Die Schweizer Großbank UBS hat ihre Bewertung der Bayer-Aktie nach den Zahlen zum zweiten Quartal angepasst. UBS hob das Kursziel von 52 auf 62 Euro an und bestätigte die Einstufung „Buy“. Die Studie des zuständigen Analysten Matthew Weston lag am Mittwoch vor; die ursprüngliche Veröffentlichung datiert laut Angaben des Analysehauses auf den Abend des 4. August 2026.
Kerngeschäft übertrifft die Konsensschätzung
Zur Begründung verweist die UBS auf ein starkes zweites Jahresviertel des Agrarchemie- und Pharmakonzerns. Das operative Ergebnis im Kerngeschäft übertraf die Konsensschätzung um zehn Prozent. Der Konsens beschreibt dabei den Durchschnitt der Erwartungen der von Analysten abgegebenen Prognosen – ein Wert, der als Messlatte für die Einordnung von Quartalszahlen dient.
Bayer bündelt in seinem Kerngeschäft die Sparten Agrarchemie, Pharma und Consumer Health. Der Konzern mit Sitz in Leverkusen ist im DAX sowie in europäischen Leitindizes wie dem Euro Stoxx 50 und dem Stoxx Europe 600 vertreten und wird der Branche Pharma zugeordnet.
Glyphosat: keine neuen Informationen
Ein zentrales Thema für Bayer bleiben die Rechtsstreitigkeiten rund um den Unkrautvernichter Glyphosat. Nach Darstellung der UBS-Analyse gab es in der Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen erwartungsgemäß nichts wirklich Neues zur Glyphosat-Causa. Die anhängigen Verfahren in den USA gelten seit Jahren als wesentlicher Belastungsfaktor für die Bewertung des Konzerns, weil sich daraus schwer kalkulierbare Rückstellungen und Zahlungsverpflichtungen ergeben können.
Aktie kehrt an die 50-Euro-Marke zurück
Am Markt wurden die Zahlen und die Analystenkommentare positiv aufgenommen. Im Xetra-Handel notierte die Bayer-Aktie am Mittwochnachmittag bei 50,12 Euro und damit 3,88 Prozent oder 1,87 Euro höher. Im Tagesverlauf kletterte der Kurs zeitweise bis auf 50,50 Euro. Damit überschritt das Papier nach drei Wochen erstmals wieder die Marke von 50 Euro. Bayer zählte damit zu den stärksten Werten im deutschen Leitindex.
Die UBS ist nicht das einzige Haus, das seine Einschätzung nach den Quartalszahlen überarbeitet hat. Mehrere Analysten erhöhten ihre Kursziele für Bayer, darunter die Deutsche Bank, die ebenfalls eine Kaufempfehlung für den Titel bestätigte. Ein Kursziel ist dabei die Erwartung eines Analysten zum Aktienkurs auf Sicht der kommenden Monate – üblich sind Zeithorizonte von zwölf Monaten. Es handelt sich um eine Prognose, nicht um eine gesicherte Größe; die tatsächliche Kursentwicklung kann deutlich abweichen.
Einordnung
Mit der Anhebung auf 62 Euro liegt das UBS-Ziel rund ein Viertel über dem am Mittwochnachmittag gehandelten Kursniveau. Die Differenz zwischen Kursziel und aktuellem Kurs beträgt damit etwa zwölf Euro. Ob sich die operative Erholung im Kerngeschäft fortsetzt und wie sich die Rechtsrisiken rund um Glyphosat weiterentwickeln, dürfte für die Einschätzung des Titels weiterhin ausschlaggebend bleiben. Hinweise zu möglichen Interessenkonflikten der Analysehäuser sind nach den Vorgaben des Wertpapierhandelsgesetzes und der EU-Marktmissbrauchsverordnung offenzulegen.
Quelle: FinanzNachrichten.de: Aktienempfehlungen kaufen
Dieser Beitrag ist eine journalistische Einordnung und keine Anlageberatung. Er stellt keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar.

