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FRANKFURT (dpa-AFX) – Die Kurse deutscher Staatsanleihen sind am Dienstag gefallen. Der richtungweisende Euro-Bund-Future sank am letzten Handelstag des Jahres um 0,24 Prozent auf 127,50 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe stieg auf 2,86 Prozent. In den meisten Ländern der Eurozone legten die Renditen zu.
Vor dem Jahreswechsel fehlt es an Impulsen. In der Eurozone wurden nur die Zahlen zu den spanischen Verbraucherpreisen veröffentlicht. Die Jahresinflationsrate hat sich dort im Dezember von 3,2 Prozent im Vormonat auf 3,0 Prozent abgeschwächt. Das war von Volkswirten erwartet worden. Trotz des Rückgangs liegt die Inflation in Spanien höher als in anderen Ländern der Eurozone.
Ansonsten werden in der Eurozone keine Konjunkturdaten aus der ersten Reihe veröffentlicht. Der Handel verlief in ruhigen Bahnen. Schließlich haben viele Händler ihre Bücher geschlossen und die Geschäftsvolumen sind niedrig.
Die verschärfte geopolitische Unsicherheit spielte am Anleihemarkt noch keine große Rolle. Der russische Präsident Wladimir Putin hat der Ukraine einen Angriff auf seine Residenz vorgeworfen. Er will seine Position bei den Verhandlungen mit US-Präsident Donald Trump über ein Kriegsende in der Ukraine nach Kremlangaben daher überarbeiten. Die Ukraine bestreitet den Angriff. Zudem haben die USA nach Angaben ihres Präsidenten Donald Trump einen angeblichen „Drogenumschlagplatz“ in Venezuela angegriffen.
Die Renditen deutscher Bundesanleihen liegen damit zum Jahresende höher als noch zum Jahresbeginn. Dabei hatte die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Leitzinsen in der ersten Jahreshälfte noch gesenkt. Das schuldenfinanzierte Sondervermögen der Bundesregierung sorgt für ein wachsendes Angebot an Anleihen und stützt tendenziell die Renditen. Zudem hat die EZB zuletzt keine weiteren Leitzinssenkungen mehr in Aussicht gestellt./jsl/he
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22 Kommentare
Die spanische Inflationsrate ist zwar gesunken, aber bleibt über dem Durchschnitt der Eurozone. Das deutet auf länderspezifische Inflationsdynamiken hin, die die EZB vor Herausforderungen stellen.
Trump spricht von einem Angriff auf einen „Drogenumschlagplatz“ in Venezuela. Wie bewertet man solche Äußerungen und deren mögliche Auswirkungen auf die globale Anleihenmärkte?
Solche unüberlegten Aussagen erhöhen die Volatilität der Märkte, auch wenn der direkte Zusammenhang zu deutschen Anleihen schwer zu quantifizieren ist.
2,86 Prozent Rendite für die zehnjährige Bundesanleihe – ist das ein attraktives Niveau für langfristige Investitionen, oder sollte man andere Anlageklassen in Betracht ziehen?
Der Artikel erwähnt die fehlenden Impulse vor dem Jahreswechsel. Bedeutet das, dass die kommenden Handelstage vermutlich von einer Seitwärtsbewegung geprägt sein werden?
Das Sondervermögen der Bundesregierung erhöht das Anleihenangebot, was natürlich Druck auf die Preise ausübt. Gibt es eine Obergrenze für diese Art der Staatsverschuldung, um negative Auswirkungen zu vermeiden?
Das ’schuldenfinanzierte Sondervermögen der Bundesregierung‘ scheint ein wachsendes Angebot an Anleihen zu bedeuten. In welcher Größenordnung hat sich dieses Angebot bereits erhöht und wie wirkt sich das quantitativ aus?
Putin möchte seine Verhandlungsposition mit Trump überarbeiten. Könnte diese Entwicklung kurzfristig zu einer Flucht in sichere Häfen – und somit zu steigenden Anleihekursen – führen?
Es ist bemerkenswert, dass die Anleiherenditen zum Jahresende höher liegen als zu Beginn, trotz der anfänglichen Zinssenkungen der EZB. Spricht das für eine größere Unabhängigkeit der Renditen von der EZB-Politik?
Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe ist auf 2,86% gestiegen, obwohl die EZB ihre Leitzinsen gesenkt hat – ist das ein Zeichen für eine veränderte Markterwartung bezüglich der zukünftigen Geldpolitik?
Absolut, es deutet darauf hin, dass der Markt weitere Zinserhöhungen oder zumindest eine längere Phase hoher Zinsen erwartet.
Die EZB hat keine weiteren Leitzinssenkungen in Aussicht gestellt. Welche Auswirkungen hat diese Kommunikation auf die langfristigen Erwartungen der Anleger?
Der Euro-Bund-Future sank um 0,24 Prozent. Ist dieser Rückgang ein typisches Jahresendphänomen oder deutet er auf eine anhaltende Abneigung gegenüber Anleihen hin?
Ich glaube, es ist eine Mischung aus beidem – Jahresendliquidationen verstärken tendenziell bestehende Trends.
Die fehlenden Konjunkturdaten der ersten Reihe in der Eurozone verstärken die Unsicherheit. Bleibt abzuwarten, wie sich die wirtschaftliche Lage im neuen Jahr entwickelt und ob das die Anleihenmärkte beeinflusst.
Der Rückgang der spanischen Inflationsrate auf 3,0% im Dezember ist zwar positiv, aber wie betont wird, immer noch höher als in anderen Eurozonen-Ländern – welche konkreten Auswirkungen hat das auf die deutsche Anleihenrendite?
Vermutlich wenig direkten Einfluss, aber es zeigt, dass die Inflation in der Eurozone insgesamt hartnäckiger ist als erwartet.
Die Betonung auf geringe Handelsvolumen lässt vermuten, dass die Bewegungen nicht unbedingt repräsentativ für die breitere Marktstimmung sind. Wie interpretieren institutionelle Anleger diese Situation?
Mich wundert, dass die geopolitische Unsicherheit, insbesondere Putins Vorwurf des Angriffs auf seine Residenz, noch keine größere Rolle am Anleihemarkt spielt. Ist das eine unterschätzte Gefahr?
Ein Anstieg der Renditen bei gleichzeitig geringem Handelsvolumen ist ein widersprüchliches Signal. Könnte das auf eine gezielte Positionierung bestimmter Akteure hindeuten?
Die Aussage, dass viele Händler ihre Bücher geschlossen haben und das Handelsvolumen niedrig ist, deutet auf eine gewisse Künstlichkeit der Kursbewegungen hin. Wie zuverlässig sind die Schlusskurse angesichts dieser Umstände?
Die Erhöhung der Anleihenrenditen in den meisten Ländern der Eurozone zeigt einen klaren Trend. Wird sich dieser Trend im neuen Jahr fortsetzen, oder können sich günstige Bedingungen für Anleihekäufer ergeben?