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MADRID (dpa-AFX) – Spanien und eine Reihe lateinamerikanischer Staaten haben den US-Einsatz zur Festnahme des autoritären Staatschefs Nicolás Maduro in Venezuela verurteilt. „Wir weisen unilaterale Militäreinsätze auf venezolanischem Territorium zurück. Sie verstoßen gegen das Völkerrecht, speziell gegen das Gewaltverbot, den Respekt vor der Souveränität und die Achtung der territorialen Integrität“, hieß es in einer gemeinsamen Stellungnahme der Regierungen von Spanien, Brasilien, Chile, Kolumbien, Mexiko und Uruguay.
Die Lage in Venezuela müsse ohne äußere Einmischung ausschließlich durch Dialog und unter Achtung des Volkswillens gelöst werden. Die Unterzeichner seien besorgt über jeglichen Versuch, die Kontrolle über die Regierungsgewalt und wichtige Bodenschätze zu erlangen, hieß es in dem Schreiben weiter.
Die USA hatten in der Nacht auf Samstag eine Reihe von Zielen in Venezuela angegriffen, Präsident Maduro gefangen genommen und außer Landes gebracht. Ihm soll in New York wegen Drogendelikten der Prozess gemacht werden. US-Präsident Donald Trump kündigte an, die Vereinigten Staaten würden Venezuela nun vorübergehend führen. Zudem sprach er über das wirtschaftliche Potenzial der venezolanischen Ölindustrie./dde/DP/he
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23 Kommentare
Die Sorge der Unterzeichnerstaaten um die Kontrolle über die venezolanischen Bodenschätze ist verständlich, da die Ölindustrie ein zentraler Punkt der wirtschaftlichen und politischen Macht in Venezuela ist.
Ich finde es bedenklich, dass die USA so offen das wirtschaftliche Potenzial der venezolanischen Ölindustrie betonen, während sie gleichzeitig die Souveränität des Landes missachten.
Obwohl der Artikel die Verurteilung der lateinamerikanischen Staaten hervorhebt, fehlt eine Aussage über die Reaktion Venezuelas selbst. Wie wird die Regierung auf die Festnahme Maduros reagieren?
Die Ankündigung eines Prozesses gegen Maduro wegen Drogendelikten scheint ein Vorwand für eine politische Intervention zu sein.
Die Erwähnung des Völkerrechts ist zentral. Welche konkreten Artikel wurden Ihrer Meinung nach verletzt, abgesehen vom Gewaltverbot?
Neben dem Gewaltverbot sehe ich eine klare Verletzung der staatlichen Souveränität Venezuelas, da die USA ohne Zustimmung der Regierung interveniert haben.
Wie wird sich dieser Vorfall auf die Beziehungen zwischen den USA und Lateinamerika auswirken? Wird er die regionale Integration stärken oder weiter schwächen?
Die schnelle Reaktion der lateinamerikanischen Staaten zeigt, dass dieser Vorgang als eine Bedrohung für die regionale Stabilität wahrgenommen wird.
Die Aussage, dass die USA Venezuela „vorübergehend führen“ werden, ist vage formuliert. Welche konkreten Maßnahmen sind damit verbunden?
Die Festnahme und Abtransport Maduros in die USA – das klingt eher nach einer Entführung als nach einem legalen Akt.
Die Betonung auf Dialog und Achtung des Volkswillens ist richtig, aber angesichts der politischen Polarisierung in Venezuela scheint ein solcher Dialog in weiter Ferne zu liegen.
Die gemeinsame Stellungnahme von Spanien, Brasilien, Chile, Kolumbien, Mexiko und Uruguay unterstreicht deutlich die Besorgnis über die Verletzung des Völkerrechts durch den US-Einsatz in Venezuela, insbesondere das Verbot von Gewaltanwendung.
Ich bin skeptisch, ob ein Prozess in New York wirklich fair ablaufen kann, wenn die USA bereits die Kontrolle über Venezuela übernommen haben wollen.
Die Schlagzeile besagt, dass neben Spanien auch andere lateinamerikanische Staaten verurteilt haben. Warum werden im Artikelstext aber nicht alle gleichberechtigt erwähnt?
Die Tatsache, dass die US-Aktion bereits in der Nacht stattfand, deutet auf eine mangelnde Transparenz und eine fehlende Berücksichtigung internationaler Diplomatie hin.
Es ist bemerkenswert, dass die USA Maduro wegen Drogendelikten vor Gericht bringen wollen – welche konkreten Beweise gibt es dafür und woher stammen diese?
Die Ankündigung von Trump, Venezuela „vorübergehend zu führen“, klingt nach einer direkten Annexion und ist höchst bedenklich, wenn man die bisherigen US-Interventionen betrachtet.
Es ist fraglich, ob ein von den USA initiierter Dialog in Venezuela zu einem nachhaltigen Ergebnis führen kann, da die Glaubwürdigkeit der USA stark beschädigt ist.
Trump sieht wohl das ‚wirtschaftliche Potenzial der venezolanischen Ölindustrie‘ – ist das nicht ein klarer Beweis für Eigeninteresse und Ressourcen-Raubbau?
Die gemeinsame Stellungnahme der Staaten ist ein wichtiger Schritt, aber reicht das aus, um den US-Einfluss in Venezuela einzudämmen?
Ich frage mich, wie die internationale Gemeinschaft auf Trumps Ankündigung reagieren wird, Venezuela vorübergehend zu führen? Wird es zu weiteren Verurteilungen oder gar Sanktionen kommen?
Die Sorge um die ‚Kontrolle über die Regierungsgewalt‘ ist berechtigt. Wer wird die Macht in Venezuela ausüben, während Trump das Land ‚führt‘?
Die gemeinsame Stellungnahme der genannten Länder zeigt eine beachtliche Einigkeit in der Ablehnung des US-Einsatzes. Das ist ein wichtiges Signal.