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ERFURT (dpa-AFX) – Thüringens Ex-Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hält den Kampf des Zalando
In den gleichlautenden Schreiben, die der dpa vorliegen, macht Ramelow darauf aufmerksam, dass die Standortschließung „ohne Vorwarnung und ohne jegliche Mitbestimmung“ verkündet worden sei. Nach einem Treffen mit dem Betriebsrat des Erfurter Logistik-Standorts schrieb Ramelow, es gehe nun um das rechtlich vorgeschriebene Verfahren der Arbeitnehmerbeteiligung, aber auch um Alternativen oder neue Investitionen in den Standort.
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Ramelow bringt Kurzarbeit ins Gespräch
Der Linke-Politiker, der vor dem Einstieg in die Politik Gewerkschaftsfunktionär war, brachte Kurzarbeit und Qualifizierungsprogramme für die Zalando-Belegschaft ins Spiel. Damit könnten mögliche Investitionen in den Standort flankiert werden.
„Wenn wir über den Standort Erfurt reden, dann reden wir nicht nur über 2.700 originär dort Beschäftigte, sondern auch über mindestens noch einmal 1.000 Personen, die direkt oder indirekt dienstleistend für den Standort Erfurt tätig sind“, heißt es in den Briefen an Bas und Nahles. Es gehe darum, wie der Standort Erfurt so leistungsfähig wie der von Zalando präferierte Standort Gießen gemacht werden könne.
Arbeitsvermittler im Logistikzentrum
Rund zwei Wochen nach der Zalando-Entscheidung sucht die Thüringer Landesregierung ebenfalls nach Perspektiven für die Beschäftigten und den Standort. Seit Wochenbeginn ist die regionale Arbeitsagentur mit acht Vermittlern direkt in dem Unternehmen vertreten. Zunächst sollen nach Angaben der Regionaldirektion Fälle von Arbeitnehmern bearbeitet werden, bei denen in nächster Zeit befristete Arbeitsverhältnisse auslaufen.
Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums wird der Kontakt zum ausländischen Eigentümer der riesigen Logistikhalle gesucht, die Zalando nur gemietet habe. Dabei gehe es auch um eine künftige Nutzung und damit neue Arbeitsplätze.
Zalando-Sprecher: „Kein realistisches Szenario“ für Weiterbetrieb
Der Dax
Quelle: dpa-AFX
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23 Kommentare
Es ist frustrierend zu hören, dass die Schließung ‚ohne Vorwarnung‘ erfolgte. Das wirft Fragen nach der sozialen Verantwortung von Zalando auf.
Die Tatsache, dass Zalando die Logistikhalle nur gemietet hat, eröffnet doch interessante Möglichkeiten für die Thüringer Landesregierung, oder? Könnte eine neue Vermietung an ein anderes Unternehmen schnell Arbeitsplätze schaffen?
Die Schließung des Zalando-Standorts in Erfurt ist ein schwerer Schlag für die Region. Wie kann man verhindern, dass es zu einem weiteren Verlust von Arbeitsplätzen kommt?
Es ist bemerkenswert, dass Ramelow sich so schnell nach seinem Wechsel in den Bundestagsvizepräsidenten um die Situation in Erfurt kümmert. Zeigt das, dass er die Verantwortung für Thüringen weiterhin sehr ernst nimmt?
Die Aussage von Zalando, dass es ‚kein realistisches Szenario‘ für einen Weiterbetrieb gibt, klingt sehr eindeutig. Warum hat der Betriebsrat dann noch Hoffnung, und worauf stützt sich diese?
Ich frage mich, ob die Präferenz von Zalando für den Standort Gießen rein wirtschaftlicher Natur ist, oder ob auch andere Faktoren eine Rolle spielen. Gibt es da Informationen?
Es ist wichtig, dass die Gespräche mit Bas und Nahles transparent geführt werden. Die Mitarbeiter und die Öffentlichkeit müssen wissen, was auf dem Tisch liegt.
Die Tatsache, dass die Landesregierung den Kontakt zum Eigentümer der Halle sucht, ist ein kluger Schachzug. Eine schnelle Neunutzung wäre die beste Lösung für alle Beteiligten.
Die Situation in Erfurt zeigt, wie wichtig es ist, dass Logistikzentren nicht nur auf Effizienz, sondern auch auf soziale Verträglichkeit ausgerichtet sind. Was kann man da verbessern?
Ich finde es positiv, dass die Arbeitsagentur bereits vor Ort ist, um befristete Arbeitsverhältnisse zu bearbeiten. Das ist ein wichtiger erster Schritt, um die Betroffenen zu unterstützen.
Ich bin gespannt, ob die Gespräche mit Bundesministerin Bas und Andrea Nahles zu konkreten Ergebnissen führen werden. Die Zeit drängt ja, da die Schließung für 2026 geplant ist.
Die Zahl von 2.700 direkt betroffenen Mitarbeitern in Erfurt ist enorm. Wie realistisch ist es wirklich, dass Kurzarbeit hier eine tragfähige Lösung sein kann, angesichts der klaren Aussage von Zalando, dass die Schließung ‚final und strategisch begründet‘ sei?
Die Frage ist, ob Erfurt überhaupt in der Lage ist, einen Standort wie Gießen zu replizieren. Welche spezifischen Vorteile bietet Gießen, die Erfurt nicht hat?
Die fehlende Mitbestimmung des Betriebsrats ist ein Skandal. Unternehmen müssen ihre Mitarbeiter in solche Entscheidungen einbeziehen.
Es ist gut, dass Ramelow seine gewerkschaftliche Erfahrung einbringt und Kurzarbeit vorschlägt. Aber ist das wirklich eine langfristige Lösung, oder nur ein Aufschieben des Problems?
Es ist wichtig, dass nicht nur die direkten Zalando-Mitarbeiter, sondern auch die 1.000 indirekt Beschäftigten berücksichtigt werden. Welche konkreten Maßnahmen sind für diese Gruppe geplant?
Die Aussage von Zalando, dass die Situation in Frage zu stellen den Mitarbeitern nicht helfe, klingt etwas zynisch. Ist es nicht gerade die Aufgabe der Politik, sich für die Arbeitnehmer einzusetzen?
Ramelows Briefe an Bas und Nahles betonen die fehlende Mitbestimmung bei der Schließungsentscheidung. Ist das ein häufigeres Problem bei solchen Unternehmensentscheidungen, und wie kann man das in Zukunft besser regeln?
Ich bin skeptisch, ob Kurzarbeit die Lösung ist, wenn Zalando bereits eine ‚final und strategisch begründete‘ Entscheidung getroffen hat. Das klingt nach einem reinen PR-Manöver.
Die Bemühungen um Qualifizierungsprogramme sind richtig, aber sind diese Programme auf die tatsächlichen Bedürfnisse des Arbeitsmarktes in Erfurt zugeschnitten? Sonst hilft das ja auch nicht viel.
Ich finde es gut, dass die Bundesagentur für Arbeit bereits mit acht Vermittlern vor Ort ist. Aber reicht das aus, um 2.700 plus weitere 1.000 indirekt betroffene Personen angemessen zu unterstützen?
Es wäre interessant zu wissen, welche Alternativen oder neuen Investitionen Ramelow konkret im Sinn hat. Gibt es da schon erste Ideen?
Die Thüringer Landesregierung sollte sich nicht nur auf die Suche nach neuen Mietern für die Halle konzentrieren, sondern auch die Attraktivität des Standorts Erfurt insgesamt verbessern.