Das finnische Designunternehmen Marimekko hat im zweiten Quartal 2026 einen Umsatz von 43,9 Millionen Euro erzielt und damit den Rekordwert des Vorjahresquartals von 44,5 Millionen Euro knapp verfehlt. Der Q2-Umsatz sank um ein Prozent auf 43,9 Millionen Euro, während das Betriebsergebnis merklich zurückging. Das teilte das Unternehmen mit der Vorlage seines Halbjahresberichts für den Zeitraum 1. Januar bis 30. Juni 2026 mit.
Der Rückgang ging auf den Heimatmarkt zurück. In Finnland fiel der Umsatz um sieben Prozent, weil der Einzelhandel in einem preissensiblen Marktumfeld schwächer lief und einzelne Verkaufskampagnen die Erwartungen nicht erfüllten. Der Großhandel in Finnland legte dagegen zu, gestützt unter anderem auf einmalige Aktionslieferungen. Das internationale Geschäft wuchs im zweiten Quartal um sieben Prozent, wobei die Region Asien-Pazifik den stärksten Beitrag lieferte.
Betriebsgewinn unter Druck durch höhere Fixkosten
Das Betriebsergebnis sank im zweiten Quartal um 26 Prozent auf 4,7 Millionen Euro (Vorjahr: 6,3 Millionen Euro). Der vergleichbare Betriebsgewinn – also die um Sondereffekte bereinigte Kennzahl – lag bei 5,1 Millionen Euro nach 6,5 Millionen Euro und entsprach 11,7 Prozent des Umsatzes gegenüber 14,6 Prozent im Vorjahresquartal. Belastet wurde das Ergebnis vor allem durch gestiegene Fixkosten sowie den niedrigeren Umsatz. Positiv wirkte eine verbesserte relative Verkaufsmarge. Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit erhöhte sich im Quartal von 3,9 auf 7,9 Millionen Euro.
Im ersten Halbjahr summierte sich der Umsatz auf 85,3 Millionen Euro und lag damit zwei Prozent über dem Vorjahreswert von 84,1 Millionen Euro. Die internationalen Verkäufe wuchsen um acht Prozent auf 43,1 Millionen Euro; alle internationalen Marktgebiete legten zu, den größten Zuwachs verzeichnete auch hier Asien-Pazifik. In Finnland sank der Umsatz um vier Prozent. Der vergleichbare Betriebsgewinn im Halbjahr betrug 10,4 Millionen Euro nach 10,9 Millionen Euro, was einer Marge von 12,2 Prozent entspricht (Vorjahr: 13,0 Prozent). Das Periodenergebnis stieg auf 7,7 Millionen Euro, der Gewinn je Aktie blieb mit 0,19 Euro unverändert. Die Eigenkapitalquote lag zum Ende des Berichtszeitraums bei 54,7 Prozent.
Prognose für 2026 unverändert
Marimekko bestätigte die Jahresprognose 2026: Der Konzernumsatz soll gegenüber dem Vorjahr (189,6 Millionen Euro) wachsen, die vergleichbare Betriebsgewinnmarge wird bei etwa 16 bis 19 Prozent erwartet. 2025 hatte diese Marge 17,1 Prozent betragen. Das Unternehmen verweist auf erhebliche Unsicherheiten, insbesondere bei Konsumentenvertrauen und Kaufkraft in den Hauptmärkten, sowie auf geopolitische und handelspolitische Risiken und mögliche Störungen globaler Lieferketten.
Für Finnland, das traditionell etwa die Hälfte des Konzernumsatzes ausmacht, erwartet Marimekko 2026 einen Umsatz auf Vorjahresniveau oder einen leichten Rückgang. Die einmaligen Aktionslieferungen im finnischen Großhandel sollen im Jahresvergleich zunehmen und schwerpunktmäßig im zweiten Halbjahr anfallen. Die internationalen Verkäufe sowie die Lizenzeinnahmen sollen wachsen. Die Fixkosten werden über dem Vorjahr erwartet, auch die Marketingausgaben sollen steigen (2025: 10,5 Millionen Euro).
Neue mittelfristige Finanzziele
Nach dem Ende des Berichtszeitraums hat der Verwaltungsrat angesichts des schwierigen Marktumfelds zusätzliche Ziele beschlossen. Mittelfristig – über drei bis fünf Jahre – strebt Marimekko ein jährliches Umsatzwachstum von 10 Prozent an, bei einer vergleichbaren Betriebsgewinnmarge von 20 Prozent. Die 2022 gesetzten Langfristziele von 15 Prozent Umsatzwachstum bleiben unverändert. Für das Verhältnis von Nettoschulden zu EBITDA gilt weiterhin ein Maximalwert von 2, die Ausschüttungsquote soll bei mindestens 50 Prozent des Gewinns je Aktie liegen.
Expansion in Asien
Das Filialnetz wuchs im zweiten Quartal weiter. Sechs neue Marimekko-Geschäfte in Asien wurden eröffnet, drei Pop-up-Stores in dauerhafte Läden umgewandelt. In der Region Asien-Pazifik betreibt das Unternehmen nach eigenen Angaben inzwischen mehr als 100 Läden und Shop-in-Shops; die Zahl der Geschäfte insgesamt lag zum Ende des Berichtszeitraums bei 183 gegenüber 171 ein Jahr zuvor. Marimekko trat außerdem in zwei neue Märkte ein: Im Mai öffneten erste Shop-in-Shops in drei Kaufhäusern in Manila, nach dem Berichtszeitraum folgten zwei Standorte in Indonesien. Für das Gesamtjahr sind 10 bis 15 Neueröffnungen geplant, überwiegend in Asien.
Im Quartal brachte das Unternehmen drei Kooperationskollektionen in den Handel, unter anderem mit Kalevala Jewelry, dem Accessoire-Anbieter CASETiFY und dem US-Teppichhersteller Ruggable. Vorstandschefin Tiina Alahuhta-Kasko verwies in ihrem Kommentar auf die Wetterabhängigkeit einer der Hauptkampagnen des Jahres: Der Sommerauftakt mit den Modenschauen im Helsinkier Esplanadi-Park sei von Regen beeinträchtigt worden. Die Markenumsätze – eine nicht geprüfte Schätzgröße für den Verkauf von Marimekko-Produkten zu Endkundenpreisen – lagen im Quartal bei 84,1 Millionen Euro und damit auf Vorjahresniveau; im Halbjahr sanken die Markenumsätze um 10 Prozent auf 168,1 Millionen Euro.
Quelle: FinanzNachrichten.de: News
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