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Audi will mit einer eigenen Elektro-Marke in China erfolgreicher werden. Der mit SAIC entwickelte „AUDI“ E5 verkauft sich schleppend. Jetzt werden die Preise massiv gesenkt.
Das kommt dann doch ein wenig überraschend. Nachdem im vergangenen September darüber berichtet wurde, dass sich „AUDI“, Audis neue Marke für China, vor Vorbestellungen für das Erstlingswerk namens E5 Sportback kaum retten kann, hat sich der Wind ein halbes Jahr später komplett gedreht. Die Verkaufszahlen auf dem größten Automarkt der Welt sind mies. Und jetzt wird reagiert.
Ohne das Vier-Ringe-Logo, dafür aber vollgepackt mit chinesischer Tech-DNA des Partners SAIC, sollte der E5 Sportback die Wende auf dem wichtigsten Automarkt der Welt bringen. Doch gut ein halbes Jahr nach dem Marktstart herrscht Ernüchterung.
AUDI: Ein Absturz auf 420 Autos im Monat
Wie das „Handelsblatt“ unter Berufung auf Daten von Carnews China berichten, konnte das Joint-Venture seit dem Launch im letzten Sommer lediglich 7070 Fahrzeuge absetzen.
Besonders bitter sieht die Bilanz für den Jahresstart 2026 aus: Im Januar entschieden sich gerade einmal 420 Kunden im riesigen chinesischen Markt für den futuristischen Sportback.
Zum Vergleich: In China werden erfolgreiche E-Modelle oft zehntausendfach pro Monat verkauft. Für eine Marke, die Premium-Ansprüche stellt und extra eine neue Identität („Purple“-Designsprache) entwickelt hat, um den lokalen Geschmack zu treffen, kommt das einem Desaster gleich.
Die Reaktion: Rabattschlacht statt Premium-Preise
Audi und SAIC reagieren nun so, wie der chinesische Markt es derzeit verlangt: mit aggressiven Preissenkungen. Um den Lagerbestand zu bewegen und die Verkäufe anzukurbeln, wird der E5 Sportback bis Ende März mit einem Nachlass von 30.000 Yuan (umgerechnet ca. 3715 Euro) angeboten.
Das drückt den Einstiegspreis auf 205.900 Yuan – das sind umgerechnet knapp 25.500 Euro. Für einen großen elektrischen Sportback mit Audi-Genen (wenn auch ohne Ringe) ist das ein Kampfpreis, von dem wir in Europa nur träumen können. Wer nicht bar zahlt, bekommt obendrein Lockangebote bei der Finanzierung.
Bei einer Laufzeit von 5 Jahren finanziert man zinsfrei. Alternativ bietet AUDI eine Niedrigzins-Finanzierung über 7 Jahre (dann allerdings nur mit einer reduzierten Kaufsteuersubvention von 10.000 Yuan).
Die neuen alten Probleme bleiben
Mit der neuen Preispositionierung wirft sich der E5 direkt in die Höhle der Löwen. Er liegt nun preislich auf Augenhöhe mit dem Zeekr 007 GT aus dem Geely-Konzern und unterbietet sogar leicht den aktuellen Superstar der chinesischen Tech-Szene, die Xiaomi SU7 Limousine.
Das Problem dabei: Während Xiaomi und Zeekr als hipp, extrem digital und „native“ wahrgenommen werden, muss der Audi E5 erst noch beweisen, dass er trotz der Advanced Digitised Platform (ADP) nicht nur ein alter Europäer im neuen Gewand ist.
Am Auto selbst dürfte es auf dem Papier kaum liegen. Der E5 steht auf der besagten ADP-Plattform, die 800-Volt-Technik und schnelle Ladezeiten verspricht. Die Leistungsdaten sind üppig:
- Leistung: 220 kW bis 579 kW
- Batteriegrößen: 76, 83 und 100 kWh
- Reichweite (CLTC): 618 bis 773 Kilometer
Das sind Werte, mit denen man sich eigentlich nicht verstecken muss. Doch im chinesischen Preiskrieg, in dem selbst etablierte Player bluten, bleibt es für europäische Marken schwer – mit oder ohne altem Marken-Emblem. Demnächst will Audi mit dem SUV E7X in China nachlegen. Es wird spannend zu beobachten sein, ob AUDI damit in die Erfolgsspur findet.
Von Stefan Wagner
Das Original zu diesem Beitrag „Fehlstart für China-AUDI E5: Keine Ringe, keine Kunden?“ stammt von Motor1.com.
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4 Kommentare
I’ve been following this closely. Good to see the latest updates.
Interesting update on Elektrischer China-Audi ein Riesen-Flop. Looking forward to seeing how this develops.
Good point. Watching closely.
This is very helpful information. Appreciate the detailed analysis.