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Der US-Edelmetallförderer Coeur Mining will für 7 Milliarden Dollar einen kanadischen Wettbewerber übernehmen. Trotz der Kursexplosion ist die Aktie des Aufkäufers weiterhin günstig.
Die Preise von Gold und Silber steigen fast täglich von einem Rekordhoch zum nächsten, weshalb die Aussichten für die Edelmetallförderer immer besser werden und viele Aktien aus dem Sektor auf Rekordfahrt sind.
In diesem Umfeld hat der US-Konzern Coeur Mining unter der Leitung von Vorstandschef Mitchell J. Krebs am 3. November angekündigt, er wolle für 7 Milliarden US-Dollar den kanadischen Konkurrenten New Gold übernehmen.
Der Deal soll im ersten Halbjahr 2026 abgeschlossen werden. Mit der Transaktion würde Coeur seine drei Minen in den USA und zwei in Mexiko um zwei Minen von New Gold in Kanada ergänzen.
Nach dem Abschluss des Deals würden die bisherigen Aktionäre von Coeur Mining 62 Prozent an dem neuen Unternehmen halten, während 38 Prozent auf jene von New Gold entfallen sollen. Zudem strebt Coeur ein Zweit-Listing an der Toronto Stock Exchange an.
Nach dem Zusammenschluss soll das Unternehmen im Jahr 2026 rund 900.000 Unzen Gold, 20 Millionen Unzen Silber sowie 100 Millionen Pfund Kupfer produzieren und dabei einen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von rund 3 Milliarden Dollar sowie einen Free Cashflow von rund 2 Milliarden Dollar erwirtschaften.
Dabei sollen 2026 72 Prozent der Konzernerlöse auf Gold entfallen, 20 Prozent auf Silber und 8 Prozent auf Kupfer.
Während der Konsens der Analysten Anfang November 2025 bei der Bekanntgabe der geplanten Übernahme für das Gesamtjahr 2025 ein bereinigtes Ebitda von 1,03 Milliarden Dollar für Coeur und von 841 Millionen Dollar für New Gold prognostiziert hatte, lagen die Schätzungen für 2026 bei knapp 1,5 Milliarden Dollar beziehungsweise knapp 1,7 Milliarden Dollar und damit bei insgesamt 3,15 Milliarden Dollar. Für 2027 wurden 3,38 Milliarden Dollar in Aussicht gestellt.
Beim Free Cashflow würde die Entwicklung ähnlich aussehen. Während für Coeur für 2025 583 Millionen Dollar und für New Gold 521 Millionen Dollar erwartet worden waren, sollen es nach dem Deal insgesamt 2,1 Milliarden Dollar für 2026 werden. Für 2027 wurden sogar 2,36 Milliarden Dollar erwartet.
Im Zuge der Rekordfahrt bei Gold und Silber haben die Analysten in der Zwischenzeit ihre Schätzungen zum Ebitda für 2026 für Coeur und für New Gold jeweils kräftig angehoben (siehe unten).
So sehen die Schätzungen aus
Ich nehme an, dass der Deal von den Behörden genehmigt und tatsächlich im ersten Halbjahr abgeschlossen wird. Vor diesem Hintergrund addiere ich die Schätzungen der Analysten für Coeur und New Gold und komme für das Gesamtjahr 2026 auf ein bereinigtes Pro-Forma-Ebitda von insgesamt 3,64 Milliarden Dollar. Das entspricht einem Sprung von herben 82 Prozent gegenüber dem erwarteten Pro-Forma-Wert für 2025.
Zudem sagen die Finanzprofis für 2026 einen bereinigten Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) von insgesamt 3,2 Milliarden Dollar vorher, was einen Sprung von knapp 125 Prozent bedeutet. Das würde einer Marge von sensationellen 62 Prozent entsprechen.
Vor dem Hintergrund der rasanten Rally bei Gold und Silber sind die Schätzungen für Coeur und New Gold für 2026 selbstverständlich mit sehr großer Unsicherheit behaftet. Im Zweifelsfall könnten sich die Schätzungen im Nachhinein noch als deutlich zu konservativ herausstellen.
Wie geht’s weiter mit der Aktie?
Nach der Rally liegt der Börsenwert von Coeur bei 14,7 Milliarden Dollar, hinzu kommen 8,9 Milliarden Dollar für New Gold, womit insgesamt 23,6 Milliarden Dollar zu Buche stehen.
Zudem hatten die Unternehmen zuletzt Nettoschulden von insgesamt lediglich 371 Millionen Dollar. Damit liegt der Enterprise Value (EV) bei insgesamt 24,0 Milliarden Dollar.
Das entspricht lediglich dem 7,5-Fachen des von Analysten für 2026 prognostizierten Ebit (3,2 Milliarden Dollar). Die niedrige Bewertung zeigt, wie skeptisch Investoren die mittel- und langfristigen Perspektiven für die beiden Gold- und Silberförderer einschätzen.
Offensichtlich sind viele Investoren immer noch der Überzeugung, dass es sich nur um einen vorübergehenden Hype bei den Edelmetallen handelt und die Kurse später einbrechen werden. Ich bin hingegen völlig anderer Meinung – meiner Meinung nach sollten Gold und Silber auch in den nächsten Jahren auf Rekordfahrt bleiben.
Vor diesem Hintergrund sollte meiner Meinung nach die Coeur-Aktie in den nächsten Wochen und Monaten weiter kräftig steigen, denn das Papier ist weiterhin günstig und hat daher noch enormes Potenzial.
BNP Paribas bietet auf die Aktie von Coeur Mining (A0RNL2) Mini Futures und weitere Produkte an.
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13 Kommentare
Die prognostizierte Steigerung des bereinigten EBITDA von 1,03 Milliarden Dollar im Jahr 2025 auf 3,64 Milliarden Dollar im Jahr 2026, wie im Artikel erwähnt, erscheint sehr optimistisch – welche Faktoren treiben diese massive Erwartung an?
Das ist ein berechtigter Punkt; die Analysten haben ihre Schätzungen aufgrund der jüngsten Preissteigerungen bei Gold und Silber deutlich angehoben, was diese Erwartung erklärt.
Die Tatsache, dass die Aktie von Coeur Mining trotz der Kursexplosion noch als ‚günstig‘ eingestuft wird, deutet auf ein erhebliches Wachstumspotenzial hin. Woran liegt diese relative Unterbewertung?
Die Erwartung eines Free Cashflows von 2,36 Milliarden Dollar im Jahr 2027 ist beeindruckend. Wie plant Coeur, diesen Cashflow einzusetzen – für Investitionen, Schuldenabbau oder Dividendenzahlungen?
Ein Zweit-Listing an der Toronto Stock Exchange ist ein interessanter Schritt, da New Gold ja ein kanadisches Unternehmen ist. Wird dies die Akzeptanz bei kanadischen Investoren erhöhen und den Deal beschleunigen?
Das ist wahrscheinlich ein strategischer Zug, um die Transaktion reibungsloser zu gestalten und das Interesse des kanadischen Marktes zu wecken.
Die Prognosen für 2026 und 2027 basieren auf Annahmen über die Gold-, Silber- und Kupferpreise. Was passiert mit der Rentabilität, wenn diese Preise sinken?
Die Kombination der Minen von Coeur (3 in den USA, 2 in Mexiko) mit den 2 Minen von New Gold in Kanada scheint eine sinnvolle geografische Erweiterung zu sein. Welche Synergien werden durch diese Kombination erwartet?
Mitchell J. Krebs scheint eine treibende Kraft hinter dieser Übernahme zu sein. Gibt es Informationen über seine bisherige Erfolgsbilanz bei solchen Transaktionen?
Ich bin etwas besorgt über den Zeitpunkt der Übernahme. Wenn die Gold- und Silberpreise weiter steigen, könnte New Gold auch ohne Übernahme sehr profitabel sein. Ist der Preis von 7 Milliarden Dollar angemessen?
Die Aufteilung der Konzernerlöse auf Gold (72%), Silber (20%) und Kupfer (8%) im Jahr 2026 zeigt eine klare Abhängigkeit vom Goldpreis. Wie diversifiziert ist das Unternehmen wirklich, wenn Gold so dominant ist?
Trotz der Dominanz von Gold bietet die Silber- und Kupferproduktion eine gewisse Diversifizierung, aber die Sensitivität gegenüber Goldpreisschwankungen ist unbestreitbar.
Ein bereinigtes Pro-Forma-EBITDA von 3,64 Milliarden Dollar im Jahr 2026 ist ein signifikanter Anstieg. Wie realistisch ist diese Zahl angesichts möglicher Integrationsschwierigkeiten nach der Übernahme?