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FRANKFURT (dpa-AFX) – Die zunehmend ermutigenden Nachrichten zu Bayer
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Ursache der erneuten Kursgewinne war ein Bericht in der „Financial Times“ zur Agrarpolitik der Europäischen Union. Das Blatt schrieb am Mittwoch, dass Bayer an eine positive Veränderung des europäischen Saatgutmarktes glaubt. Darin erwähnte der Autor, dass sich die EU-Institutionen nach mehrjährigen Verhandlungen darauf geeinigt hätten, die Regeln bei der Verwendung gentechnisch veränderter Nutzpflanzen in Europa zu lockern. Bayer wolle damit auch die Übernahme des US-Konkurrenten Monsanto rechtfertigen, hieß es in dem Bericht weiter.
Wegen Monsanto wird 2026 für Bayer laut dem Börsenbrief-Autor Hans Bernecker ein „sehr wichtiges Jahr“. Bei den Prozessen rund um den Unkrautvernichter Glyphosat bestehe große Hoffnung, denn sollte Bayer vor dem obersten US-Gericht der große Befreiungsschlag gelingen, dürfte die 2025 schon stark gestiegene Aktie seiner Einschätzung nach weiter deutlich zulegen. „Bayer bietet damit ein attraktives Chance-Risiko-Potenzial“, so Bernecker.
Zuletzt waren Experten wegen der Glyphosat-Hoffnung bereits optimistischer geworden, darunter schon im Dezember die Investmenthäuser JPMorgan und Morgan Stanley sowie am Vortag auch die britische Barclays Bank.
Auch zur Medikamentenpipeline hatte es zuletzt positive Nachrichten gegeben. So war Bayer im November ein Erfolg in einer klinischen Studie zum Blutgerinnungshemmer Asundexian bei Schlaganfällen gelungen, was die Aktie beflügelt hatte. Zudem gibt es immer wieder Neuigkeiten zu kleineren und größeren Kooperationen im Biotech-Bereich. Erst am Donnerstag gab Bayer die Zusammenarbeit mit Soufflé Therapeutics bei zellspezifischer siRNA-basierter Herztherapie bekannt.
Am Mittwoch war zudem bekannt geworden, dass der Dax-Konzern Corona-Impfstoffhersteller verklagt, mit dem Vorwurf der Verletzung von Patenten. Allerdings hatte das zunächst keinen Einfluss auf den Kurs. In der Biotech-Branche streiten viele Unternehmen wegen ähnlicher Vorwürfe miteinander.
Unter der Last milliardenteurer Verfahren und Vergleiche rund um Klagen in den USA wegen angeblicher Krebsrisiken des Unkrautvernichters Glyphosat haben die Bayer-Aktien seit 2018 eine lange Talfahrt hinter sich. Der Rekord von über 146 Euro liegt schon mehr als zehn Jahre zurück. Im Frühjahr 2025 waren sie dann bis auf fast 18 Euro gesackt – seither läuft eine Erholung./tih/mis/bek/jha/
Quelle: dpa-AFX
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12 Kommentare
Die neue Kooperation mit Soufflé Therapeutics im Bereich der zellspezifischen siRNA-basierten Herztherapie klingt vielversprechend. Wie groß ist der erwartete Beitrag dieser Technologie zur zukünftigen Medikamentenpipeline von Bayer?
Gute Frage! Die Biotechnologie-Partnerschaften scheinen ein wichtiger Bestandteil der aktuellen Strategie zu sein, um neue Wachstumschancen zu erschließen.
40 Euro wurden erstmals seit November 2023 getestet – ein wichtiger psychologischer Wert. Ich frage mich, ob die Analysten von JPMorgan, Morgan Stanley und Barclays Bank ihre Einschätzungen noch einmal überdenken werden, nachdem die Aktie solch eine Dynamik gezeigt hat.
Mich wundert, dass die positiven Nachrichten zur Medikamentenpipeline, insbesondere der Erfolg mit Asundexian bei Schlaganfällen, im Vergleich zur Glyphosat-Thematik eine eher untergeordnete Rolle spielen. Das Medikament könnte doch auch einen erheblichen Wert für Bayer darstellen.
Die Tatsache, dass die Aktie bereits um über 50% in zwei Monaten gestiegen ist, lässt mich vorsichtig werden. Ist das nicht ein wenig übertrieben, insbesondere angesichts der anhaltenden Rechtsstreitigkeiten um Glyphosat?
Dass Bayer den Corona-Impfstoffhersteller wegen Patentverletzung verklagt, überrascht mich nicht wirklich, da solche Auseinandersetzungen in der Biotech-Branche üblich sind. Allerdings finde ich es bemerkenswert, dass dies zunächst keinen Einfluss auf den Aktienkurs hatte.
Ich bin skeptisch, ob die Hoffnung auf eine positive Entscheidung im Glyphosat-Prozess vor dem US-Obersten Gerichtshof realistisch ist. Die milliardenteuren Verfahren und Vergleiche, die Bayer seit 2018 erlebt hat, deuten auf erhebliche Risiken hin.
Der Rückblick auf den Rekordkurs von über 146 Euro, der mehr als zehn Jahre zurückliegt, verdeutlicht das Ausmaß des Wertverlustes, den Bayer in den letzten Jahren erlitten hat. Die aktuelle Erholung ist zwar erfreulich, aber der Weg zurück zur Spitze ist noch lang.
Absolut richtig. Die langfristigen Herausforderungen sollten nicht in der Euphorie über die kurzfristigen Kursgewinne vergessen werden.
Die Erholung der Bayer-Aktie seit dem Tief von fast 18 Euro im Frühjahr 2025 ist bemerkenswert. Könnte die Lockerung der EU-Regeln für gentechnisch veränderte Nutzpflanzen tatsächlich der Katalysator für eine nachhaltige Trendwende sein?
Hans Berneckers Einschätzung, dass 2026 ein ’sehr wichtiges Jahr‘ für Bayer wird, erscheint logisch, da dann voraussichtlich eine Entscheidung im Glyphosat-Fall erwartet wird. Ein positiver Ausgang könnte die Aktie signifikant beflügeln.
Der Artikel erwähnt den Versuch, mit der Lockerung der EU-Regeln die Übernahme von Monsanto zu rechtfertigen. Könnte diese politische Entwicklung also als eine Art nachträchtige Legitimierung der damaligen Entscheidung gesehen werden?