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Der Euro hat sich am Dienstag auf niedrigem Niveau stabilisiert. Die Gemeinschaftswährung wurde zuletzt zu 1,1524 US-Dollar gehandelt und kostete damit in etwa so viel wie am Vorabend. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Montag auf 1,1514 Dollar festgesetzt.
Das Umfeld für den Euro bleibt jedoch trüb. Der Dollar profitiert seit Mitte letzter Woche davon, dass US-Notenbankchef Jerome Powell die Erwartungen bezüglich einer erneuten Leitzinssenkung im Dezember gedämpft hatte. Hintergrund ist die gestiegene Inflation, die über dem mittelfristigen Inflationsziel der US-Notenbank Fed von 2,0 Prozent liegt.
Devisen-Analyst Michael Pfister von der Commerzbank blickt bereits auf das kommende Jahr. Dann dürften die Diskrepanzen unter den Entscheidungsträgern der Fed größer werden. Die eher taubenhaften Mitglieder scheinen momentan ihre Chance zu wittern, dominanter aufzutreten. „Wir wären uns daher nicht so sicher wie der Markt, dass die Zinssenkungen im kommenden Jahr wirklich unwahrscheinlicher geworden sind – und damit auch, ob die Stärke des US-Dollar der letzten Wochen wirklich gerechtfertigt ist“, resümierte der Experte.
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17 Kommentare
Ich beobachte den Euro seit einiger Zeit und finde, dass die Reaktion auf Powells Aussagen relativ moderat war. Liegt das an einer gewissen Erwartungshaltung oder an anderen globalen Entwicklungen?
Es ist interessant zu sehen, wie stark die Erwartungen an die Zinspolitik die Wechselkurse beeinflussen können. Die 2,0 Prozent Inflationsziel der Fed scheinen ein entscheidender Faktor zu sein.
Die Analyse von Michael Pfister klingt plausibel. Wenn die ‚taubenhaften‘ Fed-Mitglieder tatsächlich an Einfluss gewinnen, könnte das den Dollar schwächen und dem Euro zugutekommen.
Die Tatsache, dass die Inflation in den USA über dem Ziel von 2,0 Prozent liegt, erklärt die Zurückhaltung Powells bezüglich weiterer Zinssenkungen. Wie lange kann die Fed diese Situation noch ignorieren?
Ich finde es bemerkenswert, dass die ‚taubenhaften‘ Mitglieder der Fed jetzt versuchen, dominanter aufzutreten. Das deutet auf interne Machtkämpfe hin, die den Dollar beeinflussen könnten.
Mich wundert, dass der Euro trotz der gedämpften Erwartungen an weitere Zinssenkungen in den USA nicht stärker gefallen ist. Könnte das ein Zeichen dafür sein, dass andere Faktoren den Wechselkurs beeinflussen?
Ich bin kein Finanzexperte, aber die Situation scheint mir sehr komplex. Die Kombination aus Inflation, Zinspolitik und internen Machtkämpfen in der Fed macht eine Prognose schwierig.
Die Festsetzung des Referenzkurses durch die EZB bei 1,1514 Dollar am Montag zeigt, wie knapp die Bewegung des Euro im Moment ist. Ist das ein Zeichen für eine bevorstehende größere Volatilität?
Michael Pfister von der Commerzbank erwartet größere Diskrepanzen innerhalb der Fed im kommenden Jahr. Das klingt nach einer potenziellen Quelle für Unsicherheit auf den Devisenmärkten.
Die Aussage, dass die Stärke des US-Dollars ’nicht gerechtfertigt‘ sein könnte, ist mutig. Welche konkreten Indikatoren lassen Pfister zu dieser Einschätzung gelangen?
Ich habe gelesen, dass auch die anstehenden US-Wahlen Unsicherheit schaffen könnten, was die Geldpolitik betrifft. Das könnte die Dollar-Stärke dämpfen.
Die Stabilisierung des Euro auf diesem Niveau ist positiv, aber die langfristigen Aussichten scheinen von der US-Geldpolitik abhängig zu sein. Gibt es andere Faktoren, die den Euro unterstützen könnten?
Die Stabilisierung bei 1,15 US-Dollar ist eine willkommene Pause, aber ich befürchte, dass weitere Turbulenzen bevorstehen, solange die Inflation in den USA hoch bleibt. Wie bereitet man sich am besten darauf vor?
Diversifizierung des Portfolios könnte eine Möglichkeit sein, das Risiko zu streuen. Aber das ist natürlich nur eine allgemeine Empfehlung.
Die Diskrepanzen innerhalb der Fed, die Pfister anspricht, könnten zu unvorhersehbaren Bewegungen auf dem Devisenmarkt führen. Das sollte man im Auge behalten.
Die Stabilisierung bei 1,1524 US-Dollar ist zwar eine kurzfristige Beruhigung, aber die Aussage, dass das Umfeld für den Euro ‚trüb‘ bleibt, lässt mich skeptisch werden. Wie stark wird sich die anhaltende Inflation in den USA tatsächlich auf den Euro auswirken?
Wenn Pfister recht hat und die Zinssenkungen im kommenden Jahr doch wahrscheinlicher sind als vom Markt erwartet, könnte das die Stärke des US-Dollars der letzten Wochen tatsächlich in Frage stellen. Das wäre eine interessante Wendung.