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Die Rentenkommission bespricht ab Montag Maßnahmen, um die Rente nachhaltiger aufzustellen. Eine davon ist die Rente mit 70. Steigt das Renteneintrittsalter, müssen Millionen Arbeitnehmer bei einem Punkt umdenken: ihrer Altersvorsorge.
Wer erst mit 70 in Rente gehen darf, muss seine Altersvorsorge anders aufstellen als jemand, der schon mit Mitte 60 in Ruhestand gehen möchte. Die Gründe:
- höhere Wahrscheinlichkeit von Arbeitslosigkeit vor der Rente
- höhere Wahrscheinlichkeit von Krankheit
- längere Anspardauer
Was bedeutet das für Ihre private Altersvorsorge?
Beispiel 1: Mit 70 in Rente
Wenn Sie tatsächlich bis 70 arbeiten können und wollen, könnte sich Ihre private Vorsorgesituation etwas entspannen. Sie haben länger Zeit, Geld zur Seite zu legen, zudem verringert sich eventuell die Zeit im Ruhestand. Gerade am Ende einer Ansparphase bringen zusätzliche Sparjahre viel Geld. Würden Sie beispielsweise jeden Monat 100 Euro zur Seite legen und dafür vier Prozent Rendite bekommen, hätten Sie nach 35 Jahren 74.700 Euro, nach 40 Jahren wären es 93.100 Euro.
Vorsicht: Die Wahrscheinlichkeit, dass sich das Rentenniveau erholt und für ihre vollständigen Lebenshaltungskosten im Alter ausreicht, ist unwahrscheinlich. Aktuell liegt es bei 48 Prozent. Alle besprochenen Maßnahmen sind nur darauf aus, es langsamer sinken zu lassen. Um private Vorsorge kommen Sie also auch nicht herum, wenn das Renteneintrittsalter steigt.
Allerdings gehen die Deutschen heute sowieso schon früher in Rente, als Sie sollten. Im Schnitt liegt das tatsächliche Renteneintrittsalter bei 64,7 Jahren und damit über zwei Jahre unter den angepeilten 67 Jahren.
Beispiel 2: Mit 65 oder mit 67 in Rente
Wer früher in Rente gehen möchte, muss im gesamten Ruhestand Abschläge in Höhe von 0,3 Prozent pro Monat hinnehmen, um den er früher aufhört zu arbeiten.
Ein Jahr kostet also 3,6 Prozent weniger Rente, zwei Jahre kosten 7,2 Prozent. Wer sogar drei Jahre früher aufhört, muss mit 10,8 Prozent weniger auskommen. Bei einer eigentlich zustehenden Rente von 1800 Euro wären das über 190 Euro brutto weniger.
Zudem gelten Bedingungen. Aktuell kann ohne Abschläge frühstens mit 65 in Rente gehen, wer 45 Beitragsjahre nachweisen kann. Mit Abschlägen liegt das Renteneintrittsalter bei 63 Jahren. Anzunehmen ist, dass diese Grenze mit steigenden Renteneintrittsalter künftig ebenfalls höher liegt. Rein rechnerisch könnten alle Arbeitnehmer ab 1982 erst mit 67 mit Abschlägen in Rente gehen. Die Rente nach 45 Beitragsjahren steht vollständig zur Debatte.
Möchten Sie also weiterhin vor 70 mit Abschlägen in Rente gehen, brauchen Sie deutlich mehr Geld aus privaten Quellen, um ihre wachsende Rentenlücke zu schließen. Die Höhe rechnen Sie sich ganz einfach selber aus:
Rentenlücke = Nettohaushaltseinkommen – Rente laut Rentenbescheid * Abzüge
Bei einem monatlichen Nettoeinkommen von 3000 Euro und einer erwarteten Rente von 2000 Euro netto müssten Sie jeden Monat 1000 Euro aus anderen Quellen beziehen, um Ihren Lebensstandard nicht einschränken zu müssen. Wer drei Jahre früher in Rente geht, muss zusätzlich 216 Euro im Monat aufbringen.
Wichtig: Wer nicht mehr arbeitet, aber noch keine Rente bekommt, muss seine Krankenkasse selbst bezahlen und kann sich den Beitrag mit keinem Arbeitgeber teilen. So muss das Ersparte noch einmal deutlich höher liegen, wenn man es nicht schafft, andere Ausgaben zu kürzen. Alternativ arbeitet man doch zumindest einen Tag in der Woche oder in einem Mini-Job, um die Versicherungsbeiträge zu sparen.
Flexibilität ist entscheidend
Wer früher aussteigen will, sollte seine Altersvorsorge zudem so gestalten, dass sie nicht erst mit dem aktuell geltenden Renteneintrittsalter ausgezahlt wird, was bei Betriebsrenten oder privaten Rentenversicherungen der Fall sein kann. Eine Mischung aus liquiden Sparformen und langfristigen Verträgen hilft, jederzeit auf Veränderungen reagieren zu können.
So bereiten Sie sich jetzt auf die Rente vor
Je nach Alter sollten Sie Ihre Strategie anpassen. Grundsätzlich gilt: Je früher Sie starten, desto besser. Je älter Sie sind, desto höher muss Ihre Sparquote sein.
Für 30-Jährige:
Jetzt ist der perfekte Zeitpunkt, um mit dem Vermögensaufbau zu beginnen. Experten empfehlen, regelmäßig in kostengünstige und breit gestreute Anlagen, wie beispielsweise ETF-Sparpläne, zu investieren. Der Zinseszinseffekt arbeitet über viele Jahre hinweg für Sie, sodass auch kleine Beträge mit der Zeit wachsen. Wichtig ist, am Ball zu bleiben, nur selten zu pausieren und sich von Schwankungen nicht aus der Ruhe bringen zu lassen.
Für 40-Jährige:
Jetzt geht es darum, eine klare Rentenlücke zu erkennen und konkrete Ziele zu definieren. Prüfen Sie Ihre gesetzliche Rente, mögliche Betriebsrenten und bereits vorhandene Ersparnisse. Auch ein mögliches Erbe könnte in Ihre Rechnung mit einfließen. Überlegen Sie, wie viel Geld Sie zusätzlich brauchen, um früher oder komfortabler in den Ruhestand zu gehen.
Für 50-Jährige und älter:
In diesem Alter ist der Vermögensaufbau oft begrenzter, aber es gibt gute Möglichkeiten, die Rente durch Steueroptimierung zu verbessern, etwa durch zusätzliche Einzahlungen in die betriebliche Altersvorsorge (bAV). Auch sollten Sie die Zeit nutzen, um eine Überbrückungsstrategie zu entwickeln, falls Sie vorzeitig aus dem Job ausscheiden möchten. Liquidität und flexible Sparformen sind jetzt besonders wichtig, weswegen ausschließlich Finanzprodukte wie ETFs keine optimale Lösung mehr sind.
Wer überhaupt von der Rente mit 70 betroffen wäre, sollte sie in den gleichen Stufen eingeführt werden, wie aktuell die Rente mit 67, können Sie dieser Tabelle entnehmen:
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6 Kommentare
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