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  • Solstice Advanced Materials I. – WKN: A41NPA – ISIN: US83443Q1031 – Kurs: 74,915 $ (Nasdaq)

Genau das hat der Aktie jetzt auch Beine gemacht. Gestern meldete das Unternehmen Zahlen. Der Kurs sprang im Nachgang um 17 % nach oben!

Solstice hat das vierte Quartal 2025 mit einem klaren Umsatzplus abgeschlossen, zugleich aber die Erwartungen an die Ertragskraft für 2026 zunächst noch einmal gedämpft. Der Hersteller von Spezialmaterialien steigerte den Quartalsumsatz um 8 % auf 987 Mio. USD, während das bereinigte EBITDA um knapp 20 % auf 189 Mio. USD zurückging. Die EBITDA-Marge rutschte um 662 Basispunkte auf 19,1 %. Für das Gesamtjahr 2025 meldete Solstice 3,9 Mrd. USD Umsatz, 957 Mio. USD bereinigtes EBITDA und eine Marge von 24,6 %. Die Prognose für 2026 fällt nun vorsichtiger aus: Der Konzern erwartet 3,9 bis 4,1 Mrd. USD Umsatz, 975 Mio. bis 1,025 Mrd. USD bereinigtes EBITDA und ein bereinigtes Ergebnis je Aktie von 2,45 bis 2,75 USD.

Weshalb explodiert Kurs nun trotzdem?

Damaliger Plus-Artikel zu Solstice

Margendruck trotz „Momentum“ nach dem Spin-Off

Der operative Rückgang ist weniger ein Nachfrageproblem als ein Mix- und Übergangsthema. Solstice steckt mitten im Umstieg auf Kältemittel mit niedrigem Treibhauspotenzial, die kurzfristig die Profitabilität belasten, während gleichzeitig Stillstände, Unterauslastung und sogenannte transitorische Kosten aus der Abspaltung von Honeywell durchschlagen. CEO David Sewell sprach zwar von „starken finanziellen und operativen Ergebnissen“ und betonte, das vierte Quartal habe „unsere Erwartungen übertroffen“, doch im Zahlenwerk ist der Preis der Transformation sichtbar.

Finanzchefin Tina Pierce machte im Call klar, wodurch die Marge im Schlussquartal zusammengedrückt wurde. Das Minus beim EBITDA sei „weitgehend auf erwartete transitorische Kosten sowie die Effekte der HFO-Transition“ zurückzuführen. Zusätzlich hätten „Anlagenstillstände und Unterauslastung“ belastet, was das Unternehmen bereits im dritten Quartal avisiert hatte. Besonders auffällig ist der Druck im Segment Refrigerants & Applied Solutions: 710 Mio. USD Umsatz, plus 10 %, aber 190 Mio. USD EBITDA, minus 25 %, bei einer Marge von 26,8 % und einem Einbruch um 1.225 Basispunkte.

2026 soll im Jahresverlauf besser werden

Gleichzeitig versucht das Management, den Blick auf den Verlauf 2026 zu lenken. Für das erste Quartal stellt Solstice 935 bis 985 Mio. USD Umsatz und 235 bis 245 Mio. USD EBITDA in Aussicht, was „eine EBITDA-Marge von ungefähr 25 %“ impliziert. Pierce formulierte es als klare Ansage: „Wir erwarten, zu ungefähr 25 % EBITDA-Marge im ersten Quartal 2026 und darüber hinaus zurückzukehren.“ Der wichtige Zusatz: Über das Jahr betrachtet bleibt der Mixeffekt im Kältemittelgeschäft zunächst Gegenwind, weil der OEM-Anteil noch hoch ist und die Aftermarket-Dynamik zeitversetzt kommt.

Sewell beschrieb die Logik hinter dem Margenknick offen. Kurzfristig seien HFOs weniger vorteilhaft, weil sie vor allem in neuen Geräten landen, während hohe Margen traditionell im Aftermarket entstehen: „Kurzfristig bekommen wir höhere Margen im Aftermarket. Wenn wir zu HFOs wechseln, sind das meist neue Einheiten. Sobald sie ein paar Jahre im Markt sind, setzt der Aftermarket ein.“ Der Effekt soll ab der zweiten Jahreshälfte 2026 zunehmend sichtbar werden: „Wir erwarten, dass wir diese Aftermarket-Umsätze ab der zweiten Hälfte 2026 robuster sehen.“

Ein weiterer Belastungsfaktor ist die organisatorische Entflechtung. Pierce verwies auf die steigenden Ausgaben, weil Solstice als eigenständiges Unternehmen erst in der zweiten Hälfte 2025 seine Strukturen „wirklich aufgebaut“ habe. Hinzu kommen Service Agreements mit Honeywell, insgesamt rund 30 Mio. USD Kosten, die „im ersten Halbjahr etwas schwerer“ wiegen, weil noch IT-Umstellungen anstehen.

Nukleargeschäft bleibt ein Wachstumsanker

Am stärksten und strategisch am klarsten positioniert sieht sich Solstice im Nukleargeschäft, das im Unternehmen als Alternative Energy Services firmiert. Solstice betreibt mit Metropolis Works „die einzige UF6-Konversionsanlage in den Vereinigten Staaten“ und sieht sich im Zentrum einer nuklearen Renaissance. Sewell kündigte an, 2026 die Produktion „um etwa 20 % über unsere geplante Kapazität 2024“ zu erhöhen und „größer als 10 KT“ zu erreichen. Der Auftragspolster ist beachtlich: „Unsere Anlage ist heute weitgehend bis 2030 kontrahiert“, sagte Sewell und bezifferte den Backlog später mit „über 2 Mrd. USD“.

Zur Preisdynamik im Nuklearbereich wählte Sewell eine Formulierung, die Investoren in einem knappen Markt gern hören. Die Spotpreise seien „substanziell“ gestiegen, und auch in den langfristigen Verträgen steige das Preisniveau über die Laufzeit: „Wenn neue Orders hereinkommen, kommen sie zu inkrementell höheren Preisen rein, weil sie sich an Markt und die engen Supply-Demand-Dynamiken anlehnen.“ Die Verträge hätten zudem „Inflection Points“, die Inflation abbilden. Die Folge: „Durch 2030 sehen Sie inkrementell besser werdende Preise.“

Rechenzentren als weiteres Narrativ

Solstice setzt im Kapitalmarktnarrativ stark auf das Thema Künstliche Intelligenz und Rechenzentren, und der Analystencall liefert dafür mehrere Ankerpunkte. Sewell sagte, das Unternehmen sehe „zunehmendes Momentum, getrieben von säkularen Wachstumstrends wie Nuklearenergie, KI und Rechenzentren“. Für die operative Realität ist entscheidend, dass Solstice aus drei Blickwinkeln an dieser Welle partizipiert. Investor-Relations-Chef Michael Leithead betonte, man bekomme zwar viele Fragen zu Kältemitteln, aber die Rechenzentren seien „aus Solstice-Perspektive mindestens aus drei Winkeln“ ein Thema: über Kältemittel, über elektronische Materialien und indirekt über Nuklearenergie, die den zusätzlichen Strom liefern soll.

Im Kältemittelgeschäft sprach Sewell von „starkem Wachstum“ bei KI-getriebenen Rechenzentren, was die Nachfrage nach Wärmemanagement- und Kältemittelprodukten stütze. Auf die Frage, wie groß das Rechenzentrums-Geschäft sei, blieb er bewusst vage: „Wir weisen es nicht separat aus. Es ist ein kleinerer Teil unseres Geschäfts, aber er wächst sehr schnell.“

Halbleiter: Kapazitätsausbau als Signal an den Markt

Im Bereich elektronische Materialien zeichnete das Management ein Bild hoher Auslastung in den modernsten Chip-Generationen. Sewell sprach von „bemerkenswerter“ Nachfrage bei führenden Strukturbreiten und verwies auf Kupfer-Mangan-Sputtertargets als „bevorzugte Lösung“, je kleiner die Fertigungsstrukturen werden: „…wenn man auf 3 Nanometer, 2 Nanometer und generell unter 7 Nanometer geht.“ Das ist auch der Grund für den Ausbau in Spokane. Pierce ergänzte, die Nachfragesignale „unterstreichen absolut die Entscheidung“, dort Kapazität zu erweitern.

Im Quartal stieg der Umsatz mit elektronischen Materialien um 19 % auf 112 Mio. USD, während das Segment insgesamt bei 277 Mio. USD Umsatz lediglich um 4 % wuchs und das EBITDA auf 51 Mio. USD sank, ebenfalls belastet durch Anlagenstillstände und Übergangskosten.

Pierce sagte, bei Forschungs- und Spezialchemikalien sowie Spezialadditiven sei die Nachfrage „weicher“, und beim Bauumfeld erwarte man „keine signifikante Verbesserung“. Wachstum kommt vor allem aus den Bereichen Nuklear, elektronischen Materialien, Kältemitteln und Verteidigung, während zyklische Endmärkte schwach bleiben.

Finanziell betont Solstice Disziplin. Sewell nannte für 2026 eine Kapitalrendite von „ungefähr 19 %“ und eine Nettoverschuldung von „1,5x EBITDA“. Daraus leite sich „signifikante finanzielle Flexibilität“ ab. Wir initiieren eine Quartalsdividende von 0,075 USD je Aktie.“ Pierce unterstrich, man halte Liquidität von rund 1,5 Mrd. USD aus Barmitteln und Kreditlinien vor und priorisiere organische Wachstumsinvestitionen, eine starke Bilanz, selektive Übernahmen und erst danach zusätzliche Rückflüsse an Aktionäre.

Beim Thema Übernahmen klang Sewell relativ offen: Man baue „eine robuste M&A-Pipeline“ auf, Übernahmen seien „in der Zukunft sicherlich auf dem Tisch“. Und: Wenn sich ein attraktives Zusatzgeschäft zu einem guten Preis ergebe, könne Solstice „schneller handeln als unter typischen Umständen“.

Fazit: Die Solstice-Story hat an der Börse nach anfänglichen Verkäufen von ehemaligen Honeywell-Aktionären stark gezündet! Mit einem KGV von 24 für das Jahr 2027 und Wachstumsraten im mittleren einstelligen Bereich, ist die Solstice-Aktie jetzt fair bewertet. Nachspringen würde ich hier nicht mehr. Wer gekauft hat, kann sogar über Gewinnmitnahmen nachdenken. Es stehen Kursgewinne von mehr als 50 % in den Büchern. Das reicht vorerst. Ein stock3 Plus Abo solltet ihr euch jetzt zum Vorzugspreis sichern!

Weitere Analysen & News zur Aktie unserer Redaktion findest Du hier.

Jahr 2026e* 2027e* 2028e*
Umsatz in Mrd. USD 4,01 4,20 4,45
Ergebnis je Aktie in USD 2,71 3,16 3,75
KGV 28 24 20
Dividende je Aktie in USD 0,30 0,50 0,60
Dividendenrendite 0,40% 0,67% 0,80%

*e = erwartet, Berechnungen basieren bei

US-Unternehmen auf Non-GAAP-Daten

Solstice Advanced Materials I.-Aktie

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6 Kommentare ansehen

6 Kommentare

  1. Anna U. Müller am Februar 16, 2026 9:25 p.m.

    Solid analysis. Will be watching this space.

    Antworten
  2. Anna Hoffmann am Februar 16, 2026 9:27 p.m.

    Great insights on Aktien-News. Thanks for sharing!

    Antworten
  3. Lea Meyer am Februar 16, 2026 9:28 p.m.

    This is very helpful information. Appreciate the detailed analysis.

    Antworten
  4. Mia Fischer am Februar 16, 2026 9:31 p.m.

    I’ve been following this closely. Good to see the latest updates.

    Antworten
  5. Laura U. Müller am Februar 16, 2026 9:36 p.m.

    Interesting update on Dieser stock3-Plus-Tipp hat richtig gezündet!. Looking forward to seeing how this develops.

    Antworten
    • Mia Schäfer am Februar 16, 2026 10:31 p.m.

      Good point. Watching closely.

      Antworten
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