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Startseite»News»ROUNDUP 3: ‚Großschadenslage‘ nach Anschlag auf Stromnetz in Berlin
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ROUNDUP 3: ‚Großschadenslage‘ nach Anschlag auf Stromnetz in Berlin

onvistaVon onvistavor 2 Monaten15 Kommentare11.1k Aufrufe
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(Aktualisierung: Update Bahn zu S-Bahnen – 13. Absatz)

BERLIN (dpa-AFX) – Zehntausende Menschen mitten im Winter ohne Strom, Heizung und warmes Essen, Dunkelheit und ein Großeinsatz von Polizei und Rettungskräften: Der Anschlag auf die Berliner Stromversorgung vom Samstag hat für die Hauptstadt dramatische Folgen, die noch tagelang zu spüren sein werden. Einen Tag nach der Attacke auf wichtige Kabel nahe einem Kraftwerk im Berliner Südwesten steht für Politik und Behörden fest, dass es sich um einen politisch motivierten Anschlag handelt und Linksextremisten dahinterstehen.

Ein aufgetauchtes Bekennerschreiben einer „Vulkangruppe“ sei authentisch, teilte Innensenatorin Iris Spranger (SPD) mit. Zuvor hatte der Staatsschutz der Polizei das Schreiben geprüft, das auch auf mehreren einschlägigen Webportalen veröffentlicht wurde. Gleichzeitig rief Berlin eine sogenannte Großschadenslage aus, um so leichter etwa Hilfe der Bundeswehr in Anspruch nehmen zu können.

Zweiter Anschlag binnen weniger Monate

„Es ist inakzeptabel, dass erneut offenkundig Linksextreme unser Stromnetz angreifen und damit Menschenleben gefährden“, sagte Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) zu dem Schreiben. „Wir werden massiv und ganz engagiert ermitteln, wer diese Täter sind, die verdienen eine wirklich gerechte Strafe.“ Erst im September 2025 hatte ein ähnlicher Anschlag einen großen Blackout im Berliner Bezirk Treptow-Köpenick zur Folge.

Das lange Konvolut der mutmaßlichen Täter im aktuellen Fall trägt die Überschrift „Den Herrschenden den Saft abdrehen“. „In der Gier nach Energie wird die Erde ausgelaugt, ausgesaugt, verbrannt, geschunden, niedergebrannt, vergewaltigt, zerstört“, hieß es dort. Das Gaskraftwerk in Berlin-Lichterfelde sei „erfolgreich sabotiert“ worden. „Stromausfälle waren nicht Ziel der Aktion, sondern die fossile Energiewirtschaft“, behauptet die Gruppe in dem Schreiben.

In Sichtweite des Kraftwerks hatte am frühen Samstagmorgen ein Brand an einer Kabelbrücke über den Teltowkanal mehr als ein Dutzend wichtige Leitungen beschädigt, darunter mehrere Hochspannungsleitungen. Nach Angaben der für Energie zuständigen Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) wurden Brandsätze direkt unter den Kabeln platziert, die mit großer Hitze die Leitungen zerstörten.

Zehntausende Haushalte ohne Strom

Von dem so ausgelösten Stromausfall waren zunächst 45.000 Haushalte und mehr als 2.200 Unternehmen betroffen. Inzwischen wurden 10.000 Haushalte und 300 Gewerbekunden wieder angeschlossen, wie Stromnetz Berlin mitteilte. Betroffen sind die Stadtteile Nikolassee, Zehlendorf, Wannsee und Lichterfelde, in denen es viele Einfamilienhäuser und Villensiedlungen gibt, aber auch Hochhäuser. Die Polizei sucht mit einem Aufruf nach Zeugen.

Stromausfall voraussichtlich noch bis Donnerstag

Die Schäden am Stromnetz sind nach Angaben des Betreibers Stromnetz Berlin so schwerwiegend und die Reparatur so kompliziert, dass die Notlage außergewöhnlich lange dauern wird. Erst am Donnerstagnachmittag könnten voraussichtlich alle Stromkunden wieder versorgt werden.

Bei frostigen Temperaturen und reichlich Neuschnee stellt das viele Menschen vor erhebliche Probleme. Mehrere große Krankenhäuser in den Stadtteilen wurden zwar nach einem Tag wieder an das Stromnetz angeschlossen und mussten dank Notstromaggregaten nicht evakuiert werden.

Viele Alltagsprobleme für die Menschen

Vom Stromausfall sind aber auch zahlreiche Pflegeeinrichtungen und pflegebedürftige Menschen in ihren Wohnungen betroffen. Der Berliner Senat sei in enger Abstimmung unter anderem mit der Feuerwehr, um diese Menschen notfalls in Pflegeeinrichtungen in anderen Stadtteilen zu verlegen, die freie Kapazitäten gemeldet hätten, so Gesundheitssenatorin Ina Czyborra (SPD).

Feuerwehr, Hilfsorganisationen und Feuerwehr richteten etwa in einem Freizeitzentrum oder im Rathaus Zehlendorf Notunterkünfte ein, in denen Menschen die Nacht verbringen, sich aufwärmen, etwas essen und trinken können. In der ersten Nacht wurden diese nach Angaben des Bezirksamts Steglitz-Zehlendorf nur von wenigen genutzt, darunter von einer 97 Jahre alten Rentnerin.

Auch Kirchengemeinden öffneten ihre Räume. Viele ältere oder gebrechliche Menschen können solche Angebote indes schon deshalb nicht nutzen, weil die Aufzüge in ihren Hochhäusern nicht funktionieren und sie in Wohnungen in zunehmender Kälte sitzen.

Handys aufladen

Wichtig ist für viele Leute, ihre Handys aufzuladen. Das können sie in den Notunterkünften, aber auch anderen dezentralen Anlaufpunkten, die etwa Feuerwehr oder das Technische Hilfswerk eilig aufbauten. Dort kann man auch Notrufe absetzen. Internetempfang haben die meisten in den betroffenen Stadtteilen nicht.

Ebenfalls als Folge des Stromausfalls gab es erhebliche Störungen bei den S-Bahn-Linien 1 und 7. Eine Bahnsprecherin teilte am Abend mit, die S-Bahn-Linie 7 solle von 22.00 Uhr an am Sonntagabend wieder normal fahren. Die Regionalbahn 1 laufe seit etwa 18.30 Uhr wieder.

Etliche Supermärkte blieben am Samstag dicht, am Montag dürfte es nicht anders sein.

Schulen dicht

Im Gebiet ohne Strom bleiben von Montag bis zunächst einschließlich Mittwoch rund 20 Schulen geschlossen, wie die Bildungsverwaltung mitteilte. Bei dringendem Bedarf werde in Schulen mit Strom eine Notbetreuung für Schüler eingerichtet, hieß es.

Viele Menschen in Zehlendorf beschwerten sich im Gespräch mit einem dpa-Reporter über mangelnde Informationen und aus ihrer Sicht zu wenige praktische Alltagshilfen. „Man ist abgeschnitten von der Welt“, sagte etwa eine Frau, in deren Wohnung die Temperatur bereits auf 14 Grad abgesunken sei.

Es gibt aber auch viele Beispiele von Nachbarschaftshilfe oder andere Unterstützung. So bedankte sich die Leitung des Diakonie-Hospizes Wannsee, dass Feuerwehrleute ohne Wenn und Aber dabei geholfen hätten, die Bewohner in ein Krankenhaus in der Nähe zu bringen, das Hilfe angeboten habe. Dort könnten die Menschen weiter vom Hospizteam betreut werden./kr/ane/nif/DP/he

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Die Onvista Media GmbH ist ein deutsches Medienunternehmen mit Sitz in Köln. Von 2007 bis 2017 gehörte es zu Boursorama. Während dieser Zeit wurde die Onvista Bank gegründet. 2017 übernahm die Comdirect Bank sowohl Onvista Media als auch die Onvista Bank. Seit der Verschmelzung der Comdirect Bank auf die Commerzbank im November 2020 ist Onvista Media eine Tochtergesellschaft der Commerzbank AG. Die Onvista Bank ist eine Marke der Commerzbank, die bis Ende des Jahres 2025 eingestellt werden soll.

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15 Kommentare ansehen

15 Kommentare

  1. Hans D. Meyer am Januar 5, 2026 11:44 a.m.

    Die Behauptung der Gruppe, Stromausfälle seien nicht das Ziel, sondern die ‚fossile Energiewirtschaft‘, klingt nach einer Rechtfertigung für die Gefährdung von Zivilisten. Ist das ein akzeptables Argument für solche Aktionen?

    Antworten
  2. Anna Wagner am Januar 5, 2026 11:46 a.m.

    Die Aussage, dass die ‚Vulkangruppe‘ für den Anschlag verantwortlich ist und ein authentisches Bekennerschreiben vorliegt, wirft Fragen auf, wie diese Gruppe operieren und ihre Ziele erreichen kann, ohne vorherige Aufmerksamkeit zu erregen.

    Antworten
  3. Karl C. Schmidt am Januar 5, 2026 11:46 a.m.

    Es ist schockierend zu hören, dass die Reparaturarbeiten voraussichtlich bis Donnerstag dauern werden. Das bedeutet tagelange Belastung für die betroffenen Stadtteile Nikolassee, Zehlendorf, Wannsee und Lichterfelde, besonders im Winter.

    Antworten
  4. Lea Schäfer am Januar 5, 2026 11:48 a.m.

    Es ist gut, dass die Polizei nach Zeugen sucht, aber ich befürchte, dass die Täter bereits untergetaucht sind. Welche anderen Ermittlungsansätze werden verfolgt, um die Verantwortlichen zu finden?

    Antworten
  5. Peter Becker am Januar 5, 2026 11:49 a.m.

    Wenn man bedenkt, dass der erste Angriff im September 2025 stattfand und jetzt erneut ein Anschlag erfolgte, stellt sich die Frage, ob die Sicherheitsmaßnahmen nach dem ersten Vorfall verbessert wurden oder ob es sich um ein Versäumnis handelt.

    Antworten
  6. Karl Weber am Januar 5, 2026 11:49 a.m.

    Die Konzentration der betroffenen Haushalte in Stadtteilen mit vielen Einfamilienhäusern und Villensiedlungen könnte bedeuten, dass wohlhabendere Bevölkerungsgruppen besonders stark betroffen sind. Ist das ein Zufall oder ein gezieltes Ziel der Täter?

    Antworten
  7. Lea D. Schäfer am Januar 5, 2026 11:51 a.m.

    Die Tatsache, dass das Bekennerschreiben auch auf ‚einschlägigen Webportalen‘ veröffentlicht wurde, deutet darauf hin, dass die Täter eine Plattform für ihre Propaganda nutzen. Werden diese Portale überwacht und welche Maßnahmen werden ergriffen?

    Antworten
  8. Laura B. Becker am Januar 5, 2026 11:51 a.m.

    Die Ausrufung der ‚Großschadenslage‘ ist ein wichtiger Schritt, um schnell Hilfe zu mobilisieren, insbesondere von der Bundeswehr. Wurde diese Hilfe bereits angefordert und welche Kapazitäten stehen bereit?

    Antworten
  9. Laura C. Schmidt am Januar 5, 2026 11:54 a.m.

    45.000 Haushalte und über 2.200 Unternehmen waren betroffen, bevor 10.000 Haushalte wieder angeschlossen wurden. Diese Zahlen verdeutlichen das massive Ausmaß der Störung und die Abhängigkeit unserer Gesellschaft von einer stabilen Stromversorgung.

    Antworten
  10. Peter Becker am Januar 5, 2026 11:54 a.m.

    Die Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey sprach von Brandsätzen mit ‚großer Hitze‘. Welche Art von Sprengstoff oder Brandbeschleuniger wurde verwendet, und wie kann man sich besser dagegen schützen?

    Antworten
  11. Karl E. Wagner am Januar 5, 2026 11:54 a.m.

    Ich frage mich, ob die Sicherheitsvorkehrungen für kritische Infrastruktur wie Stromnetze ausreichend sind, wenn solche Anschläge möglich sind. Muss hier nicht massiv nachgerüstet werden?

    Antworten
  12. Emma Weber am Januar 5, 2026 11:54 a.m.

    Die Beschreibung des Bekennerschreibens – ‚Den Herrschenden den Saft abdrehen‘ und die Anklage gegen die ‚Gier nach Energie‘ – zeigt eine radikale Ideologie, die bereit ist, massive Schäden zu verursachen.

    Antworten
  13. Jonas Schäfer am Januar 5, 2026 11:55 a.m.

    Es ist wichtig, dass die Täter eine ‚gerechte Strafe‘ erhalten, wie Bürgermeister Wegner sagte, aber auch, dass die Ursachen für solche Anschläge erforscht und bekämpft werden. Geht es hier nur um Bestrafung oder auch um Prävention?

    Antworten
  14. Lukas Hoffmann am Januar 5, 2026 11:56 a.m.

    Die Tatsache, dass Brandsätze direkt unter den Kabeln platziert wurden, deutet auf eine gezielte und gut vorbereitete Sabotage hin. Wie konnten die Täter so nah an kritischer Infrastruktur gelangen?

    Antworten
  15. Emma Schneider am Januar 5, 2026 11:56 a.m.

    Es ist beunruhigend, dass dies bereits der zweite Anschlag auf das Berliner Stromnetz innerhalb weniger Monate ist – der erste im September 2025 in Treptow-Köpenick. Wie konnten solche Vorfälle wiederholt passieren, und welche Sicherheitslücken müssen geschlossen werden?

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