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Startseite»News»Die Straße von Hormus ist kein finanzielles Nadelöhr
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Die Straße von Hormus ist kein finanzielles Nadelöhr

Finanzen100Von Finanzen100vor 2 Stunden6 Kommentare12.4k Aufrufe
Die Straße von Hormus ist kein finanzielles Nadelöhr
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Die Straße von Hormus ist dicht. Die Folgen sind volatile Preissteigerungen bei Energierohstoffen mit allen verunsichernden Folgen für Inflation, Wirtschaftswachstum und Finanzmärkte – oder?

Zur Gesichtswahrung scheinen aktuell weder Amerika und Israel noch der Iran klein beizugeben. Es ist ein Zermürbungskrieg. Daher haben Worst-Case-Szenarien für Öl weiter Hochkonjunktur. Einige Analysten sprechen sogar von der größten Störung der globalen Ölversorgung in der Geschichte. Und sicherlich ist ein amerikanischer Geleitschutz zur Sicherung der Energietransporte in der Straße von Hormus illusorisch. Diese Sicherheit ist unbezahlbar. 

Bei einem Ölpreis von 150 oder gar 200 US-Dollar pro Barrel würde sich tatsächlich Konjunkturpanik weltweit ausbreiten und die Renten- und Aktienmärkte dramatisch heimsuchen. Und dort, wo noch Buchgewinne vorhanden sind, würden diese realisiert, um risikolose Liquidität zu halten und einfach abzuwarten, wie sich die Dinge entwickeln. Bei Rezessionsanzeichen könnten die Notenbanken wegen scharfen Preisanstiegen leider nicht mit lockerer Geldpolitik dagegenhalten. Im Gegenteil, sie müssten die Leitzinsen sogar erhöhen und höhere Anleiherenditen akzeptieren. Murphys Gesetz: Alles, was schiefgehen kann, wird auch schiefgehen, oder?

Über den Experten

Robert Halver ist Leiter der Kapitalmarktanalyse bei der Baader Bank.

Die rationale Gegendarstellung

Natürlich, solange das Nadelöhr von Hormus unter Verstopfung leidet, bleibt der Druck auf Wirtschaft und Finanzmärkte hoch. Dennoch müssen Anleger auch die Gegenargumente im Blick haben. Zunächst verfügen weder die USA, noch Israel, noch der Iran über unendlichen Nachschub an Waffen. Mangels Masse muss die Kriegsführung früher oder später eingeschränkt werden. 

Überhaupt ist die US-Bevölkerung mehrheitlich gegen den Iran-Krieg, vor allem, wenn es um den Einsatz von Bodentruppen geht. Und den Bären einer unmittelbaren iranischen Atombombe lässt sie sich auch nicht aufbinden. Ebenso haben die Amerikaner weder Lust auf steigende Benzinpreise vor der „Driving Season“, noch auf energieseitige Inflationsbeschleunigung, noch auf nachhaltige Aktienverluste. All das wird US-Präsident Trump nicht ignorieren können. Ansonsten kommen seine Republikaner bei den Zwischenwahlen im November unter die blauen demokratischen Räder. 

Plötzlicher Kriegsstart bietet Trump Flexibilität

Amerika war taktisch klug beraten, seine Kriegsziele wenig konkret formuliert zu haben. Mit dieser Flexibilität könnte Trump einen nicht näher beschriebenen Sieg für sich proklamieren und Teheran einen Deal anbieten. Dieser Deal könnte so aussehen, dass er das Mullah-Regime nicht beseitigt, weil es militärisch keine große Bedrohung mehr darstellt. Israel käme dabei die Rolle zu, auch nur bei der geringsten atomaren Bedrohung durch den Iran zuzuschlagen. 

Am Ende wird auch Teheran der Machterhalt wichtig sein, zumal sie bei Wiedereröffnung der Straße von Hormus wieder ihr eigenes Öl verkaufen können. Die aktuell harten Worte gegenüber der mitunter kreidehaften Rhetorik Trumps sind eher aufgesetzter Natur.

Freigabe der Reserven wird Preise drücken

China ist der Joker im Öl-Spiel. Es ist massiv abhängig von Öllieferungen über das Nadelöhr und wird zur Sicherung eigener konjunktureller Interessen Druck auf Teheran zur Mäßigung ausüben. Zwischenzeitlich würde die Freigabe der Erdölreserven und Entspannungen bei Ölsanktionen preisdrückend wirken. Ohnehin schlagen heutige Ölkrisen nicht mehr so auf die Wirtschaft durch wie früher. Die Energieeffizienz hat sich rapide verbessert und der Strukturwandel von Industrie- zu Dienstleistungsgesellschaften findet längst statt. 

Nicht zuletzt, wenn circa 20 Prozent der weltweiten Öllieferungen von der Sperrung der Straße betroffen sind, scheint es offensichtlich noch andere Energiewege zu geben. So erhält Deutschland gut 40 Prozent seines Öls aus Norwegen, den USA und Libyen.

Und jetzt, liebe Anlegerinnen und liebe Anleger? 

Natürlich ist auch an den Börsen Vorsicht die Mutter der Porzellankiste. Anleger sollten die Entwicklungen genau beobachten, aber bitte auch Ruhe bewahren. Denn auch dieses Mal wird die (Finanz-)Welt nicht untergehen. Ich bin überzeugt, dass längerfristig rationale Argumente die kurzfristig emotionalen dominieren werden.

Die Ansparpläne in Einzeltitel bzw. breiteren Anlagevehikeln sollten fortgesetzt bzw. begonnen werden. Man kommt jetzt günstiger an die Objekte der Begierde. Und am Ende muss das Kamel gar nicht durch ein Nadelöhr.

Rechtliche Hinweise / Disclaimer und Grundsätze zum Umgang mit Interessenkonflikten der Baader Bank AG: https://www.roberthalver.de/newsletter-disclaimer

Robert Halver

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6 Kommentare ansehen

6 Kommentare

  1. Lea Meyer am März 16, 2026 11:32 p.m.

    I’ve been following this closely. Good to see the latest updates.

    Antworten
    • Lukas Schäfer am März 17, 2026 12:25 a.m.

      Good point. Watching closely.

      Antworten
  2. Jonas Meyer am März 16, 2026 11:33 p.m.

    This is very helpful information. Appreciate the detailed analysis.

    Antworten
  3. Lea O. Müller am März 16, 2026 11:37 p.m.

    Solid analysis. Will be watching this space.

    Antworten
  4. Anna P. Schmidt am März 16, 2026 11:37 p.m.

    Interesting update on Die Straße von Hormus ist kein finanzielles Nadelöhr. Looking forward to seeing how this develops.

    Antworten
  5. Anna Becker am März 16, 2026 11:43 p.m.

    Great insights on News. Thanks for sharing!

    Antworten
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