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Machen Sie auch diese Fehler bei der Geldanlage? Honorarberater und Investmentprofi Kevin Kronauer zeigt, wie Sie kostspielige Fehler vermeiden.
Seit den 90er-Jahren belegt die Kapitalmarktforschung: Kosten und psychologische Fehler sind die größten Renditekiller.
Während wir im Alltag gewohnt sind, dass Qualität ihren Preis hat, gilt bei der Geldanlage das Gegenteil: Je günstiger die Anlage, desto höher die Erfolgswahrscheinlichkeit. Niedrige Gebühren sind statistisch einer der verlässlichsten Indikatoren für eine langfristig bessere Performance.
Doch die reinen Produktkosten sind nur die halbe Wahrheit. Oft wiegt das eigene Handeln schwerer. In der Behavioral Finance Forschung nennt man die Differenz zwischen der Fondsrendite und dem, was tatsächlich beim Anleger ankommt, den „Behavior Gap“. Durch emotionales Hin und Her, schlechtes Timing oder blinden Aktionismus schmälern Anleger ihre Ergebnisse massiv. Die Faustregel ist so simpel wie schmerzhaft: Je aktiver das Anlageverhalten, desto höher sind meist die selbst verursachten Renditeverluste. Wer also weniger tut (und weniger zahlt), gewinnt am Ende mehr.
So können Anleger ihre Kosten minimieren
Um die Kosten zu minimieren, müssen Anleger diese zunächst identifizieren und das ist manchmal gar nicht so einfach. Deshalb gilt bei der Geldanlage möglichst transparente und einfache Produkte zu wählen. Je höher die Komplexität, desto leichter lassen sich hohe Kosten verstecken.
Einer der effektivsten Hebel ist der Verzicht auf teure, aktiv gemanagte Fonds zugunsten von ETFs und Indexfonds. Während aktive Fonds oft Gebühren von 1,50 bis 2,00 Prozent p.a. aufrufen, bilden ETFs und Indexfonds den Markt bereits für 0,10 bis 0,25 Prozent Kosten p.a. ab. Da aktive Fonds ihre Mehrkosten nachweislich nur selten durch Outperformance rechtfertigen, fließt die Kostenersparnis direkt in die Rendite.
Besonders kostenintensiv kann es auch bei fondsgebundenen Lebens- und Rentenversicherungen werden: Hohe Abschluss- und Verwaltungskosten der Versicherung und dann gegebenenfalls noch zusätzlich teure aktive Fonds als Anlagekern können schnell Gesamtkosten von über 2,50 Prozent p.a. erzeugen.
Die häufigsten Verhaltensfehler
Unsere Emotionen sind oft der größte Feind bei der Geldanlage. Zu den häufigsten Fehlern zählt der Herdentrieb: Anleger steigen aus Angst, etwas zu verpassen (FOMO), bei hohen Kursen ein und verkaufen aus Panik am Tiefpunkt. Dieses prozyklische Verhalten vernichtet systematisch Rendite.
Ein weiterer Klassiker ist die Selbstüberschätzung. Viele glauben, den Markt durch aktives Trading schlagen zu können – doch häufiges Handeln frisst durch Kosten und Fehlentscheidungen die Rendite. Auch die Verlustaversion schadet: Wir halten oft zu lange an Verlierern fest, während wir Gewinner zu früh verkaufen. Zudem begrenzt der Home Bias den Erfolg und erhöht das Risiko, wenn Anleger:innen fast nur in heimische Unternehmen investieren, statt weltweit zu streuen.
Am Ende scheitern viele Anleger nicht am Markt selbst, sondern an der fehlenden Disziplin. Wer den „Behavior Gap“ schließen will, muss lernen, Emotionen wie Gier und Angst konsequent von der Geldanlage fernzuhalten.
So können Sie Verhaltensfehler und hohe Kosten vermeiden
ETFs und Indexfonds sind unschlagbar günstig. Dadurch bleibt ein Maximum der Marktrendite direkt bei den Anlegern. Diese Kosteneffizienz ermöglicht es, wissenschaftlich fundierte Anlagestrategien einfach und transparent abzubilden. Man weiß jederzeit genau, worin man investiert ist, ohne versteckte Gebühren befürchten zu müssen.
Doch Vorsicht: Ein ETF oder Indexfonds ist zunächst nur eine effiziente „Hülle“. Er schützt nicht automatisch vor Verhaltensfehlern. Wer beispielsweise mit Themen-ETFs zockt oder bei Marktschwankungen panisch verkauft, erzeugt ebenfalls Renditeverluste. Ein ETF oder Indexfonds garantiert also keine prognose- und verhaltensfehlerfreie Geldanlage – er macht sie lediglich kostengünstiger umsetzbar.
Nur wer ETFs oder Indexfonds als Bausteine eines langfristigen, breit gestreuten Portfolios nutzt und diszipliniert Verhaltensfehlern entgegenwirkt, sorgt für eine langfristig positive Investmenterfahrung.
Kevin Kronauer, Gründer von finsparent und unabhängiger Honorarberater, spezialisiert sich auf wissenschaftlich fundierte Investmentstrategien und fördert zudem finanzielle Bildung für Kinder und Jugendliche. Er ist Teil unseres Experts Circle. Die Inhalte stellen seine persönliche Auffassung auf Basis seiner individuellen Expertise dar.
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6 Kommentare
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