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FRANKFURT (dpa-AFX) – Nur wenig verändert und mit positivem Unterton hat sich der deutsche Aktienmarkt zum Auftakt der verkürzten Woche vor Silvester präsentiert. Viele Anleger haben ihre Bücher geschlossen und bleiben der Börse zwischen den Jahren fern.
Der DAX stagnierte am Nachmittag auf dem Schlussniveau vom 23. Dezember, dem letzten Handelstag vor Weihnachten, bei 24.341 Punkten. Der MDAX der mittelgroßen Werte legte um 0,1 Prozent auf 30.320 Zähler zu. Für den EuroStoxx 50, Leitindex der Eurozone, ging es um 0,2 Prozent auf 5.756 Punkte aufwärts.
Sollte am Montag und dem zusätzlich noch verkürzten Dienstag nicht mehr groß am Dax-Jahresplus von gut 22 Prozent gerüttelt werden, würde 2025 für den Leitindex zum besten Börsenjahr seit 2019. Zur Bestmarke von 24.771 Punkten, die aus dem Oktober stammt, bleibt der Dax in Schlagweite. Davor wartet aber noch die Hürde des Dezember-Hochs bei etwas unter 24.500 Punkten als wichtige Chartmarke.
Das Wohl und Wehe der Rüstungswerte hängt auch zwischen den Jahren an den Ukraine-Gesprächen. Ein mit Spannung erwartetes Treffen von US-Präsident Donald Trump mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj war am Wochenende ohne greifbare Ergebnisse zu Ende gegangen. Die Nachfrage nach Rüstungsaktien dämpfte aber die Nachricht, dass ein Telefonat zwischen Kremlchef Wladimir Putin und US-Präsident Trump in Moskau positiv bewertet wird. Die Kurse der diesjährigen Top-Performer wie Rheinmetall, HENSOLDT und RENK büßten um bis zu 2,3 Prozent ein.
Der Wind- und Solarparkbetreiber Energiekontor bestätigte seine Jahresziele. Das Unternehmen sprach von einem „starken Jahresendspurt“ mit weiteren Erfolgen in der Projektentwicklung und im Projektvertrieb. Die Aktien zogen spürbar an und bauten ihr Plus auf zuletzt 5,9 Prozent aus.
Die vinkulierten Namensaktien des Agrarhändlers BayWa schnellten zunächst um mehr als 17 Prozent auf den höchsten Stand seit rund sechs Wochen nach oben und notierten zuletzt 7,5 Prozent im Plus. Am Wochenende war bekannt geworden, dass Baywa einen neuen Versuch unternimmt, die niederländische Tochter Cefetra zu verkaufen. Durch den Schritt könnten die Bankverbindlichkeiten um über 600 Millionen Euro reduziert werden, teilte Baywa mit. Das Unternehmen war im Sommer 2024 in finanzielle Schieflage geraten.
Eine Geldbuße über rund 6,4 Millionen Euro muss der Caravan-Hersteller Knaus Tabbert bezahlen. Dies hat die Staatsanwaltschaft Stuttgart im Zusammenhang mit Ermittlungen zu fehlerhaften Gewichtsangaben bei Campingfahrzeugen verfügt, wie das Unternehmen in einer Börsenpflichtmeldung mitteilte. Für die Geldbuße seien aber bereits entsprechende Rückstellungen gebildet worden, hieß es. Die Knaus-Papiere legten um 4,3 Prozent zu.
Die Anteilsscheine von tonies setzten ihren Erholungskurs der vergangenen Monate mit einem Sprung auf den höchsten Stand seit fast vier Jahren fort. Am Montagvormittag standen sie mit einem Kursanstieg von 7,7 Prozent an der Spitze des Kleinwerteindex SDAX, in dem sie seit dem 22. Dezember vertreten sind. Der Kurs des Anbieters von Audioabspielgeräten für Kinder profitiert damit weiterhin von Absatzhoffnungen für die neue Toniebox 2, die seit September verkauft wird./edh/jha/
— Von Eduard Holetic, dpa-AFX —
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24 Kommentare
Die Tatsache, dass Knaus Tabbert bereits Rückstellungen für die Geldbuße gebildet hatte, spricht für eine umsichtige Finanzplanung. Trotzdem ist die Ursache – fehlerhafte Gewichtsangaben – besorgniserregend.
Die Tatsache, dass der DAX seit dem letzten Handelstag vor Weihnachten stagniert, könnte darauf hindeuten, dass die Anleger auf weitere Entwicklungen warten, bevor sie größere Entscheidungen treffen.
Ich bin gespannt, wie sich die Ukraine-Gespräche und die Haltung der USA unter Trump auf die Rüstungsindustrie auswirken werden. Die Abhängigkeit von politischen Entwicklungen ist offensichtlich.
Knaus Tabbert muss eine Geldbuße von 6,4 Millionen Euro zahlen, aber das Unternehmen hat bereits Rückstellungen dafür gebildet. Das ist zwar ärgerlich, scheint aber die finanzielle Situation nicht wesentlich zu belasten, was der Kurssteigerung von 4,3 Prozent entspricht.
Die Kurssteigerung von Knaus Tabbert trotz der Geldbuße ist überraschend. Vielleicht sehen die Anleger das Thema als abgehakt.
Die Nachricht über das positive Gespräch zwischen Putin und Trump, das die Rüstungsaktienkurse drückte, ist überraschend. Man würde eher eine positive Reaktion bei Rüstungsunternehmen erwarten, wenn die geopolitische Lage entspannt scheint.
Die Kursentwicklung von tonies ist erfreulich. Es zeigt, dass auch kleinere Unternehmen von der positiven Börsenstimmung profitieren können, wenn sie sich erholen.
Die verkürzte Handelswoche vor Silvester erklärt die geringe Bewegung am Markt. Viele Anleger ziehen es vor, vor dem Jahreswechsel ihre Positionen nicht zu verändern.
Die Stagnation des DAX bei 24.341 Punkten, trotz eines potenziell besten Börsenjahres seit 2019, deutet auf eine vorsichtige Haltung der Anleger hin. Ist das ein Zeichen für Unsicherheit bezüglich der kommenden Monate?
Es ist bemerkenswert, dass der MDAX um 0,1 Prozent auf 30.320 Zähler zulegte, während der DAX stagnierte. Zeigt das eine größere Dynamik bei mittelgroßen Werten?
Ein DAX-Jahresplus von 22 Prozent ist wirklich beachtlich. Das ist ein gutes Ergebnis für alle Anleger, die in deutsche Aktien investiert haben.
Die Geldbuße für Knaus Tabbert ist zwar hoch, aber die bereits gebildeten Rückstellungen mildern den Schlag. Dennoch sollte das Unternehmen die Ursachen für die fehlerhaften Gewichtsangaben untersuchen.
Die Tatsache, dass viele Anleger ihre Bücher geschlossen haben, erklärt die geringe Volatilität. Es ist eine ruhige Phase am Markt.
Ich frage mich, ob das ausbleibende Ergebnis des Treffens zwischen Trump und Selenskyj tatsächlich die Kurse von Rheinmetall, HENSOLDT und RENK beeinflusst hat, oder ob andere Faktoren eine Rolle spielen. Ein Rückgang von bis zu 2,3 Prozent ist spürbar.
Ich finde es gut, dass Energiekontor seine Jahresziele bestätigt hat. Das schafft Vertrauen bei den Anlegern.
Energiekontor konnte mit einem Plus von 5,9 Prozent punkten, nachdem sie ihre Jahresziele bestätigt haben. Das zeigt, dass erneuerbare Energien weiterhin attraktiv sind, selbst in einem insgesamt ruhigen Marktumfeld.
Der DAX-Jahresplus von gut 22 Prozent ist beeindruckend, aber die Tatsache, dass er noch unter dem Oktober-Hoch von 24.771 Punkten liegt, zeigt, dass es noch Luft nach oben gibt. Wird er dieses Hoch noch erreichen?
Die Entwicklung bei BayWa zeigt, dass auch große Unternehmen in finanzielle Schwierigkeiten geraten können. Der Verkauf von Cefetra ist ein notwendiger Schritt.
tonies scheint sich mit einem Sprung auf den höchsten Stand seit fast vier Jahren gut zu erholen. Das ist eine positive Entwicklung für das Unternehmen, besonders im Vergleich zum SDAX.
BayWa versucht, Cefetra erneut zu verkaufen, um die Bankverbindlichkeiten um über 600 Millionen Euro zu reduzieren. Nach den finanziellen Schwierigkeiten im Sommer 2024 ist das ein wichtiger Schritt zur Stabilisierung.
Der EuroStoxx 50 legte um 0,2 Prozent auf 5.756 Punkte zu. Ist das ein Zeichen für eine insgesamt positive Stimmung in der Eurozone?
Die positive Bewertung des Telefonats zwischen Putin und Trump in Moskau ist interessant. Wie wird sich das auf die europäischen Märkte auswirken?
Die Entwicklung bei Energiekontor ist ein gutes Beispiel dafür, dass sich nachhaltige Geschäftsmodelle auch in schwierigen Zeiten durchsetzen können. Ein Plus von 5,9 Prozent ist ein deutliches Signal.
Die Bemühungen von BayWa, Cefetra zu verkaufen, sind verständlich angesichts der finanziellen Belastung. Ob der Verkauf gelingt, wird sich zeigen.