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MÜNCHEN (dpa-AFX) – Knapp zwei Monate nachdem der Bus- und Lastwagenhersteller MAN den Abbau von 2.300 Jobs in Deutschland angekündigt hat, gibt es eine Einigung mit der Arbeitnehmerseite. Unter anderem verspricht das zu
MAN hatte im November angekündigt, über zehn Jahre hinweg 2.300 Jobs abbauen zu wollen. Schon damals hatte das Unternehmen Beschäftigungssicherung und den Erhalt der Produktionsstandorte in Deutschland angeboten und angekündigt, auf betriebsbedingte Kündigungen verzichten zu wollen. Betroffen vom Abbau sind der Hauptstandort München mit 1.300 wegfallenden Jobs, Salzgitter mit 600 und Nürnberg mit 400. Die IG Metall hatte damals scharfe Kritik geübt und war zudem von höheren Zahlen ausgegangen. Jetzt nennt auch sie 2.300 Jobs.
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Gespräche standen „mehrfach vor dem Scheitern“
„Nach teils sehr kontroversen Gesprächen, die mehrfach vor dem Scheitern standen, konnten wir mit dem Unternehmen eine belastbare Beschäftigungssicherung für 10 Jahre vereinbaren“, sagt die Verhandlungsführerin der Arbeitnehmerseite, Sibylle Wankel von der IG Metall. Zudem blieben alle tariflichen Leistungen erhalten.
MAN-Chef Alexander Vlaskamp sprach von einem ausgewogenen Programm, das die Wettbewerbsfähigkeit von MAN sichere. Das Unternehmen will durch die Maßnahmen bis 2028 die Kosten um 900 Millionen Euro senken. Teil der Maßnahmen ist allerdings auch, dass wesentliche Investitionen für die nächste Fahrzeuggeneration in Osteuropa vorgenommen werden. Dies sieh die IG Metall kritisch, weil sie eine weitere Abwanderung dorthin befürchtet./ruc/DP/jha
Quelle: dpa-AFX
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13 Kommentare
Die Ankündigung im November, 2.300 Stellen abzubauen, hat für viel Unruhe gesorgt. Diese Einigung scheint zumindest eine gewisse Stabilität für die nächsten Jahre zu gewährleisten, aber die kritische Stimme der IG Metall bezüglich Osteuropa sollte man nicht ignorieren.
Es ist gut, dass eine Einigung erzielt wurde, aber der Abbau von 2.300 Stellen ist trotzdem eine bittere Pille. Hoffentlich können die betroffenen Mitarbeiter durch Umschulungen und Weiterbildungen neue Perspektiven erhalten.
Das ist ein wichtiger Punkt. Die Qualität der Umschulungsangebote wird entscheidend sein, um die Mitarbeiter erfolgreich in neue Berufsfelder zu integrieren.
1.300 Jobs fallen in München weg, das ist eine erhebliche Zahl. Wie plant MAN, die Auswirkungen auf die Region zu minimieren und neue Arbeitsplätze zu schaffen?
Die Aussage, dass die Gespräche ‚mehrfach vor dem Scheitern‘ standen, deutet auf einen harten Verhandlungsverlauf hin. Was waren die größten Streitpunkte zwischen MAN und der IG Metall?
Ich finde es gut, dass die Beschäftigungssicherung bis 2035 vereinbart wurde, aber die mögliche Verlängerung bis 2040 ist ja ‚abhängig von der Entwicklung des Unternehmens‘. Das klingt nach einer gewissen Unsicherheit.
Ich bin gespannt, wie sich diese Einigung auf den Aktienkurs von MAN auswirken wird. Die Ankündigung der Kostensenkung und Investitionen sollte grundsätzlich positiv aufgenommen werden.
Die Investition von fast einer Milliarde Euro bis 2030 in deutsche Standorte klingt positiv, aber wie verteilt sich dieses Geld konkret auf München, Salzgitter und Nürnberg? Das ist entscheidend für die langfristige Perspektive der jeweiligen Standorte.
Die Tatsache, dass alle tariflichen Leistungen erhalten bleiben, ist ein wichtiger Erfolg für die Arbeitnehmerseite. Das zeigt, dass die IG Metall ihre Interessen gut vertreten hat.
Dass wesentliche Investitionen für die nächste Fahrzeuggeneration in Osteuropa getätigt werden, ist verständlich aus Wettbewerbssicht, aber die Befürchtung der IG Metall bezüglich einer weiteren Abwanderung ist berechtigt und sollte ernst genommen werden.
Absolut. Die Verlagerung von Investitionen könnte langfristig zu einem Know-how-Verlust in Deutschland führen, was die Innovationskraft von MAN gefährden würde.
Es ist beruhigend zu hören, dass betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen sind, aber was bedeutet der Abbau von 2.300 Stellen genau? Werden es Frühverrentungen, Umschulungen oder Versetzungen geben?
900 Millionen Euro Kostensenkung bis 2028 sind ein ambitioniertes Ziel. Welche konkreten Bereiche sollen hauptsächlich zur Kostensenkung beitragen, und wie wird sich das auf die Produktqualität auswirken?