HWA AG kommt gleich zweimal mit der Hand auf. Die Affalterbach-basierte Rennsport- und Fahrzeugingenieurgesellschaft schließt im September eine zweite Bezugsrechtskapitalerhöhung an jene erste an, die der Vorstand bereits im Juli beschlossen hatte. Jetzt geht es um den zweiten Schritt desselben Transformationsplans.
WKN A0LR4P · ISIN DE000A0LR4P1
Chart: XETRA, 3 Monate
Bis zu 6.364.129 neue Inhaber-Stückaktien sollen zu einem Ausgabepreis von 1,05 Euro je Stück platziert werden – identisch mit dem Preis der ersten Runde. Das Bezugsverhältnis lautet fünf zu zwei: Je fünf bestehende Aktien berechtigen zum Kauf von zwei neuen. Für Anteilseigner läuft das Bezugsfenster voraussichtlich vom 11. bis zum 24. September 2026.
Den Gegenwert, den die neuen Aktien einbringen sollen, hat die Gesellschaft durch eine Backstop-Vereinbarung abgesichert. Die österreichische Dörflinger Management & Beteiligungs GmbH – kurz DMB –, bereits Aktionärin bei HWA, hat sich verpflichtet, bis zu 5.400.887 Aktien direkt von der Gesellschaft abzunehmen. Darüber hinaus greift DMB ein, wenn andere Bezugsberechtigte ihr Recht nicht ausüben: Sie übernimmt dann alle nicht abgenommenen Stücke zum Bezugspreis. Damit geht das Unternehmen nach eigener Einschätzung davon aus, die Kapitalerhöhung vollständig durchführen zu können.
Technisch werden die übrigen Aktien über ein mittelbares Bezugsrecht angeboten: Die Quirin Privatbank zeichnet die nicht an DMB gehenden Stücke im eigenen Namen und bietet sie anschließend den übrigen Bezugsberechtigten an. Ein Handel mit Bezugsrechten ist nicht vorgesehen. Das Bezugsangebot soll prospektfrei auf Grundlage eines Wertpapier-Informationsblattes erfolgen, dessen Billigung und Veröffentlichung für den 9. September 2026 geplant sind.
Möglicher Käufer im Hintergrund
Am Rande der Mitteilung teilt HWA mit, dass DMB und die Aufrecht GmbH von einem potenziellen Investor Kenntnis erhalten haben. Dieser habe auf unverbindlicher Basis und ohne Wertindikation sein konkretes Erwerbsinteresse an den von beiden Gesellschaftern gehaltenen Aktien – und im Fall eines positiven Abschlusses an weiteren Anteilen – signalisiert. Die Gespräche befinden sich laut Unternehmen in einem sehr frühen Stadium; über Bedingungen, Preise oder Zeitplan lässt sich derzeit nichts sagen.
Ob aus diesem Interesse jemals ein Angebot wird, bleibt offen. Fest steht vorerst nur, dass das frische Kapital aus der laufenden Runde dem erklärten Ziel dient, den Transformationsprozess des Unternehmens zu finanzieren.
Dieser Beitrag ist eine journalistische Einordnung und keine Anlageberatung. Er stellt keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar.

