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- Vanda Pharmaceuticals Inc. – WKN: A0JJT3 – ISIN: US9216591084 – Kurs: 7,030 $ (Nasdaq)
Was für ein Biotech-Jahr, was für ein Dezember für stock3-Leser! Novo Nordisk und Tonies brachten die Weihnachtsgeschenke. Nun liefert Vanda den Silvesterkracher. Der US-Arzneimittelbehörde FDA sei Dank.
Das Biotech-Unternehmen Vanda Pharmaceuticals hat einen wichtigen Erfolg gelandet. So hat die US-Arzneimittelbehörde FDA NEREUS zugelassen, einen oral verfügbaren NK-1-Rezeptorantagonisten zur Vorbeugung von Erbrechen, ausgelöst durch Bewegung. Laut der Meldung ist NEREUS die erste neue pharmakologische Behandlung bei Motion Sickness seit mehr als vier Jahrzehnten. Der Marktstart soll in den kommenden Monaten erfolgen.
Phase-III-Daten unter Realbedingungen
NEREUS durchlief zwei pivotale Phase-III-Studien erfolgreich, die als Provokationsstudien auf Booten durchgeführt worden waren. In der Studie „Motion Syros“ (n=365) lag die Erbrechensinzidenz unter NEREUS bei 18,3 bis 19,5 %, unter Placebo bei 44,3 % (p<0,0001). In „Motion Serifos“ (n=316) nannte Vanda Raten von 10,4 bis 18,3 % unter NEREUS gegenüber 37,7 % unter Placebo (p≤0,0014). Über das Programm hinweg wird zudem ein Sicherheitsprofil berichtet, das zur akuten Anwendung passt.
Großer Alltagsmarkt, relevante „Severe“-Gruppe
Das Unternehmen beschreibt Motion Sickness als häufiges Phänomen, das über einen sensorischen Konflikt ausgelöst wird und über Substance P sowie die Aktivierung zentraler NK-1-Rezeptoren zu Übelkeit und Erbrechen führen kann. NEREUS adressiert diesen Pfad über eine selektive NK-1-Antagonisierung.
Motion Sickness ist im zivilen Alltag weit verbreitet. Betroffen sind laut Schätzungen 25 bis 30 % der Erwachsenen in den USA (entsprechend rund 65 bis 78 Mio. Menschen), die bei gängigen Reiseformen wie Auto, Flugzeug oder Boot Symptome entwickeln. Global wird von bis zu einem Drittel hoch anfälliger Personen gesprochen. Gleichzeitig nennen die Verantwortlichen für schwere, wiederkehrende Verläufe einen Anteil von 5 bis 15 % der Bevölkerung, inklusive Betroffener, die trotz vorhandener Optionen unzureichend kontrolliert sind oder Reisen und Aktivitäten komplett vermeiden.
Analyst Raghuram Selvaraju von H.C. Wainwright zufolge könnte der Umsatz von NEREUS allein in dieser Indikation in den USA im Spitzenfall jährlich 100 Millionen USD übersteigen.
Tradipitant als Plattformgedanke
Vanda möchte NEREUS (Wirkstoff Tradipitant) aber nicht nur als Einmalstory für Motion Sickness positionieren. Es laufen weitere Entwicklungsprogramme, unter anderem bei Gastroparese sowie zur Prävention von Übelkeit und Erbrechen im Zusammenhang mit GLP-1-Rezeptoragonisten. Gerade der GLP-1-Markt ist riesig und könnte Vanda bei erfolgreicher Entwicklung von NEREUS in dieser Indikation in ganz andere Umsatzsphären hieven.
Nachbörslich schießt die Vanda-Aktie um 20 % nach oben.
Fazit: Was für ein schöner Abschluss eines grandiosen Biotech-Jahres, in dem der Nasdaq Biotechnology Index über 30 % zulegen konnte! Auch Stockpicker kamen auf ihre Kosten, wenn ich an die Kursentwicklungen von Precigen, Rigel Pharma und jetzt auch Vanda denke. Doch bei Vanda Pharmaceuticals war das noch lange nicht alles. Welche wichtigen Meilensteine im Jahr 2026 auf Anleger warten, habe ich in diesem Artikel zusammengefasst.
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24 Kommentare
Die präzise Angabe der p-Werte (p<0,0001 und p≤0,0014) in den Studienergebnissen unterstreicht die statistische Signifikanz der Unterschiede zwischen NEREUS und Placebo.
Die Fokussierung auf die NK-1-Rezeptorantagonisierung als Ansatz zur Behandlung von Reiseübelkeit ist interessant. Wie unterscheidet sich dieser Mechanismus von bestehenden Mitteln?
Die Schätzung, dass 25 bis 30 % der Erwachsenen in den USA unter Reiseübelkeit leiden, ist überraschend hoch. Das deutet auf einen potenziell riesigen Markt für NEREUS hin, wenn es effektiv ist.
Absolut. Und die Tatsache, dass 5-15% der Bevölkerung unter schweren, wiederkehrenden Fällen leidet, macht die Entwicklung noch wichtiger, da diese Patienten oft unzureichend behandelt werden.
Könnte der Erfolg von NEREUS zu einer Übernahme von Vanda Pharmaceuticals führen, oder wird das Unternehmen versuchen, das Medikament selbst zu vermarkten?
Ich hoffe, Vanda kann die Entwicklung von NEREUS bei Gastroparese und GLP-1-Rezeptoragonisten erfolgreich vorantreiben. Das würde das Unternehmen deutlich diversifizieren.
Ich bin kein Experte, aber die Spreizung der Prozentwerte bei den Erbrechensinzidenzen in den beiden Studien (10,4-19,5% unter NEREUS) wirft Fragen auf. Gibt es hier einen großen Unterschied in der Schwere der Reiseübelkeit der Studienteilnehmer?
Ich frage mich, ob die Entwicklung bei GLP-1-Rezeptoragonisten eine Reaktion auf Nebenwirkungen dieser Medikamente ist. Das könnte ein großer Vorteil für Vanda sein.
Die Tatsache, dass NEREUS den sensorischen Konflikt adressiert, der Reiseübelkeit auslöst, klingt nach einem gezielten und effektiven Ansatz.
Es ist gut zu hören, dass NEREUS ein akzeptables Sicherheitsprofil aufweist, da dies für die breite Anwendung entscheidend ist.
Ich bin skeptisch, ob Vanda mit NEREUS tatsächlich 100 Millionen USD Umsatz pro Jahr in den USA erreichen kann, wie Analyst Selvaraju prognostiziert. Das hängt stark von der Akzeptanz durch Ärzte und Patienten ab.
Die Idee, Tradipitant nicht nur bei Reiseübelkeit einzusetzen, sondern auch bei Gastroparese und Übelkeit im Zusammenhang mit GLP-1-Rezeptoragonisten, klingt vielversprechend. Der GLP-1-Markt ist ja enorm gewachsen.
Ich bin gespannt, wie sich die Zulassung von NEREUS auf die Konkurrenzsituation im Bereich der Reiseübelkeitsbehandlung auswirken wird.
Ein Anstieg der Aktie um 20 % nachbörslich ist ein deutliches Zeichen für das Vertrauen der Investoren in NEREUS. Das zeigt, wie stark diese Zulassung vom Markt erwartet wurde.
Die Inzidenzraten von Erbrechen in den Studien „Motion Syros“ und „Motion Serifos“ sind enorm unterschiedlich – 18,3%-19,5% vs. 10,4%-18,3%. Was erklärt diesen Unterschied in den Studienergebnissen?
Eine mögliche Erklärung könnte in den genauen Bedingungen der jeweiligen Studie liegen, auch wenn beide auf Booten durchgeführt wurden. Details dazu müsste man in den vollständigen Studienergebnissen nachschlagen.
Die Phase-III-Daten, die auf Booten erhoben wurden, sind eine gute Wahl, da die Bedingungen dort oft besonders herausfordernd für Menschen mit Reiseübelkeit sind.
Die Meldung, dass der Nasdaq Biotechnology Index über 30 % im Jahr zugelegt hat, zeigt, dass das Biotech-Umfeld derzeit sehr positiv ist. Das kommt Vanda natürlich zugute.
Die Studie „Motion Syros“ mit 365 Teilnehmern und „Motion Serifos“ mit 316 Teilnehmern scheinen gut dimensioniert zu sein, um aussagekräftige Ergebnisse zu liefern.
Die FDA-Zulassung für NEREUS ist wirklich bemerkenswert, besonders da es die erste neue medikamentöse Behandlung gegen Reiseübelkeit seit über vier Jahrzehnten ist. Wie schnell wird das Medikament voraussichtlich auf den Markt kommen?
Laut Artikel sollen die kommenden Monate für den Marktstart genutzt werden, allerdings sind oft unvorhergesehene Verzögerungen möglich.
Es ist lobenswert, dass Vanda sich auf eine Indikation konzentriert, die seit so langer Zeit keine neue Behandlung erfahren hat. Das zeigt Innovationsgeist.
Die 65 bis 78 Millionen Menschen in den USA, die unter Reiseübelkeit leiden, stellen eine enorme Zielgruppe dar. Vanda hat hier wirklich Potenzial.
Die Tatsache, dass NEREUS oral verfügbar ist, ist ein großer Pluspunkt gegenüber anderen Behandlungen, die möglicherweise invasiver sind.