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Schon vor Jahren hat Japan erlebt, wie China Seltene Erden als Waffe einsetzt. Der Konflikt geht jetzt in eine neue Runde. Japan sucht Lösungen.
Zwischen China und Japan kriselt es. Eine Regulierung aus Peking soll die Lieferungen kritischer Rohstoffe an Tokio beschneiden. Im Westen hatte eine ähnliche Entwicklung schon zu massiven Preissprüngen geführt. Japan aber ist für diese Konfrontation besser gerüstet als der Westen – und zeigt uns damit, wie es geht.
1. Strategie: Seltene Erden aus dem Ozean
Angeblich hat Japan eine neue Quelle für Seltene Erden gefunden. Diese soll sich in Ozean-Sediment befinden, etwa sechs Kilometer unter dem Meeresspiegel. Das habe eine japanische Testmission ergeben, berichtet die Japan Times. Es sei weltweit die erste Mission gewesen, die sich damit beschäftigt hat, diese kritischen Rohstoffe aus der Tiefsee zu bergen.
„Die Details werden analysiert werden, inklusive des Anteils Seltener Erden“ in den Proben, sagt der Regierungssprecher Kei Sato dazu. Er fügt an, dass es sich um einen „bedeutenden Erfolg“ handele, sowohl hinsichtlich der wirtschaftlichen Sicherheit als auch der „umfassenden maritimen Entwicklung“.
Eingesammelt hatte die Proben ein speziell ausgerüstetes Forschungsschiff namens Chikyu. Dieses hatte im Januar die Gewässer der Insel Minami Torishima erkundet, die angeblich reich an wertvollen Mineralen sein sollen. Schätzungen sprechen von 16 Millionen Tonnen Seltener Erden, darunter ein Dysprosiumvorrat, der 730 Jahre lang reichen soll. Dysprosium wird unter anderem in Magneten, Telefonen und Elektroautos eingesetzt. Gesetzt dem Fall, dass dort tatsächlich größere Mengen Seltener Erden liegen, wäre die nächste Herausforderung, eine wirtschaftliche Methode für den Abbau zu finden.
2. Strategie: Investments in wichtige Kapazitäten
Die zweite Maßnahme, mit der Japan schon vor vielen Jahren begonnen hatte, ist die massive Investition in ausländische Minenunternehmen sowie in die heimische Raffinerie- und Recyclingkapazität. Das amerikanische Center for Strategic & International Studies (CSIS) gab in einer aktuellen Analyse an, Japan habe schon 2011 damit angefangen und 250 Millionen US-Dollar in das australische Unternehmen Lynas Rare Earths investiert. Über die vergangenen 15 Jahre hatte Lynas stetig expandiert und Kapazitäten im Abbau, in der Verarbeitung und Magnetenproduktion aufgebaut.
China nutzt Seltene Erden als Waffe
Genau wie für Europa und die USA ist die chinesische Marktmacht bei Seltenen Erden das Problem für die japanische Industrie. Das „Reich der Mitte“ kontrolliert große Teile der Kapazitäten für Seltene Erden, sowohl beim Abbau und noch stärker bei der Weiterverarbeitung. Japan war das erste Land, das unter der chinesischen Restriktionsstrategie litt.
Am Dienstag, den 6. Januar, hat China Japan mit neuen Exportrestriktionen für die politische Haltung Tokios bestraft. Die Restriktionen betreffen Dual-Use-Technologien, also solche, die sowohl im zivilen Sektor als auch in der Rüstungsindustrie zum Einsatz kommen. Darunter befinden sich Seltene Erden, Permanentmagnete und andere kritische Mineralien, die für den Bau von Rüstungsgütern notwendig sind. Pekings Definition von Dual-Use-Gütern umfasst außerdem Gallium, Germanium, Graphit und fortschrittliches Equipment für die verarbeitende Industrie.
Im Vorfeld hatte die japanische Premierministerin Minister Sanae Takaichi sich zu Taiwan geäußert und gesagt, dass ein Angriff auf die Insel auch für Japan eine „existenzielle Krise“ darstellen würde. Das rechtfertige einen militärischen Einsatz Japans.
15 Jahre Zeit, Abhängigkeit von China dauert an
Um sich voll von China zu lösen, müsste Japan allerdings noch einen weiten Weg gehen. Die Analysefirma CEIC Data geht davon aus, dass das Land 60 Prozent seiner kritischen Rohstoffe von China erhält. Und das, obwohl Japan bereits in Richtung Vietnam oder Thailand diversifiziert hat. Japan gilt als der größte Importeur von Seltenen Erden der Welt. 2024 hat es über 5200 Tonnen Seltener Erden aus China gekauft. Am größten soll die Abhängigkeit bei sogenannten schweren Seltenen Erden sein, die unter anderem in Batterien und Halbleiter-Technologie vorkommen.
Die europäischen Staaten haben vergleichsweise spät reagiert. Über den Critical Raw Materials Act versucht die Europäische Union, eigene Kapazitäten auf- und Abhängigkeiten zu einzelnen Drittländern abzubauen. Das Beispiel Japan zeigt jedoch, wie lang das dauern kann.
Seltene Erden, die mit zu den kritischen Rohstoffen gehören, spielen für die Weltwirtschaft eine wachsende Rolle. Die EU schätzt, dass sich ihr Bedarf innerhalb der nächsten Jahre drastisch erhöhen wird. Westliche Unternehmen zahlen derzeit jeden Preis, weil die Produktion ohne die wichtigen Rohstoffe stillstehen würde. Anleger, die daran teilhaben wollen, können entweder in Rohstoff-ETFs oder unter Umständen in die physischen Metalle investieren.
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6 Kommentare
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