Ein Konzernumsatz von 27,3 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2026 – und die eigene Prognose liegt bei 69 bis 71 Millionen Euro für das Gesamtjahr. Der Lübecker Unterwassertechnik-Hersteller Gabler Group hat damit gerade einmal etwas mehr als ein Drittel seines Jahresziels erreicht. Das ist kein Warnsignal, sondern Absicht: Das Unternehmen erwartet den Großteil seiner Umsätze und Margen planmäßig in der zweiten Jahreshälfte. Der Auftragsbestand zeigt, dass die Basis dafür vorhanden ist.
WKN A421RZ · ISIN DE000A421RZ9
Chart: XETRA, 3 Monate · Kursangabe im Text: Schlusskurs vom 24. August 2026
Zum 30. Juni 2026 lag der Gesamtauftragsbestand bei 390,4 Millionen Euro, nach 358,7 Millionen Euro zum Jahresende 2025. Im ersten Halbjahr gingen Aufträge im Wert von 51,9 Millionen Euro ein, getragen vor allem durch mehrere Großaufträge in den Kernmärkten des Unternehmens. Der Auftragsbestand sichert damit eine Visibilität, die weit über das laufende Jahr hinausreicht.
Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern erreichte 6,8 Millionen Euro, entsprechend einer bereinigten EBIT-Marge von 21,3 Prozent. Die Bereinigung umfasst IPO-bezogene Aufwendungen und Erträge sowie Abschreibungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte. Für das Gesamtjahr erwartet Gabler ein bereinigtes EBIT zwischen 17 und 19 Millionen Euro.
Gabler Group ist in drei Geschäftsbereichen tätig: U-Boot-Systeme, Unterwasserkommunikation und -daten sowie Unterwasserenergie. Als Nachfragetreiber nennt das Unternehmen steigende Investitionen in maritime Verteidigung, den Schutz kritischer Unterwasserinfrastruktur und den Einsatz autonomer Systeme. Das Unternehmen erweitert derzeit seine Produktions- und Entwicklungskapazitäten und baut eigene Vertriebsstrukturen in den Vereinigten Staaten und Kanada auf.
Die Aktie schloss am Tag der Mitteilung bei 40,60 Euro und lag damit rund zwei Prozent unter dem Vortagesschluss.
Mittelfristig strebt Gabler einen Konzernumsatz von mehr als 100 Millionen Euro an, den das Unternehmen innerhalb von drei bis fünf Jahren erreichen will. Ob dieses Ziel hält, wird sich vor allem daran zeigen, wie schnell der hohe Auftragsbestand in Umsatz umgewandelt werden kann – und ob das zweite Halbjahr die aufgeschobene Last trägt.
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