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Der Euro zeigte am Freitag kaum Reaktion auf die ersten Daten zur Entwicklung der Verbraucherpreise in der Eurozone. Am Vormittag kostete die europäische Gemeinschaftswährung etwa 1,1578 Dollar, ähnlich wie am Vortag. Auch auf Monatssicht blieb der Euro weitgehend stabil.
Zum Wochenausklang standen Verbraucherpreise aus Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien im Fokus. Die bereits veröffentlichten Daten aus Frankreich und Spanien zeigten, dass die Inflation in Frankreich im November etwas niedriger und in Spanien etwas höher ausfiel als erwartet. Diese Zahlen hatten jedoch keinen Einfluss auf den Eurokurs. In Deutschland wurden um 10 Uhr erste Daten aus großen Bundesländern erwartet, gefolgt von den bundesweiten Daten um 14 Uhr.
Experten erwarten keine starken Bewegungen durch die Daten. „Inflation scheint derzeit nicht das wichtigste Thema in der Eurozone zu sein. Die Inflationserwartungen sind stabil und das Inflationsziel der Europäischen Zentralbank von zwei Prozent wurde weitgehend erreicht“, kommentierten Analysten der Landesbank Helaba.
Obwohl die Teuerungsrate im Euroraum zuletzt leicht über dem Zielwert lag, zeigt sich EZB-Chefvolkswirt Lane zuversichtlich, dass die Inflation langfristig das angestrebte Niveau erreichen wird. Diese Einschätzung basiert unter anderem auf der Erwartung einer Abschwächung der Lohndynamik.
Da in den USA wegen des gestrigen Feiertags der Handel am Freitag verkürzt ist, werden keine Impulse aus den Vereinigten Staaten erwartet.
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23 Kommentare
Ich bin gespannt, ob die Daten aus Deutschland um 14 Uhr tatsächlich keine größeren Bewegungen verursachen werden, wie die Experten prognostizieren. Die deutsche Wirtschaft ist ja oft ein wichtiger Indikator.
Ich finde es gut, dass die EZB-Chefvolkswirte eine langfristige Perspektive einnehmen und auf die Lohndynamik achten. Das zeigt eine strategische Herangehensweise.
Die Tatsache, dass der Eurokurs seit einem Monat weitgehend stabil geblieben ist, könnte auf eine Phase der Konsolidierung hindeuten. Wird sich das in den kommenden Wochen ändern?
Die geringe Reaktion des Euros auf die französischen und spanischen Inflationsdaten ist beunruhigend. Zeigt das eine fehlende Sensibilität des Marktes für wichtige Wirtschaftsindikatoren?
Die Daten aus Spanien und Frankreich zeigen unterschiedliche Tendenzen. Sind diese Unterschiede repräsentativ für die gesamte Eurozone, oder gibt es regionale Besonderheiten?
Es wirkt fast so, als ob der Markt die Inflationsdaten bereits im Vorfeld eingepreist hat – erklärt das die fehlende Reaktion auf die Veröffentlichungen aus Frankreich und Spanien?
Das ist eine sehr gute Überlegung! Die Erwartungshaltung spielt natürlich eine große Rolle bei der Bewertung von Wirtschaftsdaten.
Die Aussage der Helaba-Analysten, dass die Inflation derzeit nicht das wichtigste Thema ist, erscheint angesichts der globalen Wirtschaftslage etwas überraschend. Welche Faktoren halten die Inflationserwartungen so stabil?
Lane’s Zuversicht, dass die Inflation langfristig das Ziel von zwei Prozent erreicht, basiert stark auf der Erwartung einer Abschwächung der Lohndynamik. Wie realistisch ist diese Erwartung angesichts des Fachkräftemangels?
Es ist bemerkenswert, dass die Daten aus Frankreich und Spanien, die geringfügig von den Erwartungen abwichen, keinerlei Auswirkungen auf den Eurokurs hatten. Zeigt das eine generelle Gleichgültigkeit des Marktes gegenüber kurzfristigen Inflationsschwankungen?
Der angegebene Kurs von 1,1578 Dollar scheint im Vergleich zu den letzten Monaten relativ niedrig zu sein. Liegt das an allgemeinen Dollar-Stärketendenzen?
Lane’s Zuversicht hinsichtlich der Lohndynamik ist verständlich, aber die realen Verhandlungen mit den Gewerkschaften könnten anders ausfallen. Gibt es einen Plan B?
Die Erwartung der Experten, dass die deutschen Daten keine starken Bewegungen auslösen, ist mutig. Gerade Deutschland prägt die wirtschaftliche Lage der Eurozone enorm.
Ich habe persönlich das Gefühl, dass die Preise im Supermarkt in den letzten Wochen wieder gestiegen sind, obwohl die Inflation angeblich unter Kontrolle ist. Stimmen die offiziellen Zahlen mit der Realität überein?
Die Aussage, dass die Inflationserwartungen stabil sind, ist beruhigend, aber es wäre gut zu wissen, wie diese Erwartungen gemessen werden und welche Stichprobe verwendet wird.
Ich frage mich, welche Auswirkungen eine unerwartet hohe Inflationsrate in Deutschland auf die Geldpolitik der EZB hätte. Wäre eine Zinserhöhung dann unvermeidlich?
Die Tatsache, dass der Euro bereits am Morgen bei 1,1578 Dollar notierte und sich kaum veränderte, deutet auf eine vorsichtige Haltung der Anleger hin. Warten sie auf klarere Signale?
Die Stabilität des Euro, obwohl die Teuerungsrate im Euroraum ‚leicht über dem Zielwert‘ lag, ist ein positives Zeichen. Aber wie lange kann die EZB diese leichte Überschreitung noch tolerieren?
Die Erwartung, dass die Daten aus den großen Bundesländern um 10 Uhr und die bundesweiten Daten um 14 Uhr keine starken Bewegungen verursachen, wirkt fast schon selbst erfüllend. Beeinflusst die Informationserwartung das Verhalten?
Die Kommentare der Helaba sind interessant, aber von welchen konkreten Faktoren geht ihre Einschätzung aus, dass die Inflation nicht das wichtigste Thema ist?
Wenn die Inflationserwartungen stabil sind, wie die Helaba-Analysten sagen, bedeutet das dann, dass Unternehmen und Verbraucher bereits höhere Preise einkalkulieren? Das ist ja auch eine Art Inflation.
Die Daten aus Spanien wiesen eine leicht höhere Inflation aus als erwartet. Könnte dies ein Vorbote für eine allgemeinere Steigerung der Preise in der Eurozone sein?
Es ist interessant, dass der verkürzte Handel in den USA am Freitag keine zusätzlichen Impulse für den Euro liefern wird. Das isoliert den europäischen Markt also fast vollständig.