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Gold und Silber schwächeln – Kunst rückt als Sachwert in den Fokus. Warum sie auch für Normalanleger spannend sein kann und worauf beim Investieren zu achten ist.
Der Kursabsturz bei Gold und Silber schreckt viele Anleger auf. Doch es gibt mehr Sachwerte als Immobilien und Edelmetalle, die als nachhaltige Anlage sinnvoll sein können: Kunst ist eine spannende Wertanlage – und zwar nicht nur für Reiche.
Wer in Kunst investieren will, sollte hier anfangen: Der „Art & Finance Report 2023“ von Deloitte zeigt auf mehr als 400 Seiten, wie vielfältig und komplex der Kunstmarkt ist und welche unterschiedlichen Teilmärkte er umfasst.
Für Anleger, die nach einer passenden Investitionsmöglichkeit suchen, bietet der Report detaillierte Informationen zur Kunst als Anlageklasse.
Um das Risiko zu streuen, sollten Investoren mehrere Kunstwerke erwerben
Oft denken Anleger bei Kunstinvestitionen an teure Werke berühmter Künstler, die Millionen bei Auktionen erzielen. Doch solche Investitionen sind für die meisten Menschen unerschwinglich. Ein einzelnes Kunstwerk zu besitzen, reicht zudem nicht aus, da die Wertentwicklung unvorhersehbar ist.
Um das Risiko zu streuen, sollten Investoren mehrere Werke erwerben, idealerweise zwischen fünf und 20, da sich die Marktverhältnisse ändern können und ein Kunstwerk im Wert sinken könnte.
Werte von Kunstwerken werden oft erst während Auktionen klar
Die Preisbestimmung von Kunstwerken ist schwierig, insbesondere bei Einzelstücken, die auf Auktionen versteigert werden.
Der Wert eines Kunstwerks zeigt sich oft erst während der Auktion, wobei der tatsächliche Preis stark von den Geboten der anderen Teilnehmer abhängt.
Achtung vor dem „Winner’s Curse“
Es besteht die Gefahr, dass ein Käufer mehr bezahlt, als das Werk tatsächlich wert ist – ein Phänomen, das als „Winner’s Curse“ bekannt ist. Eine genauere Einschätzung des Preises ist oft nur möglich, wenn es mehrere identische Werke gibt, wie zum Beispiel limitierte Fotografien.
Fotografien in limitierter Auflage bieten den Vorteil, dass ihr Preis besser bestimmbar ist, weil sie häufiger gehandelt werden. Auch die Wertentwicklung ist leichter nachzuvollziehen, da es mehrere Exemplare gibt, deren Preisentwicklung im Laufe der Zeit beobachtet werden kann.
Ein Index für Kunstwerke, wie er für Aktien existiert, ist aufgrund der Uneinheitlichkeit der Werke jedoch schwer darstellbar. Kunstwerke müssen mindestens zweimal gehandelt worden sein, um in einem Index berücksichtigt zu werden, was die Genauigkeit der Indizes einschränkt. Diese bieten nur einen Teilaspekt des Marktes, weshalb ihre Repräsentativität begrenzt ist.
Haltedauer von Kunstwerken sollte sogar Jahrzehnte dauern können
Für Anleger ist es wichtig, langfristig zu denken: Eine geplante Haltedauer von Kunstwerken sollte Jahre oder Jahrzehnte betragen. Die Rendite aus Kunstinvestitionen schwankt, jedoch haben Fotografien sowie Post-War und Contemporary Art in den letzten 25 Jahren eine durchschnittliche Rendite von etwa 5 Prozent erzielt, die sich mit der von Aktien vergleichen lässt, besonders in guten Phasen.
Es bleibt jedoch unklar, ob sich diese Entwicklung auch in Zukunft wiederholt, da der Kunstmarkt vielen Schwankungen unterliegt.
Achtung bei Transaktionskosten, Versicherung und Lagerung
Transaktionskosten bei Kunst sind deutlich höher als bei anderen Anlageklassen. Ein Verkauf kann mit Gebühren von 20 Prozent bis 30 Prozent verbunden sein, die durch den Einsatz eines Kunstexperten auf 15 Prozent bis 20 Prozent gesenkt werden können. Zusätzlich müssen Kosten für Versicherung und Lagerung eingeplant werden.
Trotz dieser hohen Kosten könnten die steuerfreien Erträge nach einer Haltedauer von mindestens einem Jahr und die regelmäßige Wertsteigerung dazu führen, dass sich die Investition langfristig rentiert.
Der Verkauf von Kunstwerken ist jedoch von der Marktsituation und der nächsten Auktion abhängig, weshalb Anleger eine gute Liquidität einplanen müssen.
Dr. Daniel Walther ist Finanzexperte mit 30 Jahren Erfahrung in Vermögensanlage, -verwaltung und Vertriebssteuerung. Er schreibt Kolumnen für FAZ und das Deutsche Institut für Altersvorsorge und ist Gründer der Finanz-App Vermögensheld. Er ist Teil unseres EXPERTS Circle. Die Inhalte stellen seine persönliche Auffassung auf Basis seiner individuellen Expertise dar.
Anleger, die über ein Budget von mindestens 20.000 Euro verfügen, können in Fotografien als Sachwerte investieren, die eine interessante Möglichkeit bieten, da ihre Werte langfristig stabil bleiben und im besten Fall sogar steigen. Diese Investition ist ungebunden an eine bestimmte Währung und bietet steuerliche Vorteile, wenn die Werke in einem Schweizer Zollfreilager aufbewahrt werden. So entfällt beispielsweise die Umsatzsteuer, und es muss keine Erbschaftssteuer im Falle des Weiterverkaufs entrichtet werden.
Die Wertfeststellung erfolgt durch unabhängige Gutachter, und wer mehrere Werke besitzt, kann diese einzeln verkaufen, um Liquidität zu erzielen. Dennoch bleibt die Frage, wie ein Anleger das notwendige Wissen erlangt, um gute Kunstwerke auszuwählen. Hier empfiehlt es sich, einen Kunstexperten hinzuzuziehen, der nicht nur bei der Auswahl und Bewertung hilft, sondern auch den Verkauf durch Auktionen oder Privatverkäufe organisiert.
Abschließend lässt sich sagen, dass Kunst eine interessante Möglichkeit zur Diversifikation des Portfolios darstellt. Besonders Post-War- und Contemporary Art bieten Chancen für kleinere Vermögen, da sie in den letzten Jahren stabile Renditen erzielt haben. Für Anleger, die langfristig und mit einem diversifizierten Portfolio investieren möchten, kann Kunst – insbesondere Fotografien – eine attraktive Option sein, die neben der Rendite auch als Werterhalt dient, ähnlich wie Gold.
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6 Kommentare
Interesting update on Nach Gold-Absturz: Experte zeigt, für wen Kunst als Anlage spannend ist. Looking forward to seeing how this develops.
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