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Startseite»News»Anleger erwarten zu viel von Sparplänen
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Anleger erwarten zu viel von Sparplänen

Finanzen100Von Finanzen100vor 12 Stunden6 Kommentare1.453 Aufrufe
Anleger erwarten zu viel von Sparplänen
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Ein Sparplan sieht wie der sichere Weg zum Vermögen aus. Aber real nach Kosten bleibt leider viel weniger übrig als gemeinhin angenommen.

Bei der Beurteilung der Wichtigkeit von Sparplänen für den Vermögensaufbau und die Altersvorsorge wird dem Zinseszinseffekt enorme Bedeutung zugesprochen. Entsprechende Beispiele basieren dann häufig auf sehr langen Laufzeiten oder zumindest auf sehr hohen Renditen – oder idealerweise der Kombination aus beiden.

Dr. Daniel Walther ist Finanzexperte mit 30 Jahren Erfahrung in Vermögensanlage, -verwaltung und Vertriebssteuerung. Er ist Teil unseres EXPERTS Circle. Die Inhalte stellen seine persönliche Auffassung auf Basis seiner individuellen Expertise dar.

Hätten die Urahnen eines Anlegers zu Beginn unserer modernen Zeitrechnung lediglich einen Euro zu einem Prozent Zins angelegt, wären es dennoch heute nach 2024 Jahren weit mehr als fünf Millionen Euro. Angenommen, die Vorfahren des Anlegers waren nicht so weise, aber er erzielt heute 100 Prozent jährliche Rendite – dann vertausendfacht sich sein Vermögen alle zehn Jahre. Beides klingt auf alle Fälle beeindruckend!

Aktienmarkt erzielt langfristig eine Rendite von bis zu acht Prozent

Bei genauerer Betrachtung haben die meisten Menschen nicht so viel Zeit und auch eine fortlaufende Rendite von 100 Prozent ist schwer zu realisieren. Auf die heutige Zeit übertragen hört sich die realistische Geschichte deshalb ungefähr so an: Der Aktienmarkt erzielt langfristig eine Rendite von sechs oder auch gerne acht Prozent. Es reicht, regelmäßig in Aktien zu sparen und in 30 Jahren, besser noch 40, baut sich ein Vermögen auf. Jeder Anleger muss aber prüfen, welche Ergebnisse in der Praxis wirklich erzielt werden können.

Selbst acht Prozent Rendite könnten ausreichen – auf den ersten Blick. Denn leider muss der Anleger seine reale Rendite im Auge haben, was bedeutet, zunächst noch Steuern (und Kosten) abzuziehen, um zur Nettorendite zu gelangen, und anschließend noch die Entwertung der Inflation zu berücksichtigen.

Steuern und Kosten zehren an der Rendite

Aus acht Prozent werden damit zunächst sechs Prozent und bei drei Prozent Inflation in der Folge knapp drei Prozent reale Rendite. 

Bei einer Ausgangsrendite von sechs Prozent landet man nach Steuern sogar bei nur knapp 4,5 Prozent und nach Inflation bei weniger als 1,5 Prozent. Berücksichtigt man schließlich noch die Transaktionskosten, die selbst bei einem ETF anfallen, sind die Renditen in beiden Szenarien nicht ausreichend, um bei kurzen Laufzeiten wirklich vom Zinseszinseffekt profitieren zu können.

Was die die Rendite nicht leisten kann, kann eventuell durch die Laufzeit ausgeglichen werden. Wobei sich die Frage stellt, ob 40 Jahre ein ausreichend langer Zeitraum für einen Sparplan sind. Immerhin fallen dann 39 Jahre lang Erträge auf bereits erhaltene Erträge an, die Zinseszinsen. 

Allerdings gilt das nur für die Erträge des ersten Jahres. Bereits im zweiten Jahr bleiben nur noch 38 Jahre übrig und so geht es immer weiter, bis sich im letzten Jahr schließlich keine zusätzlichen Erträge mehr ergeben. Im Ergebnis bleibt etwas weniger als die Hälfte der betrachteten Laufzeit für den Zinseszinseffekt übrig. Und wiederum muss die Inflation auch bei dieser Laufzeit-getriebenen Betrachtung berücksichtigt werden.

Sie sorgt dafür, dass eine Einzahlung von 100 Euro im ersten Jahr etwas anderes ist als die Einzahlung von 100 Euro im zweiten Jahr. Um den Inflationseffekt auszugleichen, muss der Anleger die Einzahlungen in den Folgejahren, oder genauer sogar schon in den Folgemonaten, erhöhen. Damit fällt die gewichtete Laufzeit des Sparplans auf knapp über 16 Jahre. Das sind rund 40 Prozent der Laufzeit von 40 Jahren und nicht viel Zeit für den Zinseszinseffekt.

Früher sparen ist besser, aber schwerer

Bei den meisten Sparern kommt darüber hinaus noch ein weiteres Problem hinzu: In der Regel sind die Einkommen in jungen Jahren geringer, dafür sind die Kosten höher, besonders wenn Kinder im Spiel sind. Damit steigt die Sparrate erst in der zweiten Lebenshälfte stärker als die Inflation. Der Zinseszinseffekt kommt dann aber nicht mehr so zum Tragen, womit die gewichtete Laufzeit noch weiter abnimmt. Im Ergebnis bleibt das nominale Ergebnis beeindruckend, aber das Ganze eben nur nominal und vor Kosten und Steuern.

Wer die Kosten von wenigstens 0,1 Prozent pro Jahr gerechnet auf das Vermögen abzieht und zusätzlich die Kapitalertragssteuer samt Solidaritätszuschlag berücksichtigt, muss deutliche Abschläge in Kauf nehmen. Bei sechs Prozent Rendite entspricht der finale Wert zurück gerechnet auf die heutige Kaufkraft nur noch 76.500 Euro. Berücksichtigt man, dass 48.000 Euro im heutigen Wert eingezahlt wurden (nominal über 90.000 Euro, aus 100 Euro monatlich über 40 Jahre mit jährlicher Steigerung), belaufen sich die Erträge bei sechs Prozent Rendite damit lediglich auf 28.500 Euro.

Ein Sparplan ist keine „Wunderwaffe“

Der Sparplan ist also keinesfalls die „Wunderwaffe“, die jeden Anleger aufgrund des inhärenten Zinseszinseffektes reich machen wird, sofern er nur lange genug einzahlt. Und, wo wir gerade bei schlechten Neuigkeiten sind: Der Vermögensaufteilung kommt dabei ebenfalls eine große Bedeutung zu. Während eine Aktienquote von 100 Prozent in jungen Jahren noch vertretbar sein könnte, kann sie im Ruhestand zu riskant werden. 

Daniel Walther

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6 Kommentare ansehen

6 Kommentare

  1. Anna Schäfer am Februar 10, 2026 11:53 a.m.

    Interesting update on Anleger erwarten zu viel von Sparplänen. Looking forward to seeing how this develops.

    Antworten
  2. Mia Q. Weber am Februar 10, 2026 11:54 a.m.

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  4. Peter Weber am Februar 10, 2026 12:00 p.m.

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  5. Peter Meyer am Februar 10, 2026 12:06 p.m.

    This is very helpful information. Appreciate the detailed analysis.

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