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JERUSALEM (dpa-AFX) – Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu hat US-Präsident Donald Trump für den US-Angriff in Venezuela und die Gefangennahme von Präsident Nicolás Maduro gelobt. „Herzlichen Glückwunsch, Präsident Donald Trump, für Ihre mutige und historische Führungsrolle im Namen von Freiheit und Gerechtigkeit“, schrieb Netanjahu auf der Plattform X. Er sei voller Hochachtung für das entschlossene Handeln der USA und den brillanten Einsatz der mutigen Soldaten, fügte er hinzu. Maduro war ein enger Verbündeter des Iran, dem Erzfeind Israels.
Netanjahu erwähnte den Iran nicht ausdrücklich, aber in Israel wird der Schlag gegen den autoritären Maduro in Zusammenhang mit dem Iran gesehen. Erst am Freitag nur Stunden vor dem Angriff in Venezuela hatte Trump sich in die Proteste im Iran eingeschaltet und mit einem Eingreifen auch dort gedroht. Wenn der Iran friedliche Demonstranten töte, „werden die Vereinigten Staaten von Amerika ihnen zu Hilfe kommen“, schrieb der Republikaner auf seiner Online-Plattform Truth Social. Was er konkret vorhat, ließ der US-Präsident offen.
Israels Diasporaminister Amichai Chikli wurde sehr viel deutlicher als Netanjahu und schlug einen direkten Bogen von dem US-Einsatz in Venezuela zum Iran. Die Gefangennahme Maduros habe „der globalen Achse des Bösen einen tödlichen Schlag versetzt und sendet eine klare Botschaft an (den iranischen Obersten Führer Ajatollah Ali) Chamenei“, schrieb er auf X.
Auch der israelische Oppositionsführer Jair Lapid griff die möglichen Parallelen zwischen Venezuela und Iran auf. „Das Regime im Iran sollte genau beobachten, was in Venezuela geschieht“, schrieb der Chef der Mitte-Rechts-Partei Jesch Atid (Zukunftspartei) auf X. Aus der Sicht des jüdischen Staates bedroht die islamistische Führung in Teheran mit ihren möglichen Plänen, atomare Waffen herzustellen, die Existenz Israels.
Im vergangenen Juni hatte Israel zwölf Tage lang Krieg gegen den Iran geführt und mit den USA zentrale Atomanlagen bombardiert. Das Atomprogramm des Mullah-Staates soll infolgedessen nach israelischer Darstellung um Jahre zurückgeworfen worden sein./gm/DP/he

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22 Kommentare
Die Bombardierung iranischer Atomanlagen im Juni, die Israel zugeschrieben wird, stellt einen klaren Bruch des Völkerrechts dar und sollte kritisch hinterfragt werden.
Es ist bemerkenswert, dass Trump kurz vor dem Venezuela-Einsatz auch im Iran mit Intervention gedroht hat – scheint eine klare Linie des ‚maximalen Drucks‘ zu sein.
Netanjahus Glückwünsche an Trump zur Gefangennahme Maduros wirken angesichts der israelisch-iranischen Feindschaft wenig überraschend, da Maduro ein enger Verbündeter des Iran war.
Die Betonung der ‚Freiheit und Gerechtigkeit‘ in Netanjahus Statement wirkt angesichts der Menschenrechtslage in Venezuela und der israelischen Besatzungspolitik zynisch.
Die parallele Drohung gegenüber dem Iran und die Unterstützung des Venezuela-Einsatzes lassen auf eine koordinierte Strategie der USA schließen, um den Einfluss des Iran einzudämmen.
Die Formulierung ‚globale Achse des Bösen‘ ist stark wertend und trägt nicht zu einer sachlichen Diskussion über die komplexen geopolitischen Verhältnisse bei.
Die Drohung mit militärischer Hilfe für iranische Demonstranten, falls diese getötet werden, ist ein gefährliches Spiel mit unvorhersehbaren Folgen.
Die schnelle Verurteilung durch Netanjahu und die anschließenden Kommentare anderer israelischer Politiker zeigen, wie wichtig die Iran-Politik für Israel ist.
Es ist wichtig zu analysieren, welche Auswirkungen die Gefangennahme Maduros auf die Stabilität der gesamten Region haben könnte, insbesondere auf die Beziehungen zwischen den USA, Venezuela und dem Iran.
Die Aussage von Chikli über die ‚Achse des Bösen‘ erinnert an die Rhetorik der Bush-Ära und scheint darauf abzuzielen, eine breitere öffentliche Unterstützung für eine harte Linie gegen den Iran zu gewinnen.
Ich frage mich, ob die Behauptung, das iranische Atomprogramm sei durch die israelischen und US-amerikanischen Angriffe um Jahre zurückgeworfen worden, wirklich überprüfbar ist.
Die Erwähnung des im Juni durchgeführten zwölftägigen Krieges gegen den Iran und der Bombardierung von Atomanlagen wirft die Frage auf, inwieweit die USA in diese Aktionen involviert waren.
Die Aussage von Diasporaminister Chikli, dass die Gefangennahme Maduros ein ‚tödlicher Schlag‘ für die ‚globale Achse des Bösen‘ sei, klingt sehr alarmistisch und erinnert an eine kalte Kriegsrhetorik.
Die Tatsache, dass der Artikel von dpa-AFX stammt, deutet auf eine schnelle Nachrichtenmeldung hin, die möglicherweise noch nicht alle Aspekte der Situation beleuchtet.
Ich bin besorgt über die Eskalationsgefahr, die von solchen Interventionen ausgeht. Was sind die konkreten Pläne der USA, falls es zu einem Konflikt mit dem Iran kommt?
Ist es realistisch zu erwarten, dass die Gefangennahme Maduros tatsächlich eine nachhaltige Veränderung in der geopolitischen Lage bewirkt, oder handelt es sich eher um eine symbolische Geste?
Lapids Kommentar, dass das iranische Regime die Ereignisse in Venezuela beobachten sollte, ist eine deutliche Warnung und impliziert mögliche Konsequenzen für Teheran.
Die Tatsache, dass Netanjahu den Iran im ersten Statement nicht explizit erwähnt, deutet darauf hin, dass die Botschaft subtil, aber dennoch klar an Teheran gerichtet ist.
Die Formulierung ‚mutige und historische Führungsrolle‘ im Bezug auf Trumps Handeln in Venezuela wirkt mir übertrieben und parteiisch.
Die Betonung der ‚entschlossenen Handlung‘ und des ‚brillanten Einsatzes‘ der Soldaten wirkt wie eine Propagandamelodie, die die tatsächlichen Kosten des Einsatzes verschleiert.
Die Tatsache, dass Trump seine Drohungen auf Truth Social veröffentlicht, unterstreicht seinen Hang zur direkten Kommunikation und zur Umgehung traditioneller Medienkanäle.
Die schnelle Reaktion Netanjahus unterstreicht die enge strategische Partnerschaft zwischen Israel und den USA, insbesondere im Hinblick auf die Eindämmung des iranischen Einflusses.