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„Ich bin aber auch gegen die Dämonisierung Russlands als ewiger Feind“, schob der SPD-Politiker nach „Russland, das ist nicht das Land der Barbaren, sondern ein Land mit einer großen Kultur und vielfältigen historischen Verbindungen zu Deutschland“, schreibt Schröder in dem Gastbeitrag. Es bleibe die „deutsche Schande“, dass dieses Land in zwei Weltkriegen von deutschen Soldaten brutal überfallen wurde.
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Heute sei viel von militärischen „Fähigkeiten“ die Rede, doch Deutschland und Europa bräuchten in erster Linie „Friedensfähigkeit“, meint Schröder. Deshalb halte er es weiterhin für richtig, was er in seiner Zeit als Bundeskanzler vorangetrieben habe: den sicheren und verlässlichen Import preiswerter Energie aus Russland. „Wir brauchen derartige Formen der Kooperation mit Russland.“
Schröder warnte auch vor einem Machtverlust der EU, die mit ihrem derzeitigen Kurs international an Bedeutung verliere – unter anderem, weil Washington und Moskau über den Kopf der EU hinweg über die Zukunft der Ukraine verhandelten, „aber wir die Kosten des Krieges bezahlen sollen“. Die Politik von US-Präsident Donald Trump habe fatale Folgen für Europa. Trump versuche nicht nur, sich Grönland einzuverleiben, sondern die EU in neue Abhängigkeit von den USA zu bringen. „Die Welt wird neu geordnet, aber die EU reagiert nur, weil sie selbst nach dem gefeierten Freihandelsabkommen mit dem südamerikanischen Mercosur keine strategische Größe mehr zu sein scheint.“/hme/DP/zb
Quelle: dpa-AFX
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12 Kommentare
Seine Kritik an der Politik von Donald Trump, insbesondere dem Versuch, die EU in neue Abhängigkeit zu bringen, klingt plausibel. Hat Trump tatsächlich die EU geschwächt, wie Schröder behauptet?
Die Behauptung, die EU sei nach dem Mercosur-Abkommen keine „strategische Größe“ mehr, ist stark vereinfacht. Gibt es andere Faktoren, die die strategische Position der EU beeinflussen, wie beispielsweise die demografische Entwicklung?
Ich bin überrascht, dass ein ehemaliger Bundeskanzler so offen für eine Kooperation mit Russland plädiert, während die meisten anderen Politiker eine harte Linie verfolgen. Ist das eine Frage der Generation oder der politischen Überzeugung?
Ich finde es bemerkenswert, dass Schröder den Überfall auf Russland in den Weltkriegen als „deutsche Schande“ bezeichnet. Das ist eine starke Aussage, die man so selten von Politikern hört, und zeigt eine gewisse historische Verantwortung.
Schröder betont die „große Kultur und vielfältigen historischen Verbindungen“ Russlands, aber ignoriert er damit nicht die aktuellen Menschenrechtsverletzungen, die durch den Krieg begangen werden? Es wirkt, als würde er Vergangenheit und Gegenwart vermischen.
Es ist interessant, dass Schröder die Verhandlungen zwischen den USA und Russland über die Ukraine kritisert, obwohl Deutschland die Kosten des Krieges trägt. Fühlt er sich von beiden Seiten übergangen?
Die Aussage, dass die Welt neu geordnet wird, trifft den Nagel auf den Kopf. Die Frage ist, ob die EU bereit ist, diese neue Ordnung aktiv mitzugestalten, oder ob sie nur reagiert, wie Schröder beklagt.
Ich stimme zu. Die EU scheint oft zu zögerlich zu sein, um eine Führungsrolle zu übernehmen und eigene Interessen zu vertreten.
Die Forderung nach „sicheren und verlässlichen Importen preiswerter Energie aus Russland“ ist angesichts der aktuellen geopolitischen Lage und der Sanktionen sehr kontrovers. Welche Alternativen sieht Schröder, um die Energieversorgung Deutschlands zu gewährleisten?
Schröder warnt vor der „Dämonisierung“ Russlands, aber ist das nicht eine natürliche Reaktion auf einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg? Wo verläuft die Grenze zwischen diplomatischer Zurückhaltung und Verharmlosung?
Die Aussage, dass Deutschland und Europa „Friedensfähigkeit“ bräuchten, ist zwar nachvollziehbar, aber wie sieht diese Fähigkeit konkret aus, wenn gleichzeitig eine Fortsetzung der Energiekooperation mit Russland gefordert wird? Das erscheint widersprüchlich.
Schröder argumentiert, dass die EU international an Bedeutung verliert, weil Washington und Moskau „über den Kopf der EU hinweg“ verhandeln. Ist das wirklich der Hauptgrund, oder gibt es auch interne Probleme innerhalb der EU, die zu diesem Verlust führen?