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Die FCC (zentrale US Bundesbehörde für alles, was Funk Daten Übertragung und digitale Infrastruktur betrifft) zieht die nukleare Notbremse im US-Drohnenmarkt und verbannt ab sofort sämtliche Drohnen sowie kritische Bauteile aus ausländischer Produktion und sperrt zugleich Kommunikations- und Videoüberwachungstechnik der chinesischen Marktführer DJI und Autel. Die Einstufung ist maximal scharf, sie untersagt Import, Vermarktung und Verkauf neuer Geräte in den USA und kappt damit die komplette Lieferkette inklusive Tochterfirmen und Partner.
Bestehende Geräte dürfen vorerst weiterfliegen. Wer neue Hardware will, muss auf US-Produktion setzen, die preislich und technologisch aktuell kaum konkurrenzfähig ist. Washington nimmt diese massiven Kollateralschäden und drohende Firmenpleiten bei US-Dienstleistern bewusst in Kauf, um die Datenhoheit über dem eigenen Territorium zurückzugewinnen und Spionage-Risiken durch chinesische Software-Backdoors im Keim zu ersticken.
Die Sprengkraft ist enorm, DJI dominiert je nach Segment rund 70% bis 90% aller kommerziellen kommunalen und privaten Drohnen in den USA vom Bau über Polizei bis Landwirtschaft. Kurzfristig bedeutet das Versorgungsengpässe, steigende Preise und operative Lücken bei Behörden und Unternehmen, mittelfristig einen massiven Nachfrageboom für US-Hersteller und verbündete Anbieter sowie beschleunigte Subventionen und Standardisierung Made in USA. Geopolitisch ist es ein weiterer Frontabschnitt im Techkrieg USA China.
Europäische, israelische oder japanische Hersteller werden bislang nicht vergleichbar sanktioniert, sofern sie westliche Chips, Software und Lieferketten nutzen.
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17 Kommentare
Die Informationen über Kasachstan und dessen Uranförderung lenken etwas ab. Wäre es nicht sinnvoller, den Fokus komplett auf den Drohnenmarkt und die Auswirkungen der Sanktionen zu legen?
Stimmt, die Erwähnung wirkt etwas deplaziert und könnte vom Hauptthema ablenken.
Ich bin sehr gespannt, ob diese Sanktionen tatsächlich zu einem Nachfrageboom für US-Hersteller führen werden, wie im Artikel angedeutet. Bisher waren diese ja kaum konkurrenzfähig – reine Subventionen allein werden das Problem nicht lösen.
Die Tatsache, dass DJI laut Artikel zwischen 70% und 90% des US-Drohnenmarktes kontrolliert, zeigt, wie massiv diese Entscheidung die Branche treffen wird. Wie schnell können US-Hersteller diese Lücke tatsächlich füllen, angesichts der technologischen und preislichen Nachteile?
Es ist bemerkenswert, dass die FCC eine so drastische ’nukleare Notbremse‘ zieht. Glaubt Washington wirklich, dass die Datenhoheit das Risiko von Spionage durch Software-Backdoors vollständig beseitigt?
Die Versorgungsengpässe und steigenden Preise sind unmittelbar zu erwarten, aber wie lange wird es dauern, bis sich der Markt stabilisiert und alternative Lösungen verfügbar sind?
Die Unterscheidung zwischen chinesischen und anderen Herstellern ist interessant. Warum werden europäische, israelische oder japanische Hersteller nicht in gleichem Maße sanktioniert, solange sie westliche Komponenten verwenden?
Der Artikel erwähnt die sinkende US-Konsumentenstimmung. Könnte diese Entscheidung, die viele Branchen betrifft, die Situation noch weiter verschlimmern?
Das ist gut möglich. Weniger verfügbare und teurere Technologie könnte die Konsumenten zusätzlich belasten.
Die Tatsache, dass bestehende Drohnen vorerst weiterfliegen dürfen, ist ein kleiner Lichtblick. Aber was passiert mit dem Ersatzteilbedarf und Software-Updates für diese Geräte?
Ich frage mich, ob diese Entscheidung der US-Regierung auch Auswirkungen auf andere Bereiche der Technologie-Lieferketten haben wird, beispielsweise auf die Produktion von Smartphones oder Computern.
Obwohl ich die Sicherheitsbedenken verstehe, erscheint mir der komplette Ausschluss von DJI und Autel als eine überreagierte Maßnahme. Es hätte möglicherweise auch mildere Formen der Regulierung geben können.
Ich finde es bedenklich, dass die USA den Techkrieg gegen China in diesem Ausmaß auch auf zivile Bereiche ausweiten. Das könnte negative Auswirkungen auf Innovation und Wettbewerb haben.
Ich mache mir Sorgen um die US-Dienstleister, die aufgrund dieser Maßnahmen in finanzielle Schwierigkeiten geraten könnten. Die ‚bewusste Kaufnahme‘ von Firmenpleiten durch Washington erscheint mir zynisch.
Es ist klar, dass die Kontrolle über das eigene Territorium ein wichtiger Faktor ist, aber die vollständige Abschottung von DJI und Autel scheint ein sehr extremer Schritt zu sein.
Könnte diese Situation dazu führen, dass die USA gezwungen sind, ihre eigenen Standards und Technologien im Drohnenbereich schneller zu entwickeln und zu standardisieren, wie im Artikel erwähnt?
Ich finde es interessant, dass der Artikel parallel zum Thema Drohnen auch den US-Raumfahrtboom und die Aktienentwicklung erwähnt. Gibt es einen direkten Zusammenhang zwischen diesen Entwicklungen?