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Startseite»News»ETF-News»Silberausblick bis Q4/2026: Strukturelle Defizite und eine vom Goldpreis getriebene Preisentwicklung DE
ETF-News

Silberausblick bis Q4/2026: Strukturelle Defizite und eine vom Goldpreis getriebene Preisentwicklung DE

stock3Von stock3vor 3 Stunden6 Kommentare4.4k Aufrufe
Silberausblick bis Q4/2026: Strukturelle Defizite und eine vom Goldpreis getriebene Preisentwicklung DE
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Silber hat mit einem Plus von 147 % im Jahr 2025 gerade sein bestes Jahr seit 1979 verzeichnet. Silber, das zunächst von den rasanten Kursgewinnen bei Gold (das mit einer Steigerung von 65 % ebenfalls sein bestes Jahr seit 1979 verbuchte) angeführt wurde, entwickelte sich deutlich besser als sein Pendant. Das Gold-Silber-Verhältnis (Abbildung 1) fiel von über 100 im Juni 2025 auf unter 60 zum Jahresende, da die Silberpreise an Dynamik gewannen. Das Gold-Silber-Verhältnis hat nun wieder seinen langfristigen Durchschnitt seit 1990 erreicht.

 

Es ist zu erwähnen, dass das monatliche Silber-Gold-Beta im Jahr 2025 nicht gestiegen ist. Tatsächlich fiel es von einem langfristigen Durchschnitt von 1,4 auf 0,9. Ein einzelnes Jahr ist jedoch ein kurzer Zeitraum, insbesondere bei der Analyse monatlicher Daten.

 

Abbildung 1: Verhältnis von Gold zu Silber

Quelle: WisdomTree, Bloomberg. Von Juni 1990 bis Dezember 2025. Std. = Standardabweichung. Die historische Wertentwicklung ist kein Hinweis auf die künftige Wertentwicklung, und Anlagen können im Wert sinken.

 

Ein Edelmetall im Defizit

 

Silber hat seit mehreren Jahren in Folge ein Angebotsdefizit zu verzeichnen (Abbildung 2), wodurch die Vorräte des Edelmetalls knapp sind. Wir rechnen für 2026 mit einem weiteren Jahr mit einem Angebotsdefizit.

 

Abbildung 2: Saldo am Silbermarkt

Quelle: Metals Focus, WisdomTree. 2025. (P) = Prognosen. Prognosen sind kein Hinweis auf die künftige Wertentwicklung, und alle Anlagen sind mit Risiken und Ungewissheiten verbunden.

 

Nur ein moderater Anstieg des Angebots aus dem Bergbau erwartet

 

Trotz des kräftigen Preisanstiegs ist es unwahrscheinlich, dass Bergbauunternehmen ihre Silberproduktion in nennenswertem Umfang steigern werden. Das liegt vor allem daran, dass Silber größtenteils (zu mehr als 75 %) als Nebenprodukt beim Abbau anderer Metalle gewonnen wird.

 

Zwischen den Investitionsausgaben im Bergbau und den Preisen für Industriemetalle ist eine zeitverzögerte Beziehung zu beobachten (Abbildung 3). Daher haben die Investitionsausgaben noch nicht auf die neuerliche Erholung der Industriemetallpreise reagiert. Auf den Kupfermärkten dürften Produktionsunterbrechungen in den Betrieben El Teniente, Grasberg und Constancia die Produktion von Silber als Nebenprodukt einschränken. Unterdessen debattiert die indonesische Regierung über Angebotsengpässe bei der Nickelproduktion und die Demokratische Republik Kongo schränkt die Kobaltproduktion und -exporte ein, was sich ebenfalls auf das Angebot an Silber als Nebenprodukt auswirkt.

 

Abbildung 3: Bergbauinvestitionen und Preise für Industriemetalle

Quelle: WisdomTree, Bloomberg, von Februar 1996 bis Dezember 2025. Die historische Wertentwicklung ist kein Hinweis auf die künftige Wertentwicklung, und Anlagen können im Wert sinken.

 

Industrienachfrage dürfte wachsen, aber durch Preisanstiege begrenzt sein

 

Trotz der moderaten Werte des Einkaufsmanagerindex (Purchasing Managers Index, PMI) in den letzten Monaten (Abbildung 4) rechnen wir 2026 mit einer Belebung der Industrietätigkeit. Wenn Zinssenkungen die Wirtschaft ankurbeln, erwarten wir einen Anstieg des PMI, was die Nachfrage nach Silber stützen dürfte.

 

Abbildung 4: Globaler Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe 

Quelle: WisdomTree, Bloomberg, S&P Global, historische Daten: Von Mai 2009 bis Dezember 2025. Prognosen: Von Januar 2026 bis Dezember 2026. Prognosen sind kein Hinweis auf die künftige Wertentwicklung, und alle Anlagen sind mit Risiken und Ungewissheiten verbunden.

 

Nach dem rasanten Preisanstieg ist jedoch mit gewissen Sparmaßnahmen bei Silber zu rechnen. Wir gehen von einem anhaltenden Wachstum bei Solarinstallationen aus, aber die Verringerung des Silberanteils könnte sich insgesamt negativ auf die Silbernachfrage in Anwendungen der Fotovoltaik (PV) auswirken.

 

2024 erreichte die Silbernachfrage in der Fotovoltaik mit knapp 200 Millionen Unzen einen Rekordwert (Abbildung 5). Sie dürfte von diesem Höchststand im Jahr 2025 auf etwa 196 Millionen Unzen abgerutscht sein und könnte 2026 weiter auf etwa 191 Millionen Unzen absinken, da technologische Veränderungen zu verstärktem Sparen beitragen.

 

Abbildung 5: Industrielle Silbernachfrage

Quelle: Metals Focus, WisdomTree. 2025. (P) = Prognosen. Prognosen sind kein Hinweis auf die künftige Wertentwicklung, und alle Anlagen sind mit Risiken und Ungewissheiten verbunden.

 

Seit 2022 setzen Hersteller zunehmend Silberpasten mit Kupferkern für HJT- (Heterojunction) und TOPCon-Zellen (Tunnel Oxide Passivated Contact) ein. Dadurch wurde der Silberanteil von über 50 % im Jahr 2023 auf nur noch 10–15 % bis Mitte 2025 gesenkt, ohne die Effizienz zu beeinträchtigen.

 

Weitere Einsparungen bei Silber ergeben sich aus:

  • 0BB-Zelldesigns (Busbarless bzw. Zero-Busbar), die den Verbrauch um 10–20 % senken.
  • Feinlinien-Druck und Lasermusterübertragung, wodurch der Pastenverbrauch um weitere 10–15 % reduziert wird.
  • LSE-Technologie (Laser Selective Emitter), die die Effizienz verbessert und gleichzeitig den Elektrodenkontakt optimiert.
  • Silberfreie Metallisierung mit Kupfer oder Nickel, die bei HJT- und Rückkontakt-Zellkonstruktionen an Bedeutung gewinnt.

 

Insgesamt könnten diese Entwicklungen den Silberverbrauch pro Watt im Jahr 2026 um 15–20 % senken und damit einen entscheidenden Wandel hin zu einer kosteneffizienteren, kupferbasierten PV-Produktion einleiten.

 

Klärung der Zölle könnte unmittelbar bevorstehen

 

Die Befürchtung, dass die USA Zölle auf Silberimporte erheben würden, ließ 2025 die Lagerbestände in den USA ansteigen, da Händler versuchten, diesem Risiko zuvorzukommen. Aus Abbildung 6 geht hervor, dass die Lagerbestände der Commodity Exchange (COMEX) im Laufe des Jahres zugenommen haben, während die Lagerbestände der London Bullion Market Association (LBMA) zunächst zurückgegangen sind.

 

Obwohl sich die LBMA-Bestände bis zum Jahresende nach starken Preisdifferenzen erholt haben, bleiben die COMEX-Bestände auf einem hohen Niveau. Das lässt vermuten, dass große Mengen Silber, die vorher nicht in den Tresoren der LBMA und COMEX gelagert waren, jetzt in COMEX-Einrichtungen sind. Zusätzliches Silber könnte auch in außerbörsliche Tresore in den USA gelangt sein.

 

Zwar wurden 2025 keine Zölle erhoben, doch die erstmalige Aufnahme von Silber in die Liste der kritischen Mineralien des United States Geological Survey (USGS) hat Spekulationen angeheizt, dass es künftig Sektorzöllen unterliegen könnte. Das US-Handelsministerium leitete im April 2025 eine offizielle Untersuchung gemäß Section 232 zu verarbeiteten kritischen Mineralien ein, einer weit gefassten Kategorie, zu der nun auch Silber gehört.

 

Das Handelsministerium hat ab Beginn der Untersuchung bis zu 270 Tage Zeit, um dem Präsidenten seinen Abschlussbericht und seine Empfehlungen vorzulegen, obwohl keine öffentliche Ankündigung dazu erfolgt ist. Der Stillstand der Regierung hat den Prozess wahrscheinlich verzögert. Zählt man die 90 Tage hinzu, innerhalb derer der Präsident auf die Empfehlungen reagieren muss, könnte eine Entscheidung unmittelbar bevorstehen.

 

Unser Basisszenario geht davon aus, dass Silber nicht mit Zöllen belegt wird. Daher besteht kurzfristig ein gewisses Abwärtsrisiko für die Preise, das jedoch durch die Korrelation von Silber mit Gold schnell ausgeglichen werden dürfte, sodass die Silberpreise zum Jahresende letztlich höher liegen dürften.

 

Abbildung 6: Silberbestände

Quelle: WisdomTree, Bloomberg LBMA. Von Juni 2016 bis Dezember 2025. Die historische Wertentwicklung ist kein Hinweis auf die künftige Wertentwicklung, und Anlagen können im Wert sinken.

 

Silberpreisprognose

 

Silber fungiert in der Regel als gehebelter Näherungswert für Gold. Unsere Modelle ergeben ein Beta von 1,4 – das bedeutet, dass Silber bei einem Anstieg des Goldpreises um 1 % tendenziell um etwa 1,4 % steigt, wenn alle anderen Faktoren gleich bleiben.

 

Wie wir in unserem aktuellen Goldausblick dargelegt haben, wird der Goldpreis nach unserem Konsensszenario bis zum vierten Quartal 2026 voraussichtlich 5.020 US-Dollar je Unze betragen. Das spiegelt die anhaltend starke Stimmung gegenüber dem Edelmetall wider, die durch die Sorge um die Dominanz der Fiskalpolitik und die Inflation getragen wird, die zwar nachlässt, aber noch immer über den Zielen der US-Notenbank liegt.

 

Anhand unseres goldbezogenen Modells prognostizieren wir einen Anstieg des Silberpreises auf 88 US-Dollar je Unze bis zum vierten Quartal 2026. Der Großteil der Kursgewinne bei Silber ist auf dessen Beta gegenüber Gold zurückzuführen. Das sich verbessernde Industrieklima, das die Nachfrage stützt, könnte durch einen leichten Anstieg des Bergbauangebots im Prognosezeitraum teilweise ausgeglichen werden.

 

Abbildung 7: Attribution der Silberprognose

Quelle: WisdomTree, Bloomberg. Prognosen sind kein Hinweis auf die künftige Wertentwicklung, und alle Anlagen sind mit Risiken und Ungewissheiten verbunden.

 

Fazit

 

Mit Blick auf das vierte Quartal 2026 bleibt Silber durch eine Kombination aus knappen Angebotsbedingungen, einem konstruktiven Makroumfeld und seiner starken Verbindung zu Gold gut gestützt. Höhere Preise dürften zwar zu weiteren Einsparungen bei Industrieanwendungen führen, insbesondere in der Fotovoltaik, doch ist es unwahrscheinlich, dass diese Effizienzsteigerungen das Nachfragewachstum in einem sich aufhellenden Wirtschaftsumfeld vollständig ausgleichen können. Angesichts der anhaltenden Angebotsengpässe und der erwarteten Fortsetzung des Aufwärtstrends bei Gold dürften die Silberpreise im Prognosezeitraum weiter zulegen.

 

Umsetzung

 

WisdomTree Core Physical Silver (WSLV) bietet kostengünstigen (Verwaltungsgebühr von 0,19 %) Zugang zu Silber. Das Produkt ist physisch besichert, d. h. die Wertentwicklung ist an den Spotpreis von Silber und nicht an Terminpreise gekoppelt, sodass keine Kosten für Rollgeschäfte oder Swaps anfallen.

 

WisdomTree Silver EUR daily Hedged (ESVR) bietet ein synthetisches Engagement in rollierenden Silber-Terminpreisen mit Währungsabsicherung. Bewegungen bei der Währungsabsicherung können sich auf die Renditen auswirken, insbesondere in Zeiten, in denen Veränderungen des Silberpreises mit Schwankungen des US-Dollar zusammenfallen.

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6 Kommentare ansehen

6 Kommentare

  1. Jonas Weber am März 31, 2026 6:06 p.m.

    I’ve been following this closely. Good to see the latest updates.

    Antworten
  2. Lukas V. Schneider am März 31, 2026 6:09 p.m.

    Solid analysis. Will be watching this space.

    Antworten
    • Peter Müller am März 31, 2026 7:02 p.m.

      Good point. Watching closely.

      Antworten
  3. Laura Weber am März 31, 2026 6:10 p.m.

    Interesting update on Silberausblick bis Q4/2026: Strukturelle Defizite und eine vom Goldpreis getriebene Preisentwicklung DE. Looking forward to seeing how this develops.

    Antworten
  4. Emma Schmidt am März 31, 2026 6:11 p.m.

    This is very helpful information. Appreciate the detailed analysis.

    Antworten
  5. Lea Fischer am März 31, 2026 6:14 p.m.

    Great insights on ETF-News. Thanks for sharing!

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