Listen to the article
Der deutsche Leitindex konnte sich am Tag vor der erneuten Handelspause aufgrund von Silvester und Neujahr knapp unter die 24.500-Punkte-Marke arbeiten.
Am Dienstag zeigte sich der DAX zum Sitzungsstart marginale 0,03 Prozent niedriger bei 24.343,19 Punkten und pendelte anschließend zunächst um die Nulllinie. Weiter stieg das Börsenbarometer ins Plus, wo es 0,57 Prozent höher bei 24.490,41 Zählern aus dem Jahr 2025 ging.
Am letzten Handelstag des Jahres gab die Nachrichtenlage wenig her, und die meisten Anleger waren so kurz vor dem Jahreswechsel nicht mehr aktiv. Bei dünnen Umsätzen dürfte das sogenannte Window-Dressing bei Einzelaktien, also die gezielte Kurspflege in den Portfolios institutioneller Investoren, gestützt haben.
Es fand auf XETRA nur ein verkürzter Handel statt. Handelsschluss war bereits um 14 Uhr. An Silvester und Neujahr bleibt die Börse dann geschlossen, bevor Anleger am Freitag, den 2. Januar, zum ersten Mal im neuen Jahr auf XETRA handeln können.
Bisherige DAX-Rekorde
Am 9. Oktober hatte der DAX bei 24.771,34 Punkten ein neues Rekordhoch markiert. Letztlich war er an jenem Tag bei 24.611,25 Zählern in den Feierabend gegangen, was zugleich ein neuer Rekord auf Schlusskursbasis bedeutete.
Starkes Börsenjahr für den DAX
Am Dienstag wurde nicht mehr groß am Jahresplus von 23 Prozent beim DAX gerüttelt, so wurde 2025 für den Leitindex zum besten Börsenjahr seit 2019. Zur Bestmarke bleibt der DAX weiterhin in Schlagweite.
Als Kaufgelegenheit stellte sich im abgelaufenen Börsenjahr der Kursrutsch im April heraus. Am „Liberation Day“ verkündete US-Präsident Donald Trump weltweite Strafzölle – Zölle, an die die Börsianer bis dahin nicht geglaubt hatten. Seitdem hat das Thema an Brisanz verloren. Nicht nur haben die USA mit den meisten Ländern Handelsvereinbarungen getroffen, Washington musste schmerzlich erfahren, dass China im Handelsstreit am längeren Hebel sitzt. Exportbeschränkungen auf KI-Chips der jüngsten Generation setzte Peking Ausfuhrbeschränkungen für Seltene Erden gegenüber.
Geringe Handelsumsätze könnten zum Jahresende noch einmal Volatilität bringen
Während an den Börsen die Liquidität vor Silvester ausdünnte, stieg die Aktivität der Privatanleger an außerbörslichen Handelsplätzen. „Anleger haben offenbar zwischen den Jahren Zeit und nehmen letzte Änderungen an ihren Portfolios vor“, sagte ein Händler am Montagabend mit Blick auf das nachbörsliche Geschäft mit deutschen Aktien bei Lang & Schwarz. „Gehandelt wurde querbeet“, ergänzte der Marktteilnehmer.
Verhandlungen um Ukraine-Frieden bleiben im Blick
Unterdessen bleibt die Lage in der Ukraine Thema. Der russische Präsident Wladimir Putin will seine Position bei den Verhandlungen mit US-Präsident Donald Trump nach Kremlangaben wegen eines angeblichen Terroranschlags Kiews überarbeiten. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wies die Anschuldigungen als Lüge zurück.
Die geopolitische Lage bleibt insgesamt angespannt. US-Präsident Donald Trump hat dem Iran mit einem Militärschlag gedroht, sollte das Land sein Atomprogramm wieder aufnehmen. Der Hamas wurde derweil mit ernsten Konsequenzen gedroht, sollte die Terrororganisation nicht die Waffen niederlegen. Und schließlich veranstaltet China vor der Küste Taiwans eines der größten Militärmanöver der vergangenen Jahre. Dies dürfte eine Reaktion auf die jüngste Ankündigung von US-Waffenlieferungen an den Inselstaat sein.
Redaktion / dpa-AFX / Dow Jones Newswires
Den vollständigen Artikel hier lesen


37 Kommentare
Die Erwähnung des Kursrutsches im April durch die überraschenden Strafzölle von Trump ist ein wichtiger Punkt – zeigt, wie geopolitische Ereignisse die Märkte beeinflussen können. Hat sich die Börse seitdem besser auf solche Ankündigungen eingestellt?
Es ist gut zu wissen, dass der DAX am 9. Oktober mit 24.771,34 Punkten ein neues Rekordhoch erreicht hat. Wie weit ist der aktuelle Stand davon entfernt?
Die Erwähnung von Lang & Schwarz im Zusammenhang mit dem außerbörslichen Handel ist interessant. Gibt es dort besondere Trends oder Handelsaktivitäten?
Die Schließung der Börse an Silvester und Neujahr ist für viele Anleger ärgerlich, da sie keine Möglichkeit haben, auf aktuelle Ereignisse zu reagieren.
Die Nähe des DAX an das Rekordhoch von 24.771,34 Punkten vom 9. Oktober deutet auf eine anhaltend positive Stimmung hin. Glaubt jemand, dass er dieses Niveau im neuen Jahr übertreffen wird?
Es ist faszinierend, wie China mit Exportbeschränkungen für Seltene Erden auf die US-Zölle reagiert hat. Das zeigt, dass die globale Wirtschaft sehr stark miteinander verwoben ist und es keine einfachen Lösungen gibt.
Die Tatsache, dass der DAX 2025 sein bestes Börsenjahr seit 2019 hatte, wirft die Frage auf, welche Faktoren diesen Aufwärtstrend getragen haben und ob diese auch 2026 anhalten werden.
Die Aussage, dass Trump weltweite Strafzölle verkündet hat, an die die Börsianer nicht geglaubt hatten, zeigt, wie unberechenbar politische Entscheidungen sein können.
Absolut. Das hat gezeigt, dass man sich nicht nur auf wirtschaftliche Daten verlassen kann, sondern auch politische Risiken berücksichtigen muss.
Ein Schlusskurs von knapp unter 24.500 Punkten ist ein solides Ergebnis für das Jahr 2025. Es bleibt abzuwarten, ob der DAX diesen Schwung in das neue Jahr mitnehmen kann.
Die Schließung der Börse an Silvester und Neujahr ist verständlich, aber für kurzfristige Trader bedeutet das eine unnötige Pause. Gibt es Alternativen?
Die geopolitische Lage, insbesondere die Verhandlungen um die Ukraine, wird die Märkte auch im neuen Jahr stark beeinflussen. Das sollte man nicht unterschätzen.
Ich bin gespannt, wie sich der DAX am 2. Januar entwickeln wird, wenn der Handel wieder aufgenommen wird. Wird der Aufwärtstrend fortgesetzt oder gibt es eine Korrektur?
Die Erwähnung des Kursrutschs im April aufgrund von Trumps Ankündigung von Strafzöllen ist bemerkenswert; das zeigt, wie stark geopolitische Ereignisse die Märkte beeinflussen können, selbst wenn viele es vorher nicht für möglich gehalten hätten.
Die Verhandlungen um den Ukraine-Frieden und Putins Reaktion auf die Anschuldigungen Kiews scheinen die Märkte im Moment nicht stark zu beeinflussen. Ist das eine unterschätzte Gefahr?
Ich denke, die Märkte haben sich an die Nachrichten aus der Ukraine gewöhnt und kalkulieren das Risiko bereits ein. Trotzdem sollte man die Lage nicht außer Acht lassen.
Ich frage mich, ob das Window-Dressing tatsächlich so einen großen Einfluss auf den DAX hat, wie hier dargestellt. Gibt es dafür empirische Beweise?
Es gibt Studien, die zeigen, dass Window-Dressing kurzfristig zu Kurssteigerungen führen kann, besonders bei Aktien, die bereits im Plus sind.
Die Tatsache, dass der DAX 2025 sein bestes Börsenjahr seit 2019 hatte, ist ein positives Signal für die deutsche Wirtschaft. Aber Vorsicht, die Vergangenheit ist keine Garantie für die Zukunft.
Die Tatsache, dass die Aktivität der Privatanleger zwischen den Jahren gestiegen ist, könnte ein Zeichen für eine größere Beteiligung am Aktienmarkt sein. Das wäre positiv.
Ich finde es bemerkenswert, dass das ‚Window-Dressing‘ institutioneller Investoren den DAX gestützt haben könnte. Wie groß ist dieser Effekt typischerweise am Jahresende?
Die Aktivität der Privatanleger an außerbörslichen Handelsplätzen zwischen den Jahren ist interessant. Deutet das auf ein wachsendes Interesse an direkten Aktieninvestitionen hin?
Die Aussage, dass China im Handelsstreit am längeren Hebel sitzt, ist eine starke These. Welche konkreten Beispiele gibt es dafür, außer den Seltenen Erden?
Mich wundert die geringe Aktivität der institutionellen Anleger kurz vor Jahresende nicht, aber die Zunahme bei Privatanlegern an außerbörslichen Handelsplätzen ist interessant. Könnte das ein Zeichen für eine Verlagerung des Handels sein?
Die Volatilität durch geringe Umsätze zum Jahresende ist ein bekanntes Phänomen, aber wie können sich Anleger am besten davor schützen?
Der DAX ist zwar noch in Schlagweite zur Bestmarke, aber die Volatilität könnte zunehmen. Eine konservative Anlagestrategie ist ratsam.
Der verkürzte Handel am Dienstag und die Schließung an Silvester und Neujahr sind für Privatanleger vielleicht etwas frustrierend, aber verständlich, wenn die Liquidität ohnehin gering ist.
Ein Jahresplus von 23 Prozent für den DAX ist wirklich beeindruckend! Ist das der höchste Wert seit der Finanzkrise 2008, oder gab es in der Zwischenzeit noch stärkere Jahre?
Die Aussage, dass bei dünnen Umsätzen Volatilität entstehen kann, ist ein wichtiger Hinweis für Trader. Man sollte sich also auf mögliche Kursschwankungen einstellen, auch wenn die allgemeine Stimmung positiv ist.
Absolut, gerade zum Jahresende kann es zu unvorhersehbaren Bewegungen kommen, da viele Marktteilnehmer aus dem Geschäft sind.
Die Tatsache, dass Peking Ausfuhrbeschränkungen für Seltene Erden als Reaktion auf US-amerikanische KI-Chip-Beschränkungen erwogen hat, zeigt eine deutliche Eskalation im Handelsstreit. Welche Auswirkungen hat das auf deutsche Unternehmen?
Die Verhandlungen um den Ukraine-Frieden und Putins Reaktion auf angebliche Anschuldigungen sind besorgniserregend. Wie schätzen Experten die Auswirkungen auf die europäischen Märkte ein?
Der Hinweis auf den ‚Liberation Day‘ und Trumps Zölle ist ein guter Kontext für das Verständnis der Marktbewegungen im April. Das zeigt, wie schnell sich die Lage ändern kann.
Ich bin skeptisch, ob das ‚Window-Dressing‘ wirklich so einen großen Einfluss auf die Kurse hatte. Könnte es nicht auch andere, ungenannte Gründe für den Anstieg geben?
Ich bin überrascht, dass die Nachrichtenlage am letzten Handelstag des Jahres so ruhig war. Normalerweise gibt es doch immer noch einige Überraschungen.
Ein Jahresplus von 23 Prozent für den DAX ist beeindruckend! Das ist das beste Ergebnis seit 2019, aber wie nachhaltig ist dieser Aufwärtstrend wirklich, angesichts der globalen Unsicherheiten?
Die geringen Handelsumsätze zum Jahresende sind typisch, aber sie können auch zu unvorhersehbaren Kursbewegungen führen. Man sollte in dieser Zeit vorsichtig sein.