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Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte bei einem Neujahrsempfang in Halle Hoffnung auf einen Ausgleich mit Russland in der längeren Perspektive ausgedrückt. Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni sprach sich vor rund einer Woche mit Blick auf die internationalen Bemühungen für ein Ende des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine dafür aus, dass Europa wieder mit Russland spricht. „Denn wenn Europa beschließt, an dieser Verhandlungsphase teilzunehmen, dabei aber nur mit einer der Konfliktparteien spricht, fürchte ich, dass der positive Beitrag, den es leisten könnte, am Ende begrenzt sein wird“, sagte sie.
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Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte bereits im Dezember gesagt, dass es nützlich sein könnte für Europa und die Ukraine, wieder mit Kremlchef Wladimir Putin zu sprechen, um direkt an der Diskussion beteiligt zu sein. „Ansonsten diskutieren wir untereinander mit Verhandlungsführern, die allein mit den Russen diskutieren werden. Das ist nicht optimal.“
´/ksr/DP/stw
Quelle: dpa-AFX
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19 Kommentare
Die Tatsache, dass Peskow die europäischen Aussagen als ‚entsprechend der Moskauer Sichtweise‘ bezeichnet, klingt eher nach einer Bestätigung der eigenen Position als nach einer echten Gesprächsbereitschaft.
Macrons Argumentation, dass direkte Gespräche mit Putin ’nicht optimal‘ seien, wenn Europa nur über Mittelsmänner kommuniziert, ist nachvollziehbar, aber birgt auch Risiken.
Ich frage mich, ob diese Gesprächsbereitschaft des Kremls an irgendwelche Bedingungen geknüpft ist, die für die Ukraine inakzeptabel wären. Das wäre ein gefährliches Spiel.
Die Betonung auf ‚direkte Diskussion‘ durch Macron lässt vermuten, dass er die aktuelle Kommunikationsstruktur als ineffektiv empfindet.
Peskow’s Aussage, dass der Kreml die Äußerungen aus Paris, Rom und Berlin positiv bewertet, scheint ein deutliches Signal zu sein, dass Moskau grundsätzlich gesprächsbereit ist – aber zu welchen Bedingungen?
Das ist die entscheidende Frage. Bisher hat Russland keine Kompromissbereitschaft gezeigt, die für echte Verhandlungen notwendig wäre.
Die Formulierung ‚längere Perspektive‘ bei Merz ist vage. Was bedeutet das konkret? Jahre, Jahrzehnte? Das lässt viel Raum für Interpretationen.
Es ist wichtig zu bedenken, dass die russische Nachrichtenagentur Tass die Quelle für Peskow’s Aussage ist. Das wirft Fragen nach der Objektivität der Berichterstattung auf.
Ich bin skeptisch, ob Putin wirklich an einer ehrlichen Lösung interessiert ist, oder ob er die Gespräche nur als Propaganda-Instrument nutzen will.
Es ist bemerkenswert, dass Merz überhaupt die Möglichkeit eines ‚Ausgleichs‘ anspricht, während die Ukraine um ihre territoriale Integrität kämpft.
Die Erwähnung von Halle als Ort für Merz‘ Neujahrsempfang ist irrelevant für die eigentliche Thematik, lenkt aber kurz ab.
Ich befürchte, dass diese Gespräche, falls sie zustande kommen, zu einer weiteren Normalisierung des russischen Verhaltens führen könnten, ohne dass sich die Situation für die Ukraine verbessert.
Friedrich Merz‘ Hoffnung auf einen Ausgleich in der ‚längeren Perspektive‘ wirkt angesichts der aktuellen Lage und der russischen Kriegführung etwas naiv.
Die Aussage von Meloni über die ‚begrenzte‘ Wirkung von Gesprächen mit nur einer Seite ist ein wichtiger Punkt, der oft übersehen wird.
Giorgia Melonis Bedenken, dass Gespräche nur mit einer Seite wenig bringen, sind absolut berechtigt. Eine umfassende Lösung erfordert die Beteiligung aller Konfliktparteien.
Die Tatsache, dass der Kreml die Aussagen aus Paris, Rom und Berlin *explizit* erwähnt, könnte darauf hindeuten, dass Russland versucht, eine Spaltung innerhalb der EU zu provozieren.
Es wäre interessant zu wissen, welche konkreten ‚Äußerungen‘ aus Paris, Rom und Berlin Peskow meint. Gibt es schriftliche Vereinbarungen oder nur mündliche Äußerungen?
Gute Frage! Eine klare Definition der ‚Äußerungen‘ wäre entscheidend, um die Absichten der beteiligten Parteien besser einschätzen zu können.
Mich wundert, dass gerade jetzt, wo die militärische Lage für Russland schwierig ist, diese Signale kommen. Ist das ein Zeichen von Schwäche oder eine taktische Manöver?