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Die Erholungsbewegung des deutschen Aktienmarktes setzte sich am Donnerstag nur zögerlich fort.
Der DAX war zunächst schwächer gestartet und anschließend vorübergehend sogar unter die 17.500 Punkte-Schallmauer gefallen. Doch nach positiven Daten vom US-Arbeitsmarkt konnte der deutsche Leitindex am Nachmittag ins Plus drehen und die Donnerstagssitzung letztlich 0,37 Prozent höher bei 17.680,40 Punkten beenden.
Der TecDAX konnte seine anfangs deutlichen Verluste hinter sich lassen und schloss mit einem kleinen Plus von 0,08 Prozent bei 3.238,60 Punkten.
Die Märkte befinden sich seit dem durch Rezessionssorgen in den USA ausgelösten Kurssturz in unruhigem Fahrwasser. Für Erleichterung sorgten am Donnerstagnachmittag robuste Daten vom US-Arbeitsmarkt. So sind die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der vergangenen Woche stärker als erwartet gefallen. Dies lindert die Rezessionsängste für die US-Wirtschaft etwas.
Unternehmensseitig sorgte eine Flut an Berichtsvorlagen für allerlei Impulse. Vorbörslich legten unter anderem die vier DAX-Schwergewichte Allianz, Siemens, Deutsche Telekom und Munich Re ihre Zahlen vor.
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Die europäischen Märkte gaben am Donnerstag etwas nach.
Der EURO STOXX 50 war mit einem kleinen Verlust gestartet und präsentierte sich auch anschließend zurückhaltend. Letztlich schloss er unverändert (+0,01 Prozent) bei 4.668,74 Punkten.
Die Erholung an den internationalen Börsen geriet schon am Donnerstag wieder ins Stocken. Zwar notierten die Aktienmarktindizes über dem Niveau vom Montag, konnten jedoch die Aufwärtstendenz der beiden vergangenen Handelstage nicht bestätigen. Die Sorge der Anleger vor einer US-Rezession hatten weiterhin Bestand und bremsten jegliche nachhaltige Kauflaune aus.
Größere Verluste verhinderten die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe aus den USA, deren jüngster Rückgang zeigt, dass sich der US-Arbeitsmarkt in einer nicht so schwachen Verfassung befindet, wie zuletzt befürchtet. Die Angst vor einem Abschwung der weltgrößten Volkswirtschaft wird dadurch etwas gemildert.
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An der Wall Street zeigte sich am Donnerstag eine Entspannung.
So eröffnete der Dow Jones bereits mit einem Gewinn und vergrößerte diesen anschließend noch. Er beendete die Sitzung 1,76 Prozent höher bei 39.446,49 Punkten.
Auch der NASDAQ Composite legte kräftig zu, nachdem er bereits deutlich höher gestartet war. Er verabschiedete sich schließlich 2,87 Prozent stärker bei 16.660,02 Punkten in den Feierabend.
Dank eines überraschend starken Rückgangs bei den US-Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe beruhigten sich die Gemüter etwas. Diese Daten finden an den Finanzmärkten große Beachtung, weil sie als zeitnaher Indikator für den US-Arbeitsmarkt gelten. Der Jobmarkt wiederum spielt eine wichtige Rolle für die Geldpolitik der US-Notenbank Fed, da er auch Hinweise auf die Löhne und damit auf die allgemeine Preisentwicklung liefert.
Doch trotz dieser unerwartet guten Entwicklung bleiben die US-Aktienbörsen in schwierigem Fahrwasser: „Die Tendenz, Aktien in sich erholende Kurse hinein zu verkaufen, überwiegt weiterhin“, sagte ein Händler laut dpa. Auch Matt Britzman warnte laut Dow Jones Newswires vor zu viel Optimismus: „Die Märkte haben sich vielleicht beruhigt, aber diese Achterbahnwoche ist noch nicht vorbei“, so der Analyst von Hargreaves Lansdown.
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Die asiatischen Märkte notierten am Donnerstag uneinheitlich.
Der japanische Leitindex Nikkei 225 schloss 0,74 Prozent leichter bei 34.831,15 Zählern.
Auf dem chinesischen Festland ging der Shanghai Composite unverändert bei 2.869,90 Einheiten in den Feierabend. Daneben beendete der Hang Seng den Donnerstagshandel 0,08 Prozent im Plus bei 16.891,83 Punkten.
Am Donnerstag blieb die Stimmung an den Aktienmärkten in Asien angespannt, nachdem die Vortage teils extreme Volatilität gezeigt hatten. Die Tendenz bewegte sich jedoch in relativ engen Grenzen und war uneinheitlich.
Die Vorgaben der Wall Street waren eher negativ. Ein starker Erholungsschub im frühen Handel brach dort vollständig ein. Marktteilnehmer führten dies auf eine schwach verlaufene Auktion neuer zehnjähriger US-Anleihen und die anhaltend hohe Nervosität nach dem jüngsten plötzlichen Kurssturz zurück.
In Tokio wirkten die dovishen Aussagen des stellvertretenden Notenbankchefs Uchida weiterhin positiv. Er hatte am Vortag mit dem Hinweis, dass es keine weiteren Zinserhöhungen geben werde, solange die Märkte so volatil sind, nicht nur in Tokio für Beruhigung gesorgt.
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12 Kommentare
Ich finde es bemerkenswert, dass der NASDAQ Composite um 2,87 Prozent gestiegen ist, während der EURO STOXX 50 fast unverändert blieb. Was sind die Gründe für diese Divergenz?
Es ist beruhigend zu sehen, dass der Dow Jones um 1,76 Prozent zugelegt hat, aber die anfänglichen Kursstürze aufgrund der Rezessionssorgen in den USA waren ja auch deutlich. Wie schnell können sich die Märkte drehen!
Die Erholung des DAX um 0,37 Prozent auf 17.680,40 Punkte scheint fragil, besonders wenn man bedenkt, dass er kurzzeitig unter 17.500 Punkte gefallen war. Wie nachhaltig ist dieser Aufwärtstrend wirklich?
Das ist eine gute Frage. Die Rezessionsängste in den USA scheinen immer noch im Raum zu stehen und könnten jederzeit wieder aufkommen.
Rheinmetall hat seine Erträge verdoppelt – das ist eine beeindruckende Leistung! Könnte das ein Zeichen für eine robuste deutsche Rüstungsindustrie sein, die von den aktuellen geopolitischen Spannungen profitiert?
Definitiv ein interessanter Aspekt. Es zeigt, wie stark externe Faktoren die Performance bestimmter Unternehmen beeinflussen können.
Die Vorlage der Zahlen von Allianz, Siemens, Deutsche Telekom und Munich Re vorbörslich hat offenbar Impulse gegeben. Waren die Ergebnisse insgesamt positiv oder gab es auch Enttäuschungen?
Der Artikel erwähnt, dass die Märkte seit dem Kurssturz in unruhigem Fahrwasser sind. Glaubt jemand, dass wir in den nächsten Monaten eine größere Korrektur erleben werden?
Ich bin etwas skeptisch, ob der Rückgang der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe wirklich ein nachhaltiger Trend ist. Es könnte auch eine kurzfristige Reaktion auf bestimmte saisonale Faktoren sein.
Die Bedeutung der US-Arbeitsmarktdaten für die Geldpolitik der Fed wird hervorgehoben. Könnte ein anhaltend starker Arbeitsmarkt die Fed dazu veranlassen, die Zinsen länger hoch zu halten?
Die Tatsache, dass die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA stärker als erwartet gefallen sind, hat die Rezessionsängste gelindert. Aber reicht dieser eine Indikator aus, um von einer stabilen US-Wirtschaft zu sprechen?
Der Artikel zeigt deutlich, wie eng die deutschen und US-amerikanischen Märkte miteinander verbunden sind. Die Rezessionsängste in den USA haben direkte Auswirkungen auf den DAX.