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Mit der Übernahme des US-Konzerns Monsanto hatte sich Bayer 2018 ein milliardenschweres Rechtsrisiko ins Haus geholt. Die Klageflut wegen des möglicherweise krebserregenden Unkrautvernichters Roundup belastete den Bayer-Konzern in den letzten Jahren massiv und führte zu herben Kursverlusten bei den Aktionären. Jetzt besteht aber eine reelle Chance, dass der Dax-Konzern diese juristische Altlast endlich abzuschließen kann.
Supreme Court nimmt Berufungsantrag von Bayer an
Nach zwei gescheiterten Versuchen im Jahr 2022 hat das oberste US-Gericht, der Supreme Court, nun im dritten Anlauf einen Berufungsantrag von Bayer zur Verhandlung angenommen. Konkret geht es dabei um einen Glyphosat-Prozess, bei dem ein Gericht in Missouri dem Kläger John Durnell eine Entschädigung von 1,25 Mio. $ zugesprochen hatte. Der Supreme Court wird jetzt in einem Grundsatzurteil klären, ob das Bundesrecht Klagen wegen angeblich fehlender Warnhinweise auf Basis einzelstaatlichen Rechts ausschließt. Bayer begründet den Berufungsantrag damit, dass die US-Umweltbehörde EPA Glyphosat nicht als krebserregend einstuft und das Produktlabel ohne entsprechende Warnhinweise genehmigt hat. Anfang Dezember 2025 hatte sich der Solicitor General als Vertreter der US-Regierung offiziell dafür ausgesprochen, dass der Supreme Court den Berufungsantrag von Bayer zur Prüfung annimmt. Nach der am vergangenen Freitag erfolgten Annahme werden die US-Richter in dem Fall voraussichtlich bis Ende Juni ein Grundsatzurteil fällen.
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16 Kommentare
Ich bin gespannt, ob der Supreme Court die Argumentation von Bayer berücksichtigt, dass die EPA Glyphosat zugelassen hat ohne entsprechende Warnhinweise. Die 1,25 Millionen Dollar Entschädigung für John Durnell zeigen, wie hoch die finanziellen Risiken für Bayer sind.
Die Tatsache, dass Bayer bereits zwei Versuche im Jahr 2022 unternommen hat, den Fall vor den Supreme Court zu bringen, unterstreicht die Dringlichkeit und die hohen Einsätze für das Unternehmen. Wird der dritte Versuch erfolgreich sein?
Ich bin skeptisch, ob der Supreme Court Bayers Argumentation vollständig akzeptieren wird. Die Gerichte könnten argumentieren, dass Unternehmen eine Verantwortung haben, auch über die Anforderungen der EPA hinaus zu warnen.
Die Möglichkeit, den Bernecker Börsenkompass 30 Tage kostenlos zu testen, ist verlockend, besonders angesichts der Volatilität der Bayer-Aktie. Vielleicht hilft er, die Situation besser einzuschätzen.
Die Kursverluste der Bayer-Aktie in den letzten Jahren aufgrund der Glyphosat-Klagen sind enorm. Ein positiver Ausgang vor dem Supreme Court könnte das Vertrauen der Anleger zurückgewinnen.
Die Höhe der Entschädigung von 1,25 Millionen Dollar für John Durnell ist beachtlich. Das zeigt, wie ernst die Gerichte die Vorwürfe gegen Glyphosat nehmen, auch wenn die EPA anderer Meinung ist.
Die Frist bis Ende Juni für das Urteil des Supreme Court scheint lang. Ich hoffe, es gibt bald Klarheit, um die Unsicherheit für Bayer und seine Aktionäre zu beenden.
Ich frage mich, welche Auswirkungen ein Urteil zugunsten von Bayer auf zukünftige Klagen von Klägern haben wird, die ähnliche Argumente vorbringen. Könnte dies einen Präzedenzfall schaffen?
Die Übernahme von Monsanto war offensichtlich ein riskantes Manöver für Bayer. Die Glyphosat-Klagen haben sich als eine massive Belastung erwiesen, und die Entscheidung des Supreme Court ist nun von entscheidender Bedeutung.
Ich bin kein Jurist, aber die Frage, ob Bundesrecht staatliches Recht ausschließt, scheint mir sehr komplex zu sein. Ich bin gespannt auf die Argumentation des Supreme Court.
Die automatische Verlängerung des Abos für den Bernecker Börsenkompass ist etwas unklar formuliert. Man sollte die Kündigungsbedingungen genau prüfen, bevor man testet.
Das stimmt, die automatische Verlängerung ist ein häufiger Kritikpunkt bei solchen Abos. Es ist immer ratsam, sich die Details genau anzusehen.
Die Entscheidung des Supreme Court, den Berufungsantrag von Bayer anzunehmen, ist entscheidend, da es um die grundsätzliche Frage geht, ob staatliches Recht bei Warnhinweisen gegenüber bundesrechtlichen Bestimmungen Vorrang hat. Das Urteil könnte Bayer vor weiteren Klagen schützen, wenn die EPA Glyphosat nicht als krebserregend einstuft.
Ich finde es gut, dass Bayer sich juristisch zur Wehr setzt. Die Klagen wirken auf mich überzogen, solange die EPA Glyphosat weiterhin zulässt. Es ist wichtig, dass Unternehmen ihre Rechte verteidigen.
Es ist wichtig zu beachten, dass das Urteil des Supreme Court sich auf Klagen wegen fehlender Warnhinweise bezieht, nicht aber auf die Frage, ob Glyphosat tatsächlich krebserregend ist. Das ist ein subtiler, aber wichtiger Unterschied.
Es ist bemerkenswert, dass der Solicitor General sich für die Annahme des Berufungsantrags durch den Supreme Court ausgesprochen hat. Das deutet auf eine gewisse Unterstützung der US-Regierung für Bayers Position hin.