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Ströer stellt sich bei seinem wichtigsten Umsatztreiber Außenwerbung auf ein langsameres Wachstum ein als zuletzt.
Für das dritte Quartal rechnet der Vorstand in diesem Segment mit einem Plus von rund zehn Prozent. Der Teilbereich mit digitaler Außenwerbung dürfte dagegen um mehr als ein Fünftel zulegen, wie der im MDAX notierte Außenwerbespezialist am Donnerstag in Köln mitteilte.
In den drei Monaten bis Ende Juni hatte Ströer organisch rund 22 Prozent mehr mit Außenwerbung erlöst als ein Jahr zuvor, während der Umsatz mit digitaler Außenwerbung um fast 30 Prozent zulegte. Auf Konzernebene kletterte der Erlös im zweiten Quartal gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum um 12,5 Prozent auf knapp 512 Millionen Euro. Während sich die Fußball-EM positiv auf die Dynamik auswirkte, bremsten schwächere Umsätze im chinesischen Großhandelsgeschäft bei Asambeauty. Ströer sucht weiter nach einem Käufer für dieses Geschäft.
Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) des zweiten Quartals stieg um fast ein Fünftel auf 154,9 Millionen Euro. Analysten hatten mit weniger gerechnet. Unter dem Strich verdiente Ströer 37,5 Millionen Euro nach knapp 27 Millionen im Jahr zuvor.
Warburg Research belässt Ströer auf ‚Buy‘ – Ziel 80 Euro
Das Analysehaus Warburg Research hat die Einstufung für Ströer nach Zahlen auf „Buy“ mit einem Kursziel von 80 Euro belassen. Eine Schwäche von Asambeauty habe die ansonsten starken Resultate des zweiten Quartals ein Stück weit überschattet, schrieb Analyst Jörg Frey in einer am Donnerstag vorliegenden Studie. Zudem gebe es hohe Erwartungen, einen Verkauf dieser Sparte betreffend.
Ströer-Aktie legt zu
Ein besser als erwartet gelaufenes Geschäft mit Außenwerbung hat den Aktien von Ströer am Donnerstag satte Gewinne beschert. Um die Mittagszeit legten die Papiere des Kölner Unternehmens um 5,0 Prozent auf 60,90 Euro zu.
Die im Zuge der jüngsten Börsenturbulenzen entstandene Kurslücke wurde großteils wieder geschlossen. Im Jahresverlauf steht für die Papiere ein Kursgewinn von etwas mehr als 13 Prozent zu Buche, womit Ströer zu den acht von insgesamt 50 Unternehmen im MDAX zählt, deren Plus prozentual zweistellig ist.
Analysten lobten unisono das überraschend starke Kerngeschäft des Außenwerbespezialisten, das laut UBS-Analyst Adam Berlin nicht zuletzt auch von der Dynamik rund um die Fußball-Europameisterschaft profitiert habe. Positiv nannte er zudem die bestätigten Jahresziele, zumal die Vergleichsbasis für das dritte und vierte Quartal nun anspruchsvoller werde.
Einen etwas kritischeren Blick auf das Quartal hatte Analyst Jörg Frey von Warburg Research. Im ansonsten großartigen Zahlenwerk werfe die Schwäche des zu Ströer gehörenden Kosmetikherstellers Asambeauty einen Schatten, schrieb er. Hier sei der Umsatz leicht zurückgegangen, da das China-Geschäft nach wie vor schwächele. „Das belastete die Marge des gesamten Geschäftsbereichs DaaS & E-Commerce“, zu dem neben Asambeauty auch Statista gehört. Zudem verwies Frey auch auf hohe Erwartungen am Markt, was einen bereits seit geraumer Zeit in Aussicht gestellten Verkauf von Asambeauty betrifft.
Positiv hob der Warburg-Experte zugleich nicht nur die Überraschungen bei Umsatz und bereinigtem operativen Quartalsgewinn hervor, sondern auch, dass das Außenwerbewachstum von Ströer das des deutschen Werbemarktes insgesamt „erneut deutlich übertroffen“ habe. Zudem zeige die Steigerung der operativen Profitabilität, dass der Konzern „eine erhebliche operative Hebelwirkung erzielen kann“.
KÖLN / FRANKFURT (dpa-AFX)
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37 Kommentare
Das EBITDA-Wachstum von fast 20% auf 154,9 Millionen Euro ist ein starkes Signal für die operative Effizienz von Ströer. Wie will das Unternehmen diese Effizienz weiter steigern?
Gute Frage! Ich vermute, dass Automatisierung und die Optimierung der Prozesse im digitalen Bereich eine wichtige Rolle spielen werden.
Die Tatsache, dass Ströer die Kurslücke aus den Börsenturbulenzen größtenteils geschlossen hat, deutet auf eine hohe Widerstandsfähigkeit des Unternehmens hin. Das ist ein gutes Zeichen für die Zukunft.
Absolut, die Fähigkeit, sich von solchen Rückschlägen zu erholen, ist ein wichtiger Indikator für die langfristige Stabilität eines Unternehmens.
Obwohl Asambeauty mit dem chinesischen Großhandelsgeschäft schwächelt, konnte Ströer insgesamt einen Umsatzanstieg von 12,5% auf knapp 512 Millionen Euro im zweiten Quartal verzeichnen. Wie stark wird Asambeauty die Gesamtbilanz weiterhin beeinflussen?
Die bestätigten Jahresziele sind beruhigend, aber Analyst Berlin von UBS weist darauf hin, dass die Vergleichsbasis für das dritte und vierte Quartal anspruchsvoller wird. Welche konkreten Maßnahmen plant Ströer, um dieses Ziel zu erreichen?
Ein Kursgewinn von über 13 Prozent im Jahresverlauf ist beachtlich, besonders im MDAX. Das zeigt, dass Ströer trotz aller Herausforderungen ein starkes Unternehmen ist.
Die Aussage von Analyst Adam Berlin von UBS, dass das Kerngeschäft von der Dynamik der Fußball-EM profitiert hat, erscheint plausibel. Wie hoch ist der tatsächliche Anteil der EM an dem Umsatzwachstum?
Die Kombination aus einem starken Kerngeschäft und den Herausforderungen bei Asambeauty macht Ströer zu einem spannenden Fall für Investoren. Man muss die Risiken und Chancen sorgfältig abwägen.
Ich bin kein Finanzexperte, aber die Zahlen sprechen für sich: Ströer scheint auf dem richtigen Weg zu sein, auch wenn es noch einige Hürden zu überwinden gibt.
Die Fußball-EM hat sich offenbar positiv auf die Umsätze ausgewirkt. Könnte Ströer zukünftig noch stärker auf solche Großveranstaltungen setzen, um das Wachstum anzukurbeln?
Die Kurslücke, die durch die Börsenturbulenzen entstanden war, wurde größtenteils geschlossen. Das ist ein positives Signal, aber wie widerstandsfähig ist die Aktie gegen weitere Marktschwankungen?
Die bestätigten Jahresziele sind beruhigend, aber angesichts der schwierigen Rahmenbedingungen und der Unsicherheiten bei Asambeauty ist es wichtig, die Entwicklung genau zu beobachten.
Ich bin gespannt, ob Ströer tatsächlich einen Käufer für Asambeauty findet. Ein Verkauf könnte das Unternehmen von dieser Belastung befreien und neue Wachstumschancen eröffnen.
Die Suche nach einem Käufer für Asambeauty zieht sich schon länger hin. Gibt es konkrete Interessenten oder ist der Verkaufsprozess ins Stocken geraten?
Die Diskrepanz zwischen dem starken Wachstum im Außenwerbegeschäft und den Problemen bei Asambeauty ist auffällig. Gibt es interne Faktoren, die diese unterschiedliche Entwicklung erklären?
Ein Gewinnanstieg von knapp 27 Millionen Euro auf 37,5 Millionen Euro ist eine deutliche Verbesserung. Wie nachhaltig ist dieser Gewinn und welche Faktoren haben dazu beigetragen?
Die Entwicklung der digitalen Außenwerbung mit einem Wachstum von fast 30% ist wirklich bemerkenswert. Das ist ein Bereich, in dem Ströer offenbar eine starke Position einnimmt.
Ich frage mich, ob die Investitionen in digitale Außenwerbung langfristig die klassischen Geschäftsfelder kompensieren können. Die Zahlen deuten zumindest in diese Richtung.
Die Analystenmeinungen gehen auseinander: Während Warburg Research kritisch bleibt, lobt UBS das starke Kerngeschäft. Das zeigt, dass die Bewertung von Ströer komplex ist.
Das bereinigte EBITDA ist um fast ein Fünftel auf 154,9 Millionen Euro gestiegen, was die Effizienz des Unternehmens unterstreicht. Ist das ein Trend, der sich fortsetzen lässt?
Die Tatsache, dass Ströer zu den wenigen MDAX-Unternehmen mit zweistelligem Kursgewinn gehört, zeigt, dass das Unternehmen in einem wettbewerbsintensiven Umfeld erfolgreich ist.
Ein Gewinnanstieg auf 37,5 Millionen Euro im Vergleich zu knapp 27 Millionen im Vorjahr ist beeindruckend, aber die Probleme mit Asambeauty im chinesischen Großhandel scheinen ein wiederkehrendes Thema zu sein. Wann wird sich Ströer von diesem Geschäftsbereich trennen?
Es ist positiv zu sehen, dass der digitale Außenwerbebereich um über 20% wächst, aber reicht das aus, um den Rückgang im traditionellen Bereich vollständig zu kompensieren? Die Zahlen im nächsten Quartal werden das zeigen.
Die Erwähnung der Fußball-EM als Umsatztreiber ist wichtig. Wie wird Ströer zukünftig auf solche Ereignisse reagieren, um von ihnen zu profitieren?
Gute Frage! Es wäre interessant zu sehen, ob sie ähnliche Strategien für andere Großveranstaltungen entwickeln können.
Ich bin etwas besorgt über die Abhängigkeit von der digitalen Außenwerbung. Was passiert, wenn hier neue Wettbewerber auf den Markt kommen oder sich die Technologie schnell ändert?
Die Schwäche von Asambeauty belastet die Marge des gesamten DaaS & E-Commerce Bereichs, wie Frey von Warburg Research feststellt. Ist es wirklich die beste Strategie, an diesem Geschäft festzuhalten, solange es nicht profitabel ist?
Ein Kursgewinn von über 13% im Jahresverlauf und die Zugehörigkeit zu den acht MDAX-Unternehmen mit zweistelligem Plus sind beeindruckend. Ist das ein Zeichen für nachhaltiges Wachstum oder eher eine kurzfristige Reaktion auf die EM?
Die Fußball-EM hat sich positiv auf die Umsätze ausgewirkt, aber die Vergleichsbasis für das dritte und vierte Quartal wird anspruchsvoller. Wie plant Ströer, dieses Wachstum ohne den EM-Effekt aufrechtzuerhalten?
Die Marge des Geschäftsbereichs DaaS & E-Commerce wurde durch die Schwäche von Asambeauty belastet. Welche Maßnahmen plant Ströer, um die Rentabilität dieses Bereichs zu verbessern?
Die digitale Außenwerbung scheint mit einem Wachstum von über einem Fünftel deutlich stärker zu performen als die klassische Außenwerbung. Könnte dies eine strategische Neuausrichtung des Unternehmens bedeuten?
Die Verlangsamung im Außenwerbegeschäft könnte ein Warnsignal sein. Ströer sollte sich darauf vorbereiten, dass das Wachstum in diesem Bereich nicht mehr so stark ausfällt.
Die angekündigte Verlangsamung im klassischen Außenwerbegeschäft auf etwa 10% im dritten Quartal, nach einem Wachstum von 22% im zweiten Quartal, ist doch ein deutlicher Hinweis auf eine sich ändernde Marktdynamik – wie bewertet Ströer das langfristig?
Die Tatsache, dass die Ströer-Aktie um 5,0 Prozent auf 60,90 Euro gestiegen ist, zeigt das Vertrauen der Anleger in das Kerngeschäft, trotz der Herausforderungen bei Asambeauty. Ist das ein nachhaltiger Trend oder eine kurzfristige Reaktion auf die EM?
Die Analysten von Warburg Research halten an ‚Buy‘ mit einem Kursziel von 80 Euro fest, was ein positives Signal ist. Aber wie realistisch ist dieses Ziel, wenn das Wachstum im klassischen Außenwerbegeschäft nachlässt?
Die Analysten von Warburg Research bestätigen die ‚Buy‘-Einstufung mit einem Kursziel von 80 Euro, obwohl sie die Schwäche von Asambeauty hervorheben. Wie realistisch ist dieses Kursziel angesichts der Unsicherheiten?