Zwei Geschäfte, ein Ergebnis: Bis Ende Januar 2026 steckte in der M1 Kliniken AG neben dem Betrieb ästhetischer Fachzentren noch ein großes Pharmahandelsgeschäft. Seit dem Verkauf der HAEMATO Pharm GmbH an die PHOENIX group ist das vorbei. Was die Halbjahreszahlen zeigen, ist damit erstmals eine Gruppe, die fast ausschließlich von ihrem Kerngeschäft Beauty lebt.
WKN A0STSQ · ISIN DE000A0STSQ8
Chart: XETRA, 3 Monate · Kursangabe im Text: Schlusskurs vom 9. September 2026
Das schlägt sich in der Marge nieder. Im Beauty-Segment stieg das Ergebnis vor Zinsen und Steuern um knapp ein Viertel auf 18,6 Millionen Euro, bei einem Umsatz von 56,9 Millionen Euro – ein Zuwachs von elf Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2025. Die Marge im Beauty-Segment erreichte 32,7 Prozent und lag damit deutlich über dem mittelfristigen Ziel von mindestens 20 Prozent. Das Unternehmen führt die Verbesserung auf Effizienzgewinne in den Abläufen sowie den Ausbau ärztlicher Kapazitäten zurück.
Wer die Aktie hält, sieht jetzt eine andere Konzernstruktur als noch vor einem Jahr. Das Handelsgeschäft trieb früher den Konzernumsatz nach oben, verwässerte aber die Marge. Ohne es schrumpfen die Konzernerlöse auf 76,6 Millionen Euro. Das Bild des eigentlichen Geschäfts wird klarer.
Konzernzahlen mit Sondereffekt
Das ausgewiesene Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern lag bei 15,6 Millionen Euro. Darin steckt ein einmaliger, nicht zahlungswirksamer Buchungsverlust von 4,1 Millionen Euro aus der Entkonsolidierung der verkauften Tochter. Bereinigt um diesen Effekt erreichte das Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern 19,7 Millionen Euro – rund zehn Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Das Ergebnis je Aktie sank auf 0,52 Euro, nach 0,63 Euro im ersten Halbjahr 2025.
Das Segment Handel wies im Berichtszeitraum einen Umsatz von 19,7 Millionen Euro aus – fast ausschließlich aus dem Januar, bevor der Verkauf wirksam wurde. Das Segmentergebnis lag bei minus 3,0 Millionen Euro. Dieser Rückgang ist die direkte Folge des Verkaufs und dürfte ab dem zweiten Halbjahr vollständig aus den Zahlen fallen.
Ziele bis 2029
Für das Beauty-Segment strebt M1 Kliniken bis 2029 einen Umsatz zwischen 200 und 300 Millionen Euro an, bei einer nachhaltigen Ergebnismarge von mindestens 20 Prozent. Derzeit betreibt die Gruppe 59 Fachzentren in zehn Ländern unter der Marke M1 Med Beauty. Die Expansion soll national und international über weitere Fachzentren vorangetrieben werden.
Die M1-Aktie schloss am Tag der Mitteilung bei 20,35 Euro und legte damit gegenüber dem Vortag leicht zu. Ob das Bewertungsniveau mit einem nun rein auf Beauty ausgerichteten Konzern in Einklang steht, zeigt sich, wenn die Zahlen des zweiten Halbjahres erstmals ohne jede Handelstätigkeit vorliegen.
Dieser Beitrag ist eine journalistische Einordnung und keine Anlageberatung. Er stellt keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar.

