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Der DAX hat mittlerweile in der Spitze um rund 1.000 Punkte korrigiert, eröffnet heute Morgen aber stabilisiert. Die Wall Street tendierte gestern schwächer und beendete den Handel am Tagestief. Nach drei Tagen Pause hatte die Wall Street spürbar Nachholbedarf. Beim S&P500 ging es über zwei Prozent abwärts, an der NASDAQ waren es sogar -2,4%. Der DOW JONES begnügte sich mit -1,78%, am besten hielt sich der RUSSELL2000 mit -1,2%. Ein Problem sind die anziehenden Renditen der langlaufenden Staatsanleihen. Ausgehend von Japan ziehen sie jetzt auch in den USA an. Gestern bis auf 4,3% bei den zehnjährigen Treasuries. Das spiegelt die Unsicherheit bezüglich der Tragfähigkeit der Schuldenlast der USA wider.
Derweil wartet die Welt auf Davos und Donald Trump. Da die Causa Grönland in den letzten Tagen bereits eskaliert ist, kann es heute Abend auch genau in die andere Richtung gehen. Der US-Präsident sucht die Überraschung. Die kann er heute auch durch Deeskalation erreichen, genauso wie durch weiteres Vorantreiben der Eskalation. Für den letzteren Fall sind die am Montagnachmittag erwähnten Limits gedacht.
Die M7 waren gestern durch die Bank weg schwächer. Hier ging es um 1,3 bis über 4% abwärts. Nachbörslich veröffentliche NETFLIX noch sein Zahlen aus Q4. Der führende Streamingdienstleister meldete zwar einen Anstieg des Gewinns um 29 % von 0,43 auf 0,56 $ je Aktie, aber auch abflachendes Wachstum der Nutzerzahlen.
Der Umsatz stieg um 17,6 % auf 12,05 Mrd. $. Für das laufende Quartal rechnet das Management mit Erlösen in Höhe von 12,16 Mrd. $ (+ 15,3 % zum Q1 2025) sowie 0,76 $ Gewinn je Aktie. Die Nutzerzahl lag bei 325 Mio. gegenüber 301,6 Mio. Ende 2024. Analysten kritisieren fehlende Transparenz bei der Entwicklung von Quartal zu Quartal und werten das als Indiz für die Verflachung des Wachstums. Außerdem musste Greg Peters Kritik im Zusammenhang mit der Offerte für WARNER einstecken. Die Ablösung der Sachkomponente in eigenen Aktien durch Erhöhung der Barkompenente auf 100 % wurde aus Anlegersicht nicht gutgeheißen. Anpassungen will NETFLIX bei seiner Mobile-App vornehmen. „Experimente“ zur Optimierung der Darstellungsformen sollen technisch erleichtert werden, insbesondere die Nutzung des Hochkantformats bei Kurzvideos bzw. Video-Podcasts. Die App soll stärker den Formaten ähneln, die sich auf einschlägigen Social Media-Plattformen bewährt haben. CEO Greg Peters will NETFLIX so optimal auf die Anforderungen der nächsten Jahre vorbereiten, was von Analystenseite direkt mit der Bemerkung quittiert wurde, der Konzern spreche lieber von Experimentieren statt Imitation.

Netflix
Ø 200 Tage
Der nachbörsliche Kursrückgang um 5,1 % ist hier noch nicht zu sehen und noch keine Einladung zum Nachkaufen. Der Abwärtstrend ist voll intakt. US64110L1061, 82,84 $ bzw. – 5,07 %. Wir schwenken zum Short-Report der Woche:
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15 Kommentare
Die Erwähnung des ‚Bernecker Börsenkompass‘ am Ende des Artikels wirkt etwas wie versteckte Werbung. Ist das ein unabhängiger Bericht oder eine Partnerschaft?
Die Situation um Grönland und die unberechenbaren Reaktionen von Donald Trump sind wirklich beunruhigend für die Märkte. Die erwähnten ‚Limits‘ scheinen dringend notwendig zu sein.
Die Diskrepanz zwischen dem Gewinnanstieg von Netflix und dem abflachenden Nutzerwachstum ist bemerkenswert. Das wirft Fragen nach der langfristigen Rentabilität des Streaming-Modells auf.
Die Kritik an Netflix‘ Entscheidung, die Sachkomponente in Aktien durch Barkomponenten zu ersetzen, ist verständlich. Das deutet auf mangelndes Vertrauen in die eigene Aktie hin, oder?
Der Rückgang bei den M7-Aktien um bis zu 4% ist ein klarer Hinweis darauf, dass die Tech-Dominanz nicht ewig halten wird. Welche Alternativen sehen Analysten?
Die Korrektur des DAX um 1000 Punkte klingt beachtlich, aber die stabilere Eröffnung heute deutet auf eine mögliche kurzfristige Trendwende hin. Wird sich diese Stabilität halten?
Die Renditen der zehnjährigen Treasuries sind auf 4,3% gestiegen – das ist ein deutliches Signal für die wachsende Besorgnis über die US-Staatsverschuldung. Wie stark wird sich das auf den DAX auswirken?
Ein Kursrückgang von 5,07% nachbörslich für Netflix ist kein gutes Zeichen. Ich würde jetzt noch nicht von einer Kaufgelegenheit sprechen, der Abwärtstrend ist ja noch ‚voll intakt‘, wie im Artikel erwähnt.
Die Tatsache, dass der Russell 2000 mit -1,2% am wenigsten abwärts tendierte, könnte darauf hindeuten, dass kleinere Unternehmen widerstandsfähiger sind als die großen Player. Ist das ein Trend?
Die Wall Street hatte nach drei Tagen Pause spürbaren Nachholbedarf, was sich in den deutlichen Verlusten beim S&P500 (-2,4%) und NASDAQ zeigte. Das zeigt, wie fragil die aktuelle Marktlage ist.
Die Erwartung von 12,16 Mrd. Dollar Umsatz im nächsten Quartal (+15,3% zum Q1 2025) klingt optimistisch, angesichts des verlangsamten Nutzerwachstums. Können sie diese Erwartungen erfüllen?
Die Nutzerzahl von Netflix ist zwar auf 325 Millionen gestiegen, aber der Zuwachs von 24 Millionen gegenüber Ende 2024 scheint nicht mehr so beeindruckend wie früher. Das ist ein wichtiger Punkt.
Ich frage mich, ob die ‚fehlende Transparenz‘ bei Netflix‘ Quartalsentwicklung, die Analysten kritisieren, ein Versuch ist, die negativen Nachrichten zu verschleiern. Das wäre natürlich nicht ideal.
Netflix meldet zwar einen Gewinnanstieg von 0,43 auf 0,56 Dollar pro Aktie, aber das abflachende Nutzerwachstum ist ein Warnsignal. Sind die Zeiten des explosionsartigen Wachstums vorbei?
Die Anpassungen der Netflix Mobile-App an Social-Media-Formate wie Hochkantvideos sind ein interessanter Schritt. Scheint, als ob sie versuchen, ein jüngeres Publikum anzusprechen, aber ist das wirklich die richtige Strategie?