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PALM BEACH (dpa-AFX) – Die US-Regierung will nach der Entmachtung von Venezuelas Staatschef Nicolás Maduro mit dessen Vizepräsidentin Delcy Rodríguez zusammenarbeiten. „Wir haben gerade ein Gespräch mit ihr geführt, und sie ist im Grunde bereit, das zu tun, was wir für notwendig halten, um Venezuela wieder groß zu machen, ganz einfach“, sagte US-Präsident Donald Trump bei einer Pressekonferenz in seiner Residenz Mar-a-Lago in Florida.
Nach der venezolanischen Verfassung würde Vizepräsidentin Delcy Rodríguez bei einem Ausfall des Staatschefs bis zu Neuwahlen die Regierungsgeschäfte übernehmen. Als Außenministerin (2014-2017) prägte Rodríguez den konfrontativen Kurs gegen die USA, den sie als Vizepräsidentin fortsetzte. In seiner Pressekonferenz kündigte Trump auch an, dass die USA die Führung in Venezuela übergangsweise übernehmen wollten.
„Ich meine, es gibt niemanden, der das Amt übernehmen könnte“, sagte Trump. „Sie hatte ein langes Gespräch mit Marco und sagte: „Wir werden alles tun, was Sie brauchen.“ Ich finde, sie war sehr zuvorkommend, aber sie hat wirklich keine andere Wahl.“/cpe/DP/he
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19 Kommentare
Die Geschwindigkeit, mit der Trump diese Initiative vorantreibt, ist bemerkenswert. Welche Informationen hat er, die uns nicht vorliegen, um so schnell handeln zu können?
Wie werden die anderen venezolanischen Oppositionellen auf die mögliche Zusammenarbeit mit Rodríguez reagieren? Das könnte zu internen Konflikten führen.
Die Ankündigung einer übergangsweisen Übernahme der Führung durch die USA ist ein beispielloser Schritt. Welche rechtlichen Grundlagen gibt es dafür?
Ich finde es riskant, sich auf eine Person zu verlassen, die bisher eine so ablehnende Haltung gegenüber den USA eingenommen hat. Trump scheint sehr optimistisch zu sein, aber Vorsicht wäre geboten.
Die Tatsache, dass das Gespräch mit Rodríguez von Trump höchstpersönlich in Mar-a-Lago geführt wurde, deutet auf eine hohe Priorität hin. Aber ist das der richtige Rahmen für solche Verhandlungen?
Die Aussage Trumps, dass sie „wirklich keine andere Wahl“ hat, klingt nach einer subtilen Drohung. Was genau könnte Rodríguez dazu bewegen, sich so stark einzubiegen?
Wenn Rodríguez tatsächlich die Regierungsgeschäfte übernehmen sollte, welche Auswirkungen hätte das auf die humanitäre Krise in Venezuela? Wäre eine Verbesserung zu erwarten?
Es bleibt abzuwarten, ob diese Zusammenarbeit funktioniert. Bisherige Erfahrungen mit Venezuela und den dortigen politischen Akteuren lassen wenig Optimismus aufkommen.
Es ist interessant, dass Trump hier eine so klare Linie zieht und eine Übergangsregierung durch die USA anstrebt. Das könnte die geopolitische Lage in der Region dramatisch verändern.
Es scheint, als ob Trump Rodríguez‘ Vergangenheit, ihren konfrontativen Kurs, rein ignoriert. Ist das naiv oder ein kalkuliertes Risiko?
Die Aussage, dass sie „im Grunde bereit“ sei, klingt vage. Was genau bedeutet „im Grunde“ und wie ist das abgesichert? Braucht es schriftliche Zusagen?
Trumps Aussage, dass Delcy Rodríguez „bereit ist, das zu tun, was wir für notwendig halten“, klingt sehr einseitig. Wird ihre Zustimmung wirklich ohne Bedingungen erfolgen, oder gibt es bereits geheime Absprachen?
Das ist eine berechtigte Frage. Die Vergangenheit mit Rodríguez als Außenministerin lässt wenig Hoffnung auf eine unkomplizierte Zusammenarbeit zu.
Es ist bemerkenswert, dass Trump die USA als Übergangsregierung in Venezuela sieht, obwohl die Verfassung eigentlich Delcy Rodríguez als Nachfolgerin vorsieht. Wie plant er, diesen Schritt rechtfertigbar zu machen?
Die Rechtfertigung wird wohl darin liegen, dass er keine andere geeignete Person sieht, wie er selbst sagte. Die internationale Reaktion darauf wird aber entscheidend sein.
Trump sagt, Rodríguez habe gesagt: „Wir werden alles tun, was Sie brauchen“. Das ist eine sehr weitgehende Aussage. Welche konkreten Forderungen werden an sie gestellt?
Ich bin gespannt, welche konkreten Schritte als nächstes unternommen werden, um Venezuela „wieder groß zu machen“, wie Trump es nennt. Welche Strategie wird verfolgt?
Rodríguez‘ konfrontativer Kurs gegen die USA zwischen 2014 und 2017 als Außenministerin wirft Fragen auf. Kann man wirklich erwarten, dass sie nun plötzlich kooperativ ist, besonders nach ihrem fortgesetzten Kurs als Vizepräsidentin?
Vielleicht ist der Druck, dem sie jetzt ausgesetzt ist, so groß, dass sie keine andere Wahl hat, als zumindest den Anschein der Kooperation zu wahren.