unternehmen mit Sitz in Schlieren bei Zürich veröffentlichte die Zahlen am 13. August 2026 als Ad-hoc-Mitteilung nach Artikel 53 des SIX-Kotierungsreglements.

Vom Verlust in den Gewinn

Operativ verdiente Kuros 5,2 Millionen US-Dollar, nach 3,5 Millionen US-Dollar in der Vorjahresperiode. Unter dem Strich weist die Gruppe einen Nettogewinn von 4,4 Millionen US-Dollar aus, gegenüber einem Verlust von 2,0 Millionen US-Dollar im ersten Halbjahr 2025. Das Ergebnis je Aktie drehte damit von minus 0,05 US-Dollar auf plus 0,11 US-Dollar. Wesentlich für den Umschwung war neben dem Umsatzwachstum das Finanzergebnis, das mit plus 0,7 Millionen US-Dollar positiv ausfiel, nachdem es im Vorjahr mit minus 3,4 Millionen US-Dollar belastet hatte.

Das ausgewiesene EBITDA stieg um 46 Prozent auf 7,4 Millionen US-Dollar (Vorjahr: 5,1 Millionen US-Dollar). Das bereinigte EBITDA legte um 61 Prozent auf 12,5 Millionen US-Dollar zu, was einer Marge von 13,6 Prozent entspricht; im Vorjahr lag sie bei 12,3 Prozent. In der bereinigten Kennzahl rechnet Kuros unter anderem aktienbasierte Vergütungen samt Sozialabgaben, Entwicklungskosten der eingestellten Fibrin-PTH-Studie sowie temporäre zollbedingte Kosten heraus. Bereinigte Größen sind nicht nach IFRS definiert und daher nur eingeschränkt mit den ausgewiesenen Zahlen vergleichbar.

Kosten wachsen mit dem Vertrieb

Die Nettobetriebskosten kletterten von 52,8 auf 74,8 Millionen US-Dollar. Den größten Block bilden Vertrieb und Marketing: Die Vertriebskosten stiegen auf 53,3 Millionen US-Dollar nach 37,4 Millionen US-Dollar, was das Unternehmen mit einer vergrößerten Vertriebsmannschaft und höheren Distributionsaufwendungen begründet. Die Forschungs- und Entwicklungskosten erhöhten sich von 4,3 auf 7,2 Millionen US-Dollar, unter anderem wegen laufender klinischer Studien und eines größeren Personalbestands. Die Verwaltungskosten wuchsen von 11,1 auf 14,3 Millionen US-Dollar. Die Herstellkosten verdoppelten sich nahezu auf 12,4 Millionen US-Dollar, davon 1,0 Millionen US-Dollar Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungsleistungen.

Liquidität deutlich reduziert

Die Zahlungsmittel sanken auf 9,7 Millionen US-Dollar zum 30. Juni 2026, nach 19,8 Millionen US-Dollar zum Jahresende 2025. Als Gründe nennt Kuros Investitionen in den zweigleisigen Produktionsaufbau, Wachstumsinitiativen und den höheren Bedarf an Betriebskapital bei steigender Nachfrage. Die für die Finanzierung des Geschäfts verfügbaren Mittel, in die das Unternehmen auch Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Forderungen einrechnet, lagen bei 54,2 Millionen US-Dollar und damit 5,8 Millionen US-Dollar unter dem Stand von 60,0 Millionen US-Dollar zum Jahresende. Die Forderungen erhöhten sich von 40,2 auf 44,4 Millionen US-Dollar. Die immateriellen Vermögenswerte betrugen 15,2 Millionen US-Dollar, der Goodwill 23,7 Millionen US-Dollar. Nach Unternehmensangaben liegt die Liquiditätsentwicklung im Rahmen der Planung.

Prognosen bestätigt

Für das laufende Geschäftsjahr bestätigte Kuros die Prognose von mindestens 35 Prozent Umsatzwachstum und einer bereinigten EBITDA-Marge von rund 14 Prozent. Auch die mittelfristigen Ziele bleiben unverändert: Für 2028 peilt das Unternehmen einen Umsatz von 300 bis 330 Millionen US-Dollar bei einer bereinigten EBITDA-Marge von mindestens 20 Prozent an.

Vorstandschef Chris Fair sprach von einem weiteren Meilenstein in der Entwicklung zu einem profitablen Medizintechnikunternehmen. „Mit zunehmender Größe, einer gestärkten Produktionsplattform und einer weiterhin großen Marktchance gehen wir mit Zuversicht in die zweite Jahreshälfte“, erklärte er.

MagnetOs und Produktionsaufbau

Umsatzträger ist der Knochenersatzstoff MagnetOs. Nach Angaben des Unternehmens, gestützt auf Marktdaten von iData Research, ist MagnetOs inzwischen die drittgrößte Knochentransplantat-Marke nach Umsatz in den USA; weltweit seien mehr als 150.000 Patienten damit behandelt worden. Im zweiten Halbjahr sollen zusätzliche Konfigurationen der Flex-Matrix-Variante auf den Markt kommen, außerdem arbeitet Kuros an einem resorbierbaren, aushärtenden Knochendefektfüller für die Traumatologie.

Operativ hat Kuros seinen neuen US-Hauptsitz mit Produktionsstandort in Alpharetta, Georgia, eröffnet. Die Produktion dort soll im zweiten Halbjahr 2026 anlaufen, parallel wird der Standort Bilthoven in den Niederlanden erweitert. Die drei laufenden klinischen Studien der Evidenzstufe I – PROOF und PRECISE im Bereich Wirbelsäule sowie ASTRA für Fuß und Sprunggelenk – rekrutieren nach Unternehmensangaben weiter planmäßig. Eine neu veröffentlichte Studie berichtet eine zervikale Fusionsrate von 97,7 Prozent nach sechs Monaten bei Patienten mit erhöhtem Risiko.

Den Halbjahresbericht stellte Kuros auf der eigenen Website bereit; die Ergebnisse wurden am 13. August in einem Webcast erläutert. Das nächste Update folgt am 15. Oktober 2026 mit den Zahlen zum dritten Quartal.

Quelle: FinanzNachrichten.de: News

Dieser Beitrag ist eine journalistische Einordnung und keine Anlageberatung. Er stellt keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar.

Teilen.

berichtet über Aktien, Indizes und Makro-Trends mit Fokus auf klare Einordnung und praktische Relevanz. Sein/ Ihr Schwerpunkt: Marktbewegungen verstehen, Chancen und Risiken transparent machen – ohne unnötigen Lärm.

Einen Kommentar hinterlassen

/* Remove related articles only from post 95581 */ body.postid-95581 section.related-posts { display: none !important; }
Exit mobile version