Die Bank of England, die britische Notenbank, erklärte am 5. November, sie hebe ihren Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf 4 Prozent an. Im September lag die Teuerung in Großbritannien nach ihren Angaben bei 3,5 Prozent. Ihr Ziel sind 2 Prozent. Im September hatte sie den Zins noch bei 3,75 Prozent belassen.
Die Rechnung landet bei Haushalten und Firmen mit Krediten. Höhere Zinsen am Markt kommen laut Notenbank bereits bei einem Teil von ihnen an. Für einen typischen Immobilienkredit mit zwei Jahren Zinsbindung sind die Zinsen seit Anfang September um fast 0,5 Prozentpunkte gestiegen. Wie viel mehr Kreditnehmer nach dieser Erhöhung zahlen, sagt die Bank nicht. Sie hält aber fest, dass neue Hypothekenzusagen an Haushalte zurückgegangen sind.
Die Notenbank begründet den Schritt mit den Energiepreisen. Der Konflikt im Nahen Osten dauert nach ihren Worten nun im neunten Monat an. Öl der Sorte Brent kostete in den 15 britischen Arbeitstagen bis zum 27. Oktober im Schnitt 108 Dollar je Barrel, 38 Prozent mehr als im Juli. Gas lag 81 Prozent höher. Die Inflation soll bis Mitte nächsten Jahres auf rund 5 Prozent steigen und danach wieder sinken, erwartet die Bank.
Noch sieht sie wenig Anzeichen, dass die teure Energie auf andere Preise und Löhne übergreift. Der Druck, der sich aufbaut, reiche aber für eine Zinserhöhung, erklärte der geldpolitische Ausschuss. Acht seiner neun Mitglieder stimmten dafür. Catherine L. Mann wollte den Zins sogar um 0,5 Prozentpunkte auf 4,25 Prozent anheben.
Wie es weitergeht, sehen die acht Befürworter unterschiedlich. Alan Taylor erklärte, dies sei ausdrücklich nicht der Beginn einer Serie von Erhöhungen, sondern eine Absicherung für den Moment. Der nächste Schritt könne nach oben, nach unten oder seitwärts gehen. Huw Pill dagegen hält eine einzelne Erhöhung für wahrscheinlich nicht ausreichend. Es brauche weitere Schritte, auch in naher Zukunft. Auch Megan Greene rechnet mit zusätzlichen Erhöhungen.
Die nächste Entscheidung fällt am 17. Dezember. Andrew Bailey, Vorsitzender des Ausschusses, knüpfte die Lage an den Konflikt selbst: Ohne echte Fortschritte zu seiner Beilegung lägen die Risiken für Energiepreise und Inflation nach oben.

