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Am 18. Februar ist das erste „Cybercab“ vom Band gelaufen. Elon Musk verspricht, dass jeder mit einem Tesla jetzt Unternehmer werden kann.
Elon Musk spricht schon seit Jahren von der Idee, Teslas, die gerade nicht in Benutzung sind, in eine selbst-fahrende Taxiflotte umzubauen. Die Idee ist, passives Einkommen zu generieren und einen Vermögensgegenstand mit starken Wertverlust in ein Einkommen generierendes Asset umzubauen. Diese Idee ist aber noch weit von der Wirklichkeit entfernt. Stattdessen ist etwas anderes in den Vordergrund getreten.
In Texas ist das erste Cybercab vom Band gelaufen. Diese ‚Taxis‘ haben keine Pedale und Lenkräder, sondern sollen mit autonomen Fahren Menschen befördern. Das gerade in Texas vom Band gelaufene Modell ist aber noch nicht Teil der Fließbandproduktion und hat auch noch keine Straßenzulassung.
Bis zu 70.000 Dollar Umsatz – zumindest auf dem Papier
Im Netz kursieren derzeit aber schon Rechenmodelle, die genau das durchspielen. Sie stammen nicht von Tesla selbst, sondern von einzelnen Investoren und Tesla-Enthusiasten. Die Annahmen sind frei gewählt und lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Dennoch zeigen sie, wie die Vision aussieht. Ein besonders detailliertes Modell stammt von Cern Basher, dem CEO der Investment-Plattform Brilliant Advice. Auf seinem X-Profil gibt es einen Tesla Referral-Link – er wirkt Tesla nah.
In einem dieser Modelle wird mit folgenden Annahmen gerechnet:
- Kaufpreis 30.000 Dollar (Hat Elon Musk auf X „bestätigt“)
- Tesla behält 35 Prozent der Fahrumsätze
- 1 Dollar Grundgebühr plus 1 Dollar pro Meile
- Auslastung zwischen 30 und 65 Prozent pro Tag
- Full Self Driving Abo 199 Dollar (Bei Tesla muss man für die Software des selbstfahrenden Autos ein Abo abschließen oder es kaufen)
- 600.000 Meilen Batterie und Autolebensdauer
Für jede gefahrene Meile rechnet Bashar einen effektiven Erlös von 0,57 Dollar. Daraus ergibt sich bei niedriger Auslastung ein Jahresumsatz von rund 32.600 Dollar. Bei hoher Auslastung läge der Umsatz sogar bei gut 70.500 Dollar. Diese Spanne von 32.000 bis 70.000 Dollar Jahresumsatz entspricht genau den Beträgen, die derzeit online zitiert werden.
Auf der Kostenseite kalkuliert das Modell mit Ausgaben von 0,33 Dollar pro Meile bei 30 Prozent Auslastung und 0,23 Dollar bei 65 Prozent. Multipliziert mit der jeweiligen Jahresfahrleistung ergeben sich jährliche Betriebskosten von knapp 19.000 Dollar im niedrigen Szenario und rund 28.500 Dollar im Hochlast-Szenario. Zieht man diese Kosten vom Umsatz ab, bleibt ein Bruttogewinn von 13.700 Dollar bei niedriger Auslastung und 42.000 Dollar bei hoher Auslastung. Nach einer angenommenen Steuerbelastung von 30 Prozent blieben dem Besitzer zwischen 9600 und 29500 Dollar Nettogewinn pro Jahr.
Rechnerisch ist das sauber. Doch die gesamte Kalkulation steht und fällt mit Annahmen, die sich derzeit nicht überprüfen lassen. Weder ist klar, ob 0,57 Dollar Umsatz pro Meile realistisch sind, noch ob Tesla tatsächlich 35 Prozent der Einnahmen einbehält oder welche Versicherungs- und Wartungskosten bei einem fahrerlosen, kommerziellen Dauerbetrieb anfallen würden.
Realitycheck: Nur Gerede oder echter Gamechanger?
Das Cybercab besitzt weder Lenkrad noch Pedale. Für eine Straßenzulassung in den USA braucht es daher Ausnahmeregelungen. Autonomes Fahren auf Level 4, also in bestimmten festgelegten Gebieten ohne Fahrer, oder gar Level 5, also vollständig unbeaufsichtigt, ist kein Standard bei Tesla. Selbst Teslas aktuelles „Full Self Driving“ (FSD) ist weiterhin ein Assistenzsystem und verlangt Überwachung. Von einer flächendeckenden, unbeaufsichtigten Robotaxi-Flotte ist das Unternehmen technologisch wie regulatorisch noch ein gutes Stück entfernt.
Alles nur ein Börsentrick?
Elon Musk ist außerdem bekannt für ambitionierte Zeitpläne. Viele Ankündigungen rund um autonomes Fahren wurden in der Vergangenheit verschoben. Kritiker sprechen offen von „Wunschdenken“. Auch Branchenexperten weisen darauf hin, dass Tesla im klassischen Autogeschäft unter Druck steht und neue Zukunftsvisionen braucht.
Die Börse allerdings spielt bislang mit. Mit einem Börsenwert von rund 1,5 Billionen Dollar wird Tesla nicht wie ein Autobauer bewertet, sondern wie ein KI- und Robotik-Konzern. Das extrem hohe Kurs-Gewinn-Verhältnis zeigt, dass Investoren die Zukunft und Musks Versprechen kaufen.
Man kann also argumentieren, dass das Robotaxi nicht nur ein Produkt ist, sondern auch eine Erzählung. Eine Geschichte, die den Aktienkurs stützt. Ob daraus in wenigen Jahren ein reales Geschäftsmodell für Millionen Privathaushalte wird, ist unklar.
Ein Auto, das Geld verdient
Und trotzdem wäre es revolutionär, sollte Musk und Tesla liefern.
Denn dann würde sich das Denken über Autos grundlegend verändern. Ein Fahrzeug wäre nicht länger ein klassischer Wertverlust-Posten, sondern ein produktives Kapitalgut. Statt zu fragen „Kann ich mir dieses Auto leisten?“ würden Käufer rechnen: „Welche Rendite erwirtschaftet es?“
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6 Kommentare
Solid analysis. Will be watching this space.
Good point. Watching closely.
Great insights on News. Thanks for sharing!
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Interesting update on Elon Musk verkauft Auto, mit dem man Geld verdienen kann. Looking forward to seeing how this develops.