Drei Einrichtungen weniger, aber ein besseres Ergebnis: Die MATERNUS-Kliniken AG hat im ersten Halbjahr 2026 ihren Konzernumsatz auf 60,6 Millionen Euro gesteigert, nach 59,3 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Die Auslastung über alle Standorte kletterte auf 83,6 Prozent, verglichen mit 81,3 Prozent ein Jahr zuvor.
WKN 604400 · ISIN DE0006044001
Chart: XETRA, 3 Monate
Das zählt für alle, die das Unternehmen beobachten: Der Konzernfehlbetrag sank auf 1,9 Millionen Euro, nach 2,1 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2025. Maßgeblich dafür war ein um 0,8 Millionen Euro verbessertes Finanzergebnis – das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) hingegen fiel von 6,7 auf 5,5 Millionen Euro, weil ein Teil der Personalkosten für 2025 erst verspätet verbucht worden war.
Umbau im Pflegesegment
Im Segment Seniorenwohn- und Pflegeeinrichtungen stiegen die Umsatzerlöse leicht auf 46,9 Millionen Euro. Zum Ende März stellte MATERNUS den ambulanten Pflegedienst in Pelm ein, Ende April endete die Versorgung von Wohngruppen in Köln, und Ende August wechselte das Seniorencentrum in Stadtoldendorf den Betreiber. Die Auslastung in diesem Segment blieb mit 84,2 Prozent weitgehend stabil.
Im Segment Rehabilitation zog die Auslastung deutlich an: von 72,9 auf 83,1 Prozent. Der Segmentumsatz stieg auf 12,9 Millionen Euro. Hintergrund ist die Schließung der Bayerwald-Klinik in Cham Ende April, während die verbleibende Klinik in Bad Oeynhausen ihre belegte Bettenkapazität auf durchschnittlich 376 erhöhte, nach 317 im Vorjahr.
Personalkosten als größter Posten
Der Personalaufwand stieg im ersten Halbjahr auf 40,8 Millionen Euro – ein Anstieg, den das Unternehmen überwiegend dem Pflegesegment zurechnet. Alle übrigen Kostenpositionen blieben auf oder unter Vorjahresniveau; die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sanken um 0,6 Millionen Euro auf 10,8 Millionen Euro.
Ausblick auf das Gesamtjahr
Für das Gesamtjahr 2026 erwartet der Vorstand Konzernumsatzerlöse von 118,5 Millionen Euro und ein EBITDA von 10,9 Millionen Euro – mehr als das Doppelte des Vorjahreswerts von 3,9 Millionen Euro. Diese Verbesserung soll aus den Einsparungen durch die Standortschließungen und dem Wegfall verlustbringender Einrichtungen kommen. Langfristig rechnet das Unternehmen mit einer jährlichen Liquiditätsverbesserung von rund 4 Millionen Euro, die sich ab 2027 vollständig auswirken soll.
Das volle Potenzial der Klinik Bad Oeynhausen sieht das Management noch nicht ausgeschöpft: Noch ausstehende Zulassungen der Deutschen Rentenversicherung, darunter eine beantragte Zulassung für die neurologische Anschlussrehabilitation, könnten die Belegung weiter erhöhen. Mittelfristig peilt der Vorstand dort eine Auslastung von über 500 Patienten an – die Kapazität dafür ließe sich durch Reaktivierung derzeit ungenutzter Bereiche schaffen.
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