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FRANKFURT (dpa-AFX) – Ein unerwartet deutlicher Rückgang des operativen Gewinns im vergangenen Jahr hat die Aktien von BASF
Analyst Peter Spengler von der DZ Bank sprach von einer Ernüchterung zum Jahresstart. BASF habe erneut enttäuscht. Bereits tags zuvor hatte der im Dax
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Chetan Udeshi von der US-Bank JPMorgan rechnet nun mit deutlich sinkenden Analystenschätzungen. Struktureller sowie zyklischer Gegenwind lasse die hohe Bewertung der BASF-Aktie anfällig erscheinen. Allgemein sei das schwache vierte Quartal des Chemiekonzerns kein gutes Signal für die gesamte Branche. Es bleibe allerdings unklar, wo genau der Schuh drückt, da BASF die vorläufigen Zahlen nicht auf einzelne Geschäftsteile heruntergebrochen habe, so Udeshi.
Aus Sicht von UBS-Experte Geoff Haire ist immerhin der freie Barmittelzufluss von BASF besser ausgefallen als gedacht. Laut Metzler-Analyst Thomas Schulte-Vorwick hilft das bei der Entschuldung und untermauert weitere Dividendenausschüttungen sowie Aktienrückkäufe. Katie Richards von der britischen Investmentbank Barclays bewertete die Kassenlage mit Blick auf die Kosten für die Restrukturierung des Chemiekonzerns jedoch als nicht mehr ganz so beeindruckend.
Dass BASF die Investitionen zurückgefahren habe, sei hingegen eindeutig positiv, ergänzte Richards. Außerdem erwartet die Analystin im ersten Halbjahr 2026 weitere Unterstützung durch Wintershall Dea. Die Beteiligung am Ölkonzern hatte den Eckdaten zufolge einen deutlich höheren Beitrag zum Ergebnis von BASF geleistet als im Vorjahr.
Citigroup-Fachmann Sebastian Satz baut derweil auf die milliardenschweren Investitionen der Bundesregierung in Infrastruktur und Rüstung. Dieser Stimulus werde die Chemie-Nachfrage im zweiten Halbjahr ankurbeln. Deswegen sei der Konsens für das Gesamtjahr noch immer erreichbar, obwohl BASF bereits ein schwaches erstes Quartal in Aussicht gestellt habe. Es brauche allerdings zeitnah höhere Absatzmengen.
Obwohl der Chemiekonzern ebenso wie die gesamte Branche weiter in der Schwebe sei, bleibe BASF doch sein Favorit im Sektor, schrieb Christian Faitz von der Investmentbank Kepler Cheuvreux. Jede Form anziehender Nachfrage dürfte die Profitabilität künftig signifikant erhöhen. Das Management habe all jene Dinge im Griff, die der Konzern tatsächlich kontrollieren könne./niw/men/jha/
Quelle: dpa-AFX
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17 Kommentare
Peter Spengler von der DZ Bank spricht von einer ‚Ernüchterung zum Jahresstart‘. Ist das ein Signal, dass die Erwartungen an BASF generell zu hoch waren?
Die Reduzierung der Investitionen wird als positiv bewertet. Bedeutet das, dass BASF kurzfristig auf Profitabilität statt auf Wachstum setzt?
Die Beteiligung an Wintershall Dea scheint BASF im letzten Jahr deutlich geholfen zu haben. Könnte das Unternehmen in Zukunft noch stärker von dieser Beteiligung profitieren?
Christian Faitz von Kepler Cheuvreux hält BASF trotz der Unsicherheiten für seinen Favoriten im Sektor. Woran liegt diese Präferenz, abgesehen von der Hoffnung auf steigende Nachfrage?
Ich frage mich, ob die Analysten die Auswirkungen der geopolitischen Lage ausreichend berücksichtigen. Könnten weitere Eskalationen den operativen Gewinn zusätzlich belasten?
Es ist interessant, dass das schwache vierte Quartal als kein gutes Signal für die gesamte Branche gesehen wird. Welche anderen Unternehmen könnten ähnlich betroffen sein?
Ich bin gespannt, ob die milliardenschweren Investitionen der Bundesregierung in Infrastruktur und Rüstung tatsächlich die Chemie-Nachfrage im zweiten Halbjahr ankurbeln werden, wie Sebastian Satz von Citigroup prognostiziert.
Mich wundert, dass das Chartbild trotz des Gewinnrückgangs weiterhin positiv bewertet wird. Liegt das an dem Kursplus von rund 3 Prozent im Jahresverlauf, das der Artikel erwähnt?
Dass der freie Barmittelzufluss besser ausgefallen ist als gedacht, ist positiv, aber reicht das wirklich aus, um die Kosten für die Restrukturierung zu decken, wie Barclays‘ Katie Richards anzweifelt?
Die Aussage von Chetan Udeshi von JPMorgan, dass die hohe Bewertung der BASF-Aktie anfällig erscheint, finde ich beunruhigend. Was bedeutet das konkret für Anleger?
Es bedeutet, dass die Aktie bei schlechten Nachrichten stärker fallen könnte als andere, da sie bereits teuer bewertet ist.
Es ist auffällig, dass BASF die Zahlen für das vierte Quartal nicht auf einzelne Geschäftsteile heruntergebrochen hat. Warum diese mangelnde Transparenz, wie Udeshi anmerkt?
Der Artikel erwähnt niedrigere Verkaufspreise und Währungseffekte als Gründe für den Gewinnrückgang. Wie stark haben sich diese Faktoren jeweils ausgewirkt?
Leider gibt der Artikel dazu keine konkreten Zahlen an, das ist ein Kritikpunkt.
Die Erwartung von Analyst Thomas Schulte-Vorwick, dass die Dividendenausschüttungen und Aktienrückkäufe fortgesetzt werden, klingt beruhigend, besonders angesichts des Gewinnrückgangs.
Die Tatsache, dass BASF im Januar bereits auf ein schwaches erstes Quartal hinweist, ist kein gutes Zeichen. Wie groß ist der erwartete Rückgang im Vergleich zum Vorjahr?
Der Rückgang des operativen Gewinns um 1,6 Prozent auf 45,76 Euro ist doch recht deutlich, oder? Das scheint die jüngste Erholung tatsächlich zu beenden, wie im Artikel beschrieben.