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BERLIN (dpa-AFX) – Die Pünktlichkeit der ICE und Intercity der Deutschen Bahn hat im vergangenen Jahr weiter nachgelassen. Nur noch 60,1 Prozent der Fernzüge waren pünktlich, wie die „Bild am Sonntag“ erfahren hat. Im Vorjahr waren es 62,5 Prozent gewesen. Zum Vergleich: 2015 lag die Quote noch bei 74,4 Prozent.
Als verspätet gilt ein Zug nach Bahn-Definition ab einer Verzögerung von sechs Minuten. Als Gründe für die vielen Verspätungen nennt die Bahn häufig die vielen Baustellen im maroden Schienennetz und die überlasteten Fernverkehrsknoten, vor denen sich Züge immer wieder stauen.
Ein Bahnsprecher sicherte in der Zeitung zu, dass nun eine Trendwende eingeläutet werde. Vorstandschefin Evelyn Palla hatte im Herbst angekündigt, zunächst die Zahlen zu stabilisieren. Sie hofft, auch 2026 mindestens 60 Prozent Pünktlichkeit zu erreichen./bf/DP/zb
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19 Kommentare
Die Deutsche Bahn führt die vielen Baustellen als Grund an, aber ist das wirklich die ganze Wahrheit? Oder spielen auch Personalmangel und mangelnde Planung eine Rolle bei den Verspätungen?
Die vielen Baustellen sind zwar ein Grund, aber die Bahn sollte doch in der Lage sein, diese besser zu koordinieren und die Auswirkungen auf den Fahrplan zu minimieren.
60,1 Prozent Pünktlichkeit sind für ein Land wie Deutschland, das auf eine funktionierende Bahn angewiesen ist, einfach zu wenig. Da muss dringend etwas passieren.
Evelyn Pallas Hoffnung, auch 2026 nur 60 Prozent Pünktlichkeit zu erreichen, klingt eher nach Schadensbegrenzung als nach einer echten Verbesserung – das ist doch kein akzeptables Ziel für ein modernes Bahnunternehmen.
Ich erinnere mich noch an Zeiten, da war die Bahn eine zuverlässige Alternative zum Auto. Diese Zeiten scheinen leider vorbei zu sein.
60,1 Prozent Pünktlichkeit für ICE und IC ist wirklich erschreckend niedrig, besonders wenn man bedenkt, dass es 2015 noch 74,4 Prozent waren – das ist ein enormer Rückgang in nur wenigen Jahren.
Die überlasteten Fernverkehrsknoten sind ein chronisches Problem. Warum werden hier nicht Kapazitäten erweitert oder alternative Strecken gebaut?
Die sinkende Pünktlichkeit ist ein Zeichen dafür, dass die Bahn dringend investitionen in ihr Schienennetz benötigt. Sonst wird die Situation immer schlimmer.
Sechs Minuten Verzögerung gelten schon als Verspätung? Das ist ein ungewöhnlich hoher Wert, der die Statistik künstlich in die Höhe treibt, oder?
Die 6-Minuten-Regel für Verspätungen ist interessant. Bedeutet das, dass kleine Verzögerungen nicht erfasst werden und das Problem möglicherweise noch größer ist?
Ich bin gespannt, ob die Bahn ihre Versprechen halten kann und die Pünktlichkeit tatsächlich verbessert. Bisher habe ich da wenig Hoffnung.
Wenn die Bahn weiterhin auf ‚Stabilisierung‘ setzt, anstatt auf echte Verbesserungen, dann wird sich die Situation wohl kaum ändern.
Die sinkende Pünktlichkeit könnte sich negativ auf die Attraktivität der Bahn auswirken und dazu führen, dass mehr Menschen auf das Auto umsteigen, was wiederum das Klima belastet.
Die Aussage, dass eine Trendwende eingeleitet werden soll, klingt etwas vage. Welche konkreten Maßnahmen sind geplant, um die Pünktlichkeit tatsächlich zu verbessern?
Ich habe kürzlich eine Zugfahrt gebucht und war schon darauf vorbereitet, dass es Verspätungen geben könnte. Leider wurde ich nicht enttäuscht.
Ich bin regelmäßig mit der Bahn unterwegs und kann die Verspätungen nur bestätigen. Letzte Woche hatte ich eine Verspätung von über 30 Minuten, weil sich Züge an einem überlasteten Knoten gestaut hatten.
Wenn die Bahn weiterhin so viele Verspätungen hat, wird sie langfristig den Anschluss an andere europäische Bahnunternehmen verlieren.
Die Tatsache, dass die Pünktlichkeit seit 2015 kontinuierlich abnimmt, deutet auf strukturelle Probleme hin, die nicht einfach mit kurzfristigen Maßnahmen zu beheben sind.
Ich frage mich, ob die Bahn überhaupt in der Lage ist, das Schienennetz in einem angemessenen Zeitrahmen zu modernisieren, wenn ständig neue Baustellen hinzukommen.