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Mit einem Kurs von 39,05 Euro näherten sich die Aktien am Donnerstag bis auf einen Cent ihrem bisherigen Hoch seit November 2023. Das Bild für die Aktien hat sich schon länger deutlich aufgehellt: Der Kurs bewegt sich seit Monaten über vielen wichtigen Indikatorlinien. Nach dem Überschreiten der 200-Tage-Linie im Mai setzten sie sich spätestens im November auch von den kurzfristiger bedeutenden Durchschnittslinien ab.
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Die „FT“ schrieb am Mittwoch, dass Bayer an eine positive Veränderung des europäischen Saatgutmarktes glaubt. Darin erwähnte der Autor, dass sich die EU-Institutionen nach mehrjährigen Verhandlungen darauf geeinigt hätten, die Regeln bei der Verwendung gentechnisch veränderter Nutzpflanzen in Europa zu lockern. Bayer wolle damit auch die problematische Übernahme des US-Konkurrenten Monsanto rechtfertigen, hieß es in dem Bericht weiter.
Wegen Monsanto wird 2026 für Bayer laut dem Börsenbrief-Autor Hans Bernecker ein „sehr wichtiges Jahr“. Bei den Prozessen rund um den Unkrautvernichter Glyphosat bestehe große Hoffnung, denn sollte Bayer vor dem obersten US-Gericht der große Befreiungsschlag gelingen, dürfte die 2025 schon stark gestiegene Aktie seiner Einschätzung nach weiter deutlich zulegen. „Bayer bietet damit ein attraktives Chance-Risiko-Potenzial“, so Bernecker.
Zuletzt waren Experten wegen der Glyphosat-Hoffnung bereits optimistischer geworden, darunter schon im Dezember JPMorgan sowie Morgan Stanley und am Vortag relativ frisch die britische Barclays-Bank.
Auch zur Medikamentenpipeline hatte es zuletzt positive Nachrichten gegeben. So war Bayer im November ein Erfolg in einer klinischen Studie zum Blutgerinnungshemmer Asundexian bei Schlaganfällen gelungen, was die Aktie beflügelt hatte. Zudem gibt es immer wieder Neuigkeiten zu kleineren und größeren Kooperationen im Biotech-Bereich. Erst am Donnerstag gab Bayer die Zusammenarbeit mit Soufflé Therapeutics bei zellspezifischer siRNA-basierter Herztherapie bekannt.
Am Mittwoch war zudem bekannt geworden, dass der Dax-Konzern Corona-Impfstoffhersteller verklagt, mit dem Vorwurf der Verletzung von Patenten. Allerdings hatte das keinen Einfluss auf den Kurs. In der Biotechbranche streiten viele Unternehmen wegen ähnlicher Vorwürfe miteinander.
Unter der Last milliardenteurer Verfahren und Vergleiche rund um Klagen in den USA wegen angeblicher Krebsrisiken des Unkrautvernichters Glyphosat haben die Bayer-Aktien seit 2018 eine lange Talfahrt hinter sich. Der Rekord von über 146 Euro liegt schon mehr als zehn Jahre zurück. Im Frühjahr 2025 waren sie dann bis auf fast 18 Euro gesackt – seither läuft eine Erholung./tih/mis/jha/
Quelle: dpa-AFX
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25 Kommentare
Die Patentklage gegen den Corona-Impfstoffhersteller ist interessant, aber scheint im Moment nur eine Randnotiz für den Aktienkurs zu sein.
Hans Berneckers Einschätzung, dass 2026 ein ’sehr wichtiges Jahr‘ für Bayer wird, aufgrund der Glyphosat-Prozesse, klingt plausibel, aber wie hoch ist das tatsächliche Risiko, sollte Bayer verlieren?
Die ‚Financial Times‘ scheint Bayer zuzutrauen, dass sich der europäische Saatgutmarkt positiv entwickelt. Auf welcher Grundlage stützt sich diese Einschätzung?
Bayer scheint ein attraktives Chance-Risiko-Potenzial zu bieten, aber die Risikoseite, insbesondere im Zusammenhang mit Glyphosat, darf nicht unterschätzt werden.
Die Erholung seit dem Tief ist ermutigend, aber die Frage ist, ob Bayer langfristig in der Lage ist, die Herausforderungen zu bewältigen und wieder zu alter Stärke zu finden.
Es ist riskant, die problematische Übernahme von Monsanto mit der Hoffnung auf gelockerte EU-Regeln zu rechtfertigen. Was passiert, wenn die EU nicht so handelt, wie Bayer es sich wünscht?
Die Tatsache, dass der Rekordkurs von über 146 Euro mehr als zehn Jahre zurückliegt, zeigt, wie stark Bayer in den letzten Jahren an Wert verloren hat.
Ein Anstieg um ein Prozent nach dem Bericht der ‚Financial Times‘ ist zwar positiv, aber relativ moderat. Erwartet der Markt eine deutlich stärkere Reaktion?
Ich bin gespannt, ob die Lockerung der EU-Regeln für gentechnisch veränderte Nutzpflanzen tatsächlich zu einer positiven Veränderung des europäischen Saatgutmarktes führt, wie die ‚Financial Times‘ berichtet.
Es ist gut zu sehen, dass Bayer auch in neue Bereiche wie die zellspezifische siRNA-basierte Herztherapie investiert, um unabhängiger von Glyphosat zu werden.
Die Erholung der Aktie seit dem Tief von fast 18 Euro im Frühjahr 2025 ist bemerkenswert; scheint aber stark von der Glyphosat-Entscheidung und der Lockerung der EU-Saatgutregeln abhängig zu sein.
Die erfolgreiche klinische Studie zum Blutgerinnungshemmer Asundexian bei Schlaganfällen im November ist ein vielversprechender Schritt, aber wann ist mit einer Markteinführung zu rechnen?
Die Überschreitung der 200-Tage-Linie im Mai und das anschließende Absetzen von den kurzfristigeren Durchschnittslinien sind klare technische Signale, aber können diese die fundamentalen Risiken überdecken?
Die Tatsache, dass JPMorgan, Morgan Stanley und Barclays-Bank in letzter Zeit optimistischer geworden sind, deutet auf einen breiteren Konsens hin, aber wie bewerten sie das Risiko im Zusammenhang mit Glyphosat?
Die Nähe zum Hoch seit November 2023, nur einen Cent darunter, deutet auf eine starke Marktstimmung hin, aber ist das nachhaltig oder nur eine kurzfristige Reaktion auf die Nachrichten?
Mich wundert, dass die Klage wegen Patentverletzung durch den Corona-Impfstoffhersteller keinerlei Einfluss auf den Kurs hatte, obwohl es im Biotech-Bereich üblich ist, dass solche Streitigkeiten entstehen.
Die EU-Saatgutpolitik könnte ein entscheidender Faktor für Bayer sein, aber die Verhandlungen waren ja bereits ‚mehrjährige‘. Wann ist mit einer endgültigen Entscheidung zu rechnen?
Die Zusammenarbeit mit Soufflé Therapeutics im Bereich der zellspezifischen siRNA-basierten Herztherapie zeigt, dass Bayer weiterhin in innovative Biotech-Lösungen investiert.
Die Hoffnung auf einen ‚Befreiungsschlag‘ vor dem obersten US-Gericht klingt dramatisch. Wie wahrscheinlich ist ein solcher Ausgang tatsächlich?
Die Betonung auf das Jahr 2026 durch Hans Bernecker ist auffällig. Bedeutet das, dass die nächsten 18 Monate eher seitwärts verlaufen könnten?
Die lange Talfahrt der Bayer-Aktie seit 2018 unter der Last der Glyphosat-Klagen ist alarmierend. Wie plant Bayer, das Vertrauen der Investoren langfristig zurückzugewinnen?
Ich frage mich, ob die Erwartungshaltung bezüglich der Glyphosat-Entscheidung bereits im Kurs eingepreist ist. Eine negative Entscheidung könnte zu einem deutlichen Rückgang führen.
Die Kooperationen im Biotech-Bereich sind positiv, aber wie tragen diese tatsächlich zum Umsatz und Gewinn bei?
Ich bin kein Finanzexperte, aber die Kombination aus rechtlichen Risiken und regulatorischen Änderungen scheint mir eine volatile Situation für Bayer zu schaffen.
Die Milliarden teuren Verfahren und Vergleiche rund um Glyphosat sind eine enorme Belastung für Bayer. Wie lange kann das Unternehmen das noch stemmen?